Stiftung Adam von Trott: Roland Merten ist neuer Vorsitzender

Prof. Roland Merten: Er engagiert sich für die Stifung Adam von Trott in Imshausen. Das Foto zeigt den neuen Vorsitzenden vor dem Herrenhaus, dem Elternhaus Adams. Foto: Schankweiler-Ziermann

Imshausen. Er hat viel vor, der Nachfolger des im vergangenen Jahr verstorbenen Vorsitzenden Reinhard Höppner.

Doch die Übernahme des Vorstandspostens der Stiftung Adam von Trott war schon zuvor vereinbart worden: Prof. Roland Merten ist der neue Mann an der Stiftungsspitze.

Er bringt Erfahrung aus dem Beirat mit. Dorthin war er 2010 berufen worden, „was ich als außerordentliche Ehre empfunden habe“, blickt Merten zurück, der bis zum jüngsten Regierungswechsel Staatssekretär in Thüringen war.

Während der Beirat inhaltliche Impulse gibt, ist Merten nun mehr mit administrativen Aufgaben befasst, sofern sie nicht von Geschäftsführerin Ute Janßen übernommen werden. Merten möchte seine intensiven Kontakte in die Politik nutzen. Thomas Oppermann war schon in Imshausen, Ministerpräsident Volker Bouffier und Kultusminister Alexander Lorz möchte er gerne gewinnen.

Um die Arbeit der Stiftung fortsetzen zu können, sind gute Kontakte und Spenden wichtig. Das Anwesen in Imshausen mit dem Herrenhaus und dem Visser’t Hooft-Haus verursacht Kosten und bedarf der Sanierung. 200.000 Euro sollen investiert werden, um im Herrenhaus Nasszellen in die Zimmer und eine neue Heizung einzubauen. Mehr Mitglieder zu gewinnen, ist ein weiteres Ziel. Dazu müsse die Stiftung noch bekannter werden, sagt Merten.

Das Anliegen der Stiftung sei weiter aktuell. Adam von Trott und die anderen Widerstandskämpfer hätten das Undenkbare nicht nur gedacht, sondern auch ausgeführt, trotz der Gefahr für Leib und Leben. Diese Leistung verdiene es, öffentlich dargestellt zu werden. Aktive Bürger seien auch heute gefragt, sagt Merten und verweist auf „dumpfe Gedanken“ wie von Pegida.

Mit Imshausen verbindet der Wissenschaftler in erster Linie Adam von Trott selbst, einen jungen Menschen, der damals den Mut und die geistige Freiheit hatte, sich vom Führerknecht freizumachen und Widerstand zu leisten - wohl wissend um die Konsequenzen. Der Vorzug der Stiftung Adam von Trott sei der authentische Ort in Imshausen. Dort leben Menschen, die den Widerstandskämpfer noch gekannt haben.

Widerstand ist ein Schwerpunkt in Imshausen - Widerstand auch im demokratischen Rechtsstaat. Gerechtigkeit ist ein weiteres Stichwort mit Tragweite: Bildungs-, Generationen- und Verteilungsgerechtigkeit sind Fragen, denen sich die Stiftung widmet.

Wobei Merten die politische Unabhängigkeit betont. Es gehe um Inhalte, nicht um Parteien. Auch er selbst trenne sauber Politik und Wissenschaft. Der Wissenschaft wendet sich der Jenaer Hochschulprofessor nun wieder entspannt zu - nach fünf Jahren „Macht auf Zeit“.

Merten spricht von der nachfolgenden Generation. Die Stiftung möchte junge Menschen gewinnen, die die Fackel der Freiheit weitertragen. „Das können nur sie.“

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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