Trotz Protesten: TÜV hat Bebra verlassen

Wollen weiter kämpfen: die Fahrlehrer Markus Mihm und Aribert Kirch. Archivfoto:  Schankweiler-Ziermann

Hersfeld-Rotenburg. Der TÜV hat den einzigen Raum für Fahrprüfungen im nördlichen Kreis Hersfeld-Rotenburg in Bebra geschlossen.

Trotz der Proteste des Kreistags, der Parlamente in Bebra, Rotenburg und jüngst in Alheim sowie Politiker aller Parteien und praktisch aller rund 30 Fahrlehrer im Kreis.

Seit Mitte Dezember müssen jährlich 900 meist 16- bis 18-jährige Führerscheinanwärter aus dem Raum Bebra/Rotenburg nach Bad Hersfeld fahren, wo beim TÜV im Industriegebiet die Theorieprüfung abgenommen wird. Der TÜV ist aber ohne Auto schlecht zu erreichen. Das gilt für Schüler aus dem gesamten Kreis. In Bebra lag der Raum, der am 9. Dezember geräumt wurde, verkehrsgünstig am Bahnhof. Seit Mitte Dezember prüft der TÜV die Theorie nur noch in Bad Hersfeld.

Von Alheim aus sind es bis Bad Hersfeld 60 Kilometer hin und zurück. Das heißt, dass für die Führerscheinanwärter ein Tag Schule ausfallen muss.

Doch die Fahrlehrer geben nicht auf. Ihre beiden Sprecher, Aribert Kirch und Markus Mihm, wollen nicht hinnehmen, dass ein mit einer hoheitlichen Aufgabe betrautes Monopol-Unternehmen wie der TÜV gegen alle genannten Gremien und den parteiübergreifenden Widerstand dennoch gegen eine Region entscheidet.

Vonseiten des Verkehrsministeriums erklärte Wolfgang Harms auf Anfrage, die Kosten für den Raum in Bebra seien deutlich höher als die Einnahmen durch Gebühren. Die Beibehaltung des Standorts sei dem TÜV Hessen daher nicht zumutbar. Nach Auskunft von Uwe Herrmann, Leiter der Technischen Prüfstelle der TÜH Staatliche Technische Überwachung Hessen in Darmstadt, spart man 400 Euro pro Monat durch die Verlagerung nach Bad Hersfeld. Wirtschaftliche Gründe würden vorgeschoben, sagen dagegen Kirch und Mihm.

Ein Monopolist schwäche die Infrastruktur in der Region weiter, nachdem schon die Bundeswehr, das Amtsgericht, das Katasteramt, die Führerscheinstelle und viele andere Institutionen aus dem Raum Bebra/Rotenburg abgezogen worden sind, kritisiert Aribert Kirch, der drei Fahrschulen in Alheim, Rotenburg und Bebra hat. Er und sein Bad Hersfelder Kollege Markus Mihm wollen jetzt über die Fahrlehrervereinigung Hessen ihre Forderungen nach mehr Kundenfreundlichkeit des TÜV durchsetzen.

Es könne nicht sein, so Kirch, dass in Darmstadt über die Infrastruktur in Hersfeld-Rotenburg entschieden werde, ohne Kenntnis der Verhältnisse vor Ort. Kritik des Kreistags und anderer pralle am TÜV einfach ab.

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