Vier mal verschoben: Heinz-Erhardt-Abend in Bebra wird zum Organisations-Albtraum

Hans-Joachim Heist alias Gernot Hassknecht alias Heinz Erhardt brüllt bei einem Auftritt in der Eschweger Stadthalle mit wütendem Gesicht in die Kamera.
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Sorgt in Bebra für eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Der Abend mit Hans-Joachim Heist alias Gernot Hassknecht alias Heinz Erhardt, hier in der Eschweger Stadthalle. Für die Auftritte im Lokschuppen gibt es trotz Organisations-Albtraum noch Karten.

Viermal musste der Heinz-Erhardt-Abend in Bebra mit Hans-Joachim Heist („Gernot Hassknecht“) verschoben werden. Nun soll er stattfinden - und macht den Veranstaltern viel Arbeit.

Bebra – Der Heinz-Erhardt-Abend im Bebraer Lokschuppen ist ein echtes Stehaufmännchen: Viermal wurde die Veranstaltung von Corona niedergestreckt, viermal haben sich Geschäftsführer Matthias Bähr und Künstler Hans-Joachim Heist wieder aufgerappelt und einen neuen Termin angesetzt. Am kommenden Wochenende soll es im Lokschuppen nun endlich klappen mit der Hommage an einen von Deutschlands bekanntesten Komikern – doch die Organisation entwickelt sich für die Veranstalter immer mehr zum Albtraum.

Die Geschichte beginnt im März 2020. Der Abend, an dem der als Gernot Hassknecht aus der Heute-Show bekannte Heist in die Rolle von Heinz Erhardt schlüpfen will, fällt der Pandemie zum Opfer. Der Verschiebebahnhof beginnt: Zunächst im Mai (zu optimistisch), dann im Herbst (Lockdown) und Frühjahr (immer noch Lockdown) soll die Veranstaltung nachgeholt werden. Vergeblich, Corona drängt sich dazwischen.

Doch auch wenn die Termine keinen Bestand haben: Die für den März-Auftritt verkauften etwa 550 Tickets bleiben gültig. Und damit beginnt das Problem: Für das kommende Wochenende sind gleich vier Dates mit Heinz Erhardt im Lokschuppen geplant, Samstag und Sonntag jeweils ab 16 und 20 Uhr. „Wir würden mit einer Veranstaltung nicht alle unterbekommen“, erklärt Lokschuppen-Chef Matthias Bähr – der so auch gleich die Zahl der möglichen Gäste auf mehr als 700 aufgestockt hat. Nur: Er weiß nicht, wann er mit wie vielen Besuchern rechnen muss. Von etwa der Hälfte der Kartenbesitzer der Originalveranstaltung gibt es bisher keine Rückmeldung, ob und wann sie kommen.

Geschäftsführer Bähr: „Wir haben alles versucht“

„Fatal wäre es, wenn die Leute zu der Veranstaltung ihrer Wahl auftauchen und Einlass begehren“, sagt der Geschäftsführer – oder sich darauf berufen, von nichts gewusst zu haben und ihr Geld zurückfordern. Eine Grundlage dafür sieht er nicht: Seit Monaten weise die Webseite des Lokschuppens auf die Termine hin, er habe Newsletter verschickt, über die Zeitung informiert, die Eventim-Käufer kontaktiert – die anders als bei anonymen Käufen im Geschäft greifbar sind. „Rund 70 Prozent der Tickets sind aber über den Ladentisch gegangen. Wir haben alles versucht.“ Seit Monaten seien er und sein Team damit beschäftigt, der Arbeitsaufwand stehe in keinem Verhältnis zur Veranstaltung.

Bähr hofft nun, die „verschollenen“ Ticketbesitzer doch noch über die Zeitung zu erreichen. Sie sollen sich schnellstmöglich unter der Telefonnummer 0 66 22/9 14 60 30 melden. Der Geschäftsführer betont, dass es durch die Aufstockung noch freie Tickets gibt: Wer direkt Karten für einen der Termine am Wochenende gekauft habe oder kaufe, müsse sich keine Sorgen machen. (Clemens Herwig)

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