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Terminator der Comedy: Ingo Appelt begeistert in Ellis Saal in Weiterode

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Mit dem Publikum in Kontakt: Ingo Appelt hält gerne auch mal Zwiegespräche. Gleich zu Beginn hatte er sich Ruth Joppich aus Friedewald ausgesucht.
Mit dem Publikum in Kontakt: Ingo Appelt hält gerne auch mal Zwiegespräche. Gleich zu Beginn hatte er sich Ruth Joppich aus Friedewald ausgesucht. © Susanne Kanngieser

Weiterode. Riesenapplaus hat Comedian Ingo Appelt in Weiterode bekommen. Der "Terminator der Comedy" hat sein Publikum mit seinem bösen, aber saukomischen Programm begeistert.

Der Mann hat einen Auftrag. Ingo Appelt will seine Geschlechtsgenossen zur Umkehr bewegen. Sie sollen Dienstleister sein, empathisch und gefühlvoll, humorvoll und redselig. Kraftvoll, aber kaputt. Sogenannte Matsch-Eier. Eine Mischung aus Macho und Weichei. 

Diese Umerziehung kam am Sonntagabend bei den Herren der Schöpfung in Ellis Saal nur schwer in Gang.

Und Ingo Appelt, der selbst ernannte „Martin Rütter der Männlichkeit“, musste darum für sie den „Karren mal wieder aus dem Dreck ziehen“. Über zwei Stunden erlebte das Publikum in Weiterode einen Kosmos imposanter Lachkraft. 

Vor dem Umerziehungsprogramm der Männer war erst mal die aktuelle politische Lage dran. Flüchtlinge, Nazis, Chemnitz („Ich hab´ keine Haare auf dem Kopf, ich kämm nichts“), Trump, SPD („Für diese alte Partei gibt es kein Händlerkärtchen bei Horst Lichter“), CSU, die Kanzlerin und Friedrich Merz, „dieser Drecksack, der doch eigentlich schon auf Merkels Friedhof der Kuscheltiere“ liegen sollte. 

Schneller, messerscharfer Witz und anzügliche Botschaften – immer an der Grenze des guten Geschmacks.

Politiker parodieren ist sein Ding

Seine Texte sind böse, politisch unkorrekt, hinterlistig – und saukomisch. 

Appelt, in schwarz gekleidet mit leichtem Bauchansatz, hatte alle auf dem Tablett. Der hyperaktive Sozialdemokrat, der auf der Bühne wie Altrocker Mick Jagger hin und her rennt, mag die Spezies Politiker nicht besonders. Dafür kann er sie ganz wunderbar parodieren. Da glänzte Appelt mit einer außerordentlichen Präsenz.

Eigentlich habe er sich ja auch geändert, als „Unterhosenkomiker“ habe er sich „vom Saulus zum Paulus gewandelt“, sagte er und musste dabei selbst breit grinsen. Denn das F-Wort, für das Appelt berühmt-berüchtigt ist, war ja dann doch noch omnipräsent, unter anderem im zweiten Teil.

Klassiker-Parodie: Ob Herbert Grönemeyer seine Lieder auf dem WC geschrieben hat? Ingo Appelt hält es für möglich.
Klassiker-Parodie: Ob Herbert Grönemeyer seine Lieder auf dem WC geschrieben hat? Ingo Appelt hält es für möglich. © Susanne Kanngieser

Das Sprücheklopfen kommt bei ihm immer noch so flott wie eine Ladung Gülle auf den Acker spritzt. Das Radio, sagte er, sei voller Matsch-Eier-Dienstleister: Revolverheld, Mark Forster, Xavier Naidoo („der Godfather of Eierstock-Vibration“). 

Bissig, mit bisweilen grenzwertigen Humor, unterhielt der Künstler sein Publikum, das vor allem bei den vertrauten Parodien seinen Spaß hatte: Kohl, Blüm, Mario Barth, Udo Lindenberg, Til Schweiger.

Der Terminator der Comedy

Am Klavier gab er dann den Klassiker, die „prä-ejakulative Gesangstechnik“ des Herbert Grönemeyer. Ganz große Kunst! Und als Kopfkino für den Rest des Abends schilderte Appelt noch einen sexuellen Akt – derbe, bizarr und sehr drastisch. 

Das Publikum war begeistert. Riesenapplaus gab es für den selbst ernannten Terminator der Comedy-Kabarett-Branche.

Von Susanne Kanngieser

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