Vergnügliche Geisterstunde mit "The Joking Dead“

Schlug sich angesichts der gruseligen weiblichen Reize von Heinz Gröning tapfer: Publikumsopfer Sven Wagner.

Weiterode. Kürbiscremesüppchen mit Chili und einem exzellenten, herbstlich inspirierten Menü gab es am Samstagabend mit „The Joking Dead" (Die juxenden Toten) in Ellis Saal.

Gruseln und Lachen in einem. Geht das? Horst Fryguth, Heinz Gröning und Holger Müller sind davon überzeugt. Untermalt von viel Nebel, Musikgewummere und Hilfegeschrei kommen sie in übergroßen Mänteln mit Kapuze schaurig schön in den abgedunkelten Saal: „Wir holen Euch, jetzt!“ Aber schon bald nehmen sie sich als tanzende Zombies selbst auf den Arm: „Wir sind die Zombay Dance Band!“

Heinz spaziert mit dem Publikum über den Friedhof, an einem Sarg vorbei, auf dem steht: „Lebst du noch oder wohnst du schon?“ Alle zusammen führen sie die Blaupause für einen zweitklassigen Horrorfilm vor, ehe sie sich darüber beklagen, dass die modernen Vampire auch nicht mehr das sind, was sie mal waren. Die einen sind lactoseintolerant, die anderen - Dragul und Fragul - blutrünstig und schwul: „Kommst du mit? Ich habe noch einen Bluter im Kühlschrank!“

Weiter geht’s mit Horror-Comedy-Figuren. Holger als lustiger Pathologe: „Früher hat mir meine Frau immer Wurst aufs Brot gemacht. Seit ich fest in der Pathologie arbeite, reicht mir Butterbrot!“ Heinz als Graf Draculas Sohn: „Ich hatte eine schwere Kindheit. Statt Süßigkeiten gab’s Blutegel - und das bei meinem Blutekel!“ Holger als Satan: „Katastrophal, was heutzutage in der Hölle ankommt. Die Ökos brennen gar nicht mehr richtig!“ Und dann geht es durchaus amüsant zu, als immer rasanter immer prominentere Tote als „The Walking Dead“ (Die laufenden Toten) durch die Gegend geistern: Heinz Erhardt, Napoleon, Johannes Paul II., John F. Kennedy, Marilyn Monroe, Klaus Kinski, Roy Black („Ganz in Weiß“).

Nach der Pause beschäftigen sich die drei Rheinländer mit dem Thema Karneval: „Das liegt bei uns im Blut! Da simmer dabei, das schmeckt prima!“ Sie verblüffen mit überraschenden Adaptionen („Sollemern beiße losse?“) und der Erkenntnis, dass Karneval wegen der vielen Scheintoen im Publikum auch Horror sein kann.

Anschließend gibt Heinz die Mumie, Horst den Menschenfresser und Holger den Glöckner von Notre Dame. Alle drei begeistern, und Heinz setzt dem Ganzen als fast ganz ausgezogener, mit Männlichkeit protzender Werwolf die Krone auf: „Ich habe zwei Zeuginnen Jehovas bekehrt. Die wissen jetzt, was ein Wachtturm ist!“

Zum guten Schluss wird noch ein „Freiwilliger“ gesucht. Sven Wagner aus Bad Hersfeld wird auf die Bühne gelotst, wo er sich den weiblichen Reizen von Heinz, Holger und Horst ausgesetzt sieht: „Wir werden dich jetzt gruseln!“ Er hat Spaß, schlägt sich tapfer, ehe sich die Protagonisten in einem furiosen Finale mit dem an „Atemlos“ angelegten „Abschiedslied“ verabschieden und jede Menge Beifall kassieren.

Darüber lachte Ellis Saal:

Was haben eine Ehefrau und eine Handgranate gemeinsam? - „Wenn du den Ring abziehst, ist das Haus weg!“

Was ist der Unterschied zwischen einer russischen Hochzeit und einer russischen Beerdigung? - „Bei der Beerdigung ist ein Besoffener weniger da!“

Wie nennt man die Fußballschuhe von Jesus? - „Christstollen!“

Zwei Studenten wachen auf. Fragt der eine den anderen: „Was haben wir heute?“ - „Dienstag oder Mittwoch.“ - „Keine Einzelheiten. Sommer- oder Wintersemester?“

Von Wilfried Apel

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