Im Trio auf Erfolgsspur

Bebra. In einem Hinterhaus Am Rasen in Lispenhausen war Kai Feige vor fünf Jahren zu Hause, als er sich zusammen mit zwei Freunden selbständig machte.

Das erste 30-Quadratmeter-Büro befand sich direkt vor seiner Wohnung in einem alten Fachwerkbau. Knapp zwei Jahre später hatte sich sich die junge Firma schon bedeutend erweitert: 80 Quadratmeter waren es nun, 15 Mitarbeiter, eine Toilette. Geschäftspartner fuhren schon mal am Haus vorbei, weil sie das junge Unternehmen dort nicht vermuteten.

Bis heute verbergen sich die Geschäftsräume des „Experten Service Points“ (ESP/ siehe Hintergrund) hinter einer bescheidenen Fassade - nun im Bebraer Industriegebiet. „Wir brauchen keinen Glaspalast“, sagen Kai Feige (31) und Volker Wiesener (55). Die Räume auf nun 700 Quadratmetern sind hochmodern ausgestattet, aber die Chefs arbeiten nach wie vor in kleinen Büros. „Ich bin meistens unterwegs“, sagt Kai Feige.

Mit Gesichtserkennung 

Ins Archiv kommt man nur über Gesichtserkennung, der Konferenzraum lässt sich über eine Smartphone-App öffnen, die Heizung ebenfalls über die App steuern und der CO2-Wert messen. In den Fluren stehen Sonnenliegen und Sitzwürfel im ESP-Design für die Shops des Unternehmens.

Nicht in Bebra, sondern in Ansbach sitzt Andreas Ebert, der dritte Mann neben Geschäftsführer Feige und Vertriebschef Wiesener, einem Rotenburger.

Anfang 2010 waren die drei noch Handelsvertreter im Bereich Energie gewesen. Nur vier Energieanbieter im Portfolio - das war ihnen zu wenig. Ebert hatte die Idee und überzeugte Wiesener, den Vertriebsprofi, gemeinsam selbst etwas aufzuziehen. Die beiden suchten und fanden Kai Feige als denjenigen, „der mit Geld umgehen kann“, blickt Wiesener zurück. Feige ist gelernter Einzelhandelskaufmann und heute Geschäftsführer von ESP.

Erweitert hat das Trio immer mit eigenem Geld, ohne einen einzigen Kredit - bis auf den Leasingvertrag für die Kaffeemaschine. Heute hat ESP 70 Lieferanten unter Vertrag und erstellt rund 3000 Provisionsabrechnungen im Monat.

Nach Gas, Strom, Solar und Telekommunikation hat ESP im Februaer mit der Gründung von „Jocoon“ den nächsten Schritt - nun bis zum Endkunden - getan: Man bietet jetzt auch Apps, Website- und Facebook-Auftritte für Geschäftsleute und kleinere Unternehmen an. „Wir treffen auf eine sehr große Nachfrage“, sagen Wiesener und Feige übereinstimmend. Auch ein Lieferservice schwebt den ESP-Machern noch vor.

Damit die drei auf dem Teppich bleiben, sind ihre Frauen als Gesellschafterinnen mit im Boot: Sabine Wiesener ist zudem fürs Controlling zuständig, Sabrina Feige hilft, wo Not am Mann ist.

Seine Mitarbeiter findet das junge Unternehmen vor Ort, nur nach zwei Programmierern sucht man noch. Große Events dienen der Kontaktpflege mit den Vertriebspartnern in ganz Deutschland, so zum Beispiel das Sommerfest mit über 1200 Gästen im Heringer Freibad oder die erste Hausmesse 2015 x-world im April in der Schildehalle in Bad Hersfeld für Vertriebspartner und Endkunden. Zu solchen Gelegenheiten sind die Hotels im weiten Umkreis ausgebucht, sagten Wiesener und Feige.

Hintergrund 

Die Experten Service Point (ESP) GmbH in Bebra arbeitet mit 70 Lieferanten aus den Bereichen Energie, Solar und Telekommunikation und unterstützt als Ansprechpartner für die Endkunden 11 000 Vertriebspartner/Handelsvertreter. Darunter befinden sich 80 ESP-Shops von Franchisenehmern, Versicherungsmakler, Fachhändler, selbständige Makler, Hausfrauen...

Der ESP macht quasi im Hintergrund das Leben der Handelsvertreter einfacher, diese wiederrum beraten und verkaufen an die Endkunden. Insgesamt sind in Bebra 27 überwiegend junge Mitarbeiter, darunter drei Azubis beschäftigt, in den deutschlandweit 80 ESP-Shops nochmals je ein bis drei Personen. Ab 2016 sollen noch zwei Mediengestalter-Azubis dazukommen.

 

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