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Strabag-Azubi Kilian Hüller-Rauch ist Hessens bester Baugeräteführer

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Von: Carolin Eberth

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Egal ob Bagger, Kran oder Grader wie auf diesem Bild: Kilian Hüller-Rauch kann fast alle großen Geräte fahren und hat seine Ausbildung bei Strabag als Baugeräteführer mit Bestnote absolviert.
Egal ob Bagger, Kran oder Grader wie auf diesem Bild: Kilian Hüller-Rauch kann fast alle großen Geräte fahren und hat seine Ausbildung bei Strabag als Baugeräteführer mit Bestnote absolviert. © privat

Große Löcher ausbuddeln und den gesamten Tag Bagger, Kräne, Raupen und Walzen fahren: Was für viele Männer nach einem Traum klingt, ist für Kilian Hüller-Rauch Alltag.

Bebra – Der 22-Jährige hat von 2018 bis 2021 eine Ausbildung als Baugeräteführer bei Strabag in Bebra absolviert – und das mit Bestnote. Die Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg ehrte ihn sogar zu Hessens bestem Baugeräteführer.

Was für Außenstehende nach purem Spaß klingt, ist allerdings harte Arbeit, wie Hüller-Rauch erklärt. „Wenn ich einem Laien erklären müsste, wie es sich anfühlt, Bagger auf einer Baustelle zu fahren, dann könnte er sich das ungefähr so vorstellen, als wäre er mit einem riesigen Gerät den ganzen Tag auf der Suche nach einem Parkplatz bei einem Supermarkt. Dazu kommt, dass überall Menschen mit Einkaufswagen rumlaufen und Autos stehen, die man nicht beschädigen darf“, sagt Hüller-Rauch.

Kilian Hüller-Rauch
Kilian Hüller-Rauch © Wilfried Apel

Es sei also ein Job, bei dem höchste Konzentration und Fingerspitzengefühl gefragt seien und bei dem man sein Gerät auf den Millimeter genau einschätzen können muss. „Bei einem Fehler kann schnell ein Schaden von mehreren tausend Euro entstehen. Im schlimmsten Fall entsteht aber ein Personenschaden.“ Gerade am Anfang sei es sehr anstrengend für ihn gewesen, den gesamten Tag die Konzentration auf höchstem Niveau zu halten. „In der Schule kann man immer mal mit den Gedanken abschweifen im Unterricht, das kann man sich als Baugeräteführer auf der Baustelle aber nicht erlauben“, sagt der 22-Jährige, der zuvor in seiner Heimatstadt Dachau in Bayern Abitur gemacht hat.

Nur die wenigsten hätten eine Allgemeine Hochschulreife, die diesen Beruf erlernen. Doch Hüller-Rauch wollte nach der Schule Geld verdienen und die ersten praktischen Erfahrungen sammeln, anstatt in Bibliotheken für die Universität zu büffeln. „Es gibt viele Wege, die zu einer Karriere führen können.“

Mittlerweile arbeitet der Vorzeige-Baugeräteführer für Strabag am Münchner Flughafen und wirkt bei der Erweiterung von Terminals mit und ist seiner Heimat somit wieder ein großes Stück näher.

Der Oberbayer hat die Nordhessen während seiner Ausbildung in Bebra als „ganz eigenen Schlag“ kennengelernt. „Bei uns zuhause ist es normal, dass man auch fremde Leute auf der Straße freundlich grüßt. Das ist hier nicht so. Daran musste ich mich erst mal gewöhnen“, erzählt Hüller-Rauch. Er sei aber immer froh gewesen, dass er in der privilegierten Lage war, seine Ausbildung in einem großen Unternehmen wie Strabag zu absolvieren. Sein Lebtag möchte er jedoch nicht Baugeräteführer bleiben, sondern die Karriereleiter noch weiter nach oben klettern. Dafür habe er auch bereits die ersten Pläne geschmiedet, die allerdings noch geheim seien.

Bis dahin genießt er die Arbeit auf den großen Geräten. „Der Vorteil ist, dass ich den ganzen Tag draußen sein kann und doch immer ein Dach über dem Kopf habe. Bei schönem Wetter mache ich die Fenster auf, bei schlechtem schließe ich sie einfach.“ (Carolin Eberth)

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