Werkhof wird zu Werkstatt

Umstrukturierung bei den Sozialen Förderstätten: Ulfenmühle eigener Standort

Gruppenbetreuerin Milena Hartung, Arbeitsagentur-Chef Waldemar Dombrowski, Ralf Dorsch, Landrat Dr. Michael Koch, Geschäftsführer Thomas Deppenkemper, Dekanin Gisela Strohriegl und Ulrich Völke an der Ulfenmühle.
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Mit großem Engagement dabei: das Team der Sozialen Förderstätten mit (von links) Gruppenbetreuerin Milena Hartung, Arbeitsagentur-Chef Waldemar Dombrowski, Ralf Dorsch, Landrat Dr. Michael Koch, Geschäftsführer Thomas Deppenkemper, Dekanin Gisela Strohriegl und Ulrich Völke an der Ulfenmühle.

Bisher war der Werkhof an der Ulfenmühle lediglich die Außenstelle der Werkstatt für behinderte Menschen in Bebra. Seit etwa zwei Monaten ist er nun eigenständiger Standort.

Bebra – 45 Arbeitsplätze für beeinträchtigte Mitarbeiter. Diese kümmern sich bereits seit über zwölf Jahren um die Produktion von Brennholz und um Garten- und Grünlandpflege. Gestern Nachmittag wurde die nun eigenständige Werkstatt von Waldemar Dombrowski, dem Leiter der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda und Landrat Dr. Michael Koch in Betrieb genommen.

„Wir müssen die Neigungen und Talente der Klienten hinauskitzeln und fördern. Wenn wir das nicht tun, fallen diese Menschen in die Isolation“, sagt Dombrowski und betont damit, wie wichtig diese Institution für die Beschäftigten ist. Die Arbeit ist auf die verschiedenen Bedürfnisse und Fähigkeiten angepasst. Vor allem Struktur und ein geregelter Tagesablauf sind für die Mitarbeiter sehr wichtig. Dabei spielt neben der Arbeit auch das soziale Miteinander eine große Rolle.

Mitarbeiter werden regelmäßig geschult

Die Sicherheit der 45 Menschen mit Behinderung steht bei der Arbeit mit teilweise großen Maschinen an oberster Stelle. „Die Unfallstatistik liegt bei null“, sagt Werkstatt-Geschäftsführer Ulrich Völke. Das liege einerseits an der Ausstattung durch Sicherheitsbekleidung, andererseits und in erster Linie aber an der richtigen Ausbildung. Die Beschäftigten besuchen spezielle Klassen der Berufsschulen in Bebra und Bad Hersfeld. Außerdem verfügen die Werkstätten über ein eigenes Schulungssystem, und der Umgang mit den Geräten wie zum Beispiel Kettensägen wird regelmäßig überprüft.

Die Arbeitsschritte sind in verschiedene Stationen aufgeteilt: Nachdem das Holz in Stämmen angeliefert wurde, werden diese mithilfe von Kettensägen in Meterstücke zerlegt, die anschließend gespalten und dann entweder direkt frisch verkauft oder zum Trocknen gelagert werden. Das Holz wird dem Kunden dann bis vor die Haustür gebracht – auch da sind die Mitarbeiter dabei und freuen sich über das ein oder andere Trinkgeld.

1974 gegründet

Bereits 1974 wurden die Sozialen Förderstätten in Bebra gegründet und sind seitdem immer größer geworden. Durch die Anerkennung als eigener Werkstatt-Standort wurde der Werkhof mit neuen Tischen und Stühlen ausgestattet. Auch weitere Arbeitsgeräte und Fahrzeuge können angeschafft werden. Dafür wurde ein Förderantrag bei dem Landeswohlfahrtsverband gestellt.

Bis zu diesem Punkt war es ein langer Weg, sagt Ralf Dorsch, der Bereichsleiter des Werkhofs. Dombrowski ist froh über die gute Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit, der Werkstatt und dem Landkreis. Landrat Dr. Michael Koch ist als Mitglied des Vereins Soziale Förderstätten besonders stolz auf die lange Tradition und die damit verbundene Erfolgsgeschichte, sagte er. (Lea-Sophie Mollus)

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