Dort Pastor, hier Pfarrer

Tobias Gottesleben ist neu im Kirchspiel Solz

Pfarrer Tobias Gottesleben: Er steht vor der schönen alten Solzer Kirche mit einer Puppe von Martin Luther, die er von seiner vorigen Gemeinde zum Abschied bekommen hat. Zu seinem Namen erklärt er, die Familie stamme ursprünglich aus der Gegend um Heiligenstadt. Gottesleben bezeichne vermutlich einen Ort, an dem es sich „gut leben“ ließ. Foto:  Schankweiler- Ziermann

Solz. Gottesleben ist ein schöner Name für einen Pfarrer. Der neue im Kirchspiel Solz trägt diesen Namen: Tobias Gottesleben hat die Nachfolge von Axel Dück angetreten, nachdem Mareike Dorfschäfer das Kirchspiel während der Vakanz betreut hat.

Tobias Gottesleben wechselte von Neumünster nach Solz, aber er kennt und schätzt die Gegend seit seiner Jugendzeit, während der er die Kommunität Imshausen kennengelernt hat. Seitdem war er regelmäßig auf dem Tannenhof, einmal sogar für ein Dreivierteljahr.

Diese Zeit habe ihn sehr geprägt, erzählt der Pfarrer. Er ist hier nach dem Studium in die spirituelle Welt der Gemeinschaft eingetaucht – eine Herausforderung für den jungen Mann. Er sei damals zwar kein anderer geworden, habe aber für seine eigene Menschwerdung viel mitgenommen. „Man ist sehr auf sich selbst zurückgeworfen, muss es mit sich selbst aushalten“, sagt er.

Auch wenn er sich der Landschaft seitdem verbunden fühlt, die Täler, die Grüntöne und blühenden Bäume stets genossen hat, muss er sich in Solz noch an einige neue Gepflogenheiten gewöhnen. In der lutherischen Nordkirche war er „Pastor“ einer dreimal so großen Gemeinde und hatte Kollegen. Hier im Solzer Kirchspiel, zu dem auch Imshausen, Gilfershausen und Mönchhosbach gehören, ist er der „Pfarrer“ und allein zuständig.

Dazu kommt, dass er zusätzlich einen Sonderauftrag für spirituelle Angebote mit besonderer Berücksichtigung der Kommunität Imshausen erhalten hat. Hintergrund ist, dass das Kirchspiel nur noch 1200 Gemeindeglieder zählt und daher keine volle Pfarrstelle mehr möglich wäre.

Seit Anfang April ist er nun in Solz und hier sehr herzlich aufgenommen worden, erzählt Tobias Gottesleben. Die Gemeinde habe sich beim Einführungsgottesdienst richtig ins Zeug gelegt.

Nach 16 Jahren in Neumünster, seiner ersten Pfarrstelle, wollte er noch einmal einen Wechsel, und er hatte schon länger den Gedanken, in die hiesige Gegend zu ziehen, die ihm schon wohl bekannt war und ihn mit geprägt hat.

Geprägt hat ihn aber auch vor dem Vikariat ein Studienjahr in Israel. Er sei weiser zurückgekommen, sagt Tobias Gottesleben, der es gewöhnt ist, sich immer wieder auf Neues einzustellen.

In seinem neuen Wirkungskreis freut er sich auf die Menschen, die hiesigen Traditionen, den im Vergleich zur Nordkirche etwas anderen Ablauf des Gottesdienstes. Zusammen mit dem Kirchenvorstand möchte er ihn bewusst gestalten und sehen, was liebenswert ist und wo man Neues probieren könnte.

Er sei liturgisch geprägt, erzählt der Pfarrer. Ihm geht es um das Erleben des Gottesdienstes mit Liturgie, Abendmahl, feierlicher und ernsthafter, ebenso wie fröhlicher und ungezwungener Stimmung. Besonders lieb sind ihm die Taufen – vier waren es schon in den ersten vier Wochen. Auch die Nähe zur Kita schätzt er und strebt einen engen Kontakt an – zu allen Gemeindegliedern. „Ich will ihr Pfarrer sein“, das ist sein Ziel.

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