Über Fleischfresser und Schwulenwitze: Ole Lehmann begeisterte in Weiterode

Der Mann am Mikrofon in Ellis-Saal in Weiterode: Ole Lehmann begeisterte die Zuschauer mit seiner Ein-Mann-Show. Foto:  Vöckel

Weiterode. Spaß und Humor waren Trumpf in Ellis Saal in Weiterode. Der Auslöser für die Angriffe auf das Zwerchfell der Besucher war ein Comedian aus Berlin: Ole Lehmann.

Der gebürtige Hamburger, ein Meister der Gelassenheit, so die Ankündigung, begeisterte das Publikum mit seiner Ein-Mann-Show unter dem Titel „Geiz ist ungeil - so muss Leben!“ Das waren zweieinhalb Stunden tolle Erkenntnisse und Auseinandersetzung mit dem Konsumverhalten der Menschen im Zeitalter der Werbeslogans, gespickt mit Gags, Pointen und jeder Menge Witze.

Aus dem Nebel der Bühne tauchte Ole Lehmann zu den Klängen von Abbas „Money, Money, Money“ am Mikrofon auf. Eine vermutete Frage der Zuschauer nach seinem Ich beantworte er gleich zu Beginn: „Ja, ich bin Fleischesser!“ Die Zugabe: „Eine Schwuchtel auch!“

Damit waren die Fronten des Abends abgeklärt, auch für die Schwulenwitze. „Habt Spaß daran und erzählt sie weiter“, forderte Lehmann die Zuhörer auf, „wir machen ja auch welche über Heteros und freuen uns darüber.“ Es sei doch der Sinn der Witze, dass man sich über andere lustig macht.

Der Einstieg in das Thema des Abends war ein Ausflug in die Urzeit der Höhlenmenschen. Die hätten alles geteilt: die Beute, die Höhle, einfach alles. Geiz und Gier hätten die nicht gekannt. Die würden aber heute dicht neben einander liegen. Als ein Beispiel dafür bezeichnete er ein lustiges Gebäude in Berlin, das einmal ein Flughafen werden will: das BER.

Das sollte schon 2012 eröffnet werden. Doch 150 000 Mängel hätten das verhindert. Lehmann zählte nur drei auf: Die falschen Schließzylinder in den Sicherheitstüren, die Rauchmelder, die neben der Entrauchungsanlage installiert wurden, und einige Rolltreppen, die zu kurz waren. „Hat man das wirklich erst beim Einbau festgestellt?“, fragte der Mann am Mikrofon in Ellis Saal.

Wer habe nun Schuld: die Bauarbeiter oder der Aufsichtsrat? Zur weiteren Verwendung des BER regte Lehmann an, daraus ein Mahnmal mit einer verpflichtenden Fortbildung für Bauarbeiter zu machen. Die Bauruine könne man auch zum Abbau von Aggressionen freigeben. Dazu sang der Comedian Peter Gabriels „Sledgehammer“ (Vorschlaghammer).

Aufs Korn nahm Ole Lehmann ferner Heidi Klum, ihren Fernsehpartner Wolfgang Joop und die Reality-Shows der privaten TV-Sender am Nachmittag mit den Geschichten aus dem Leben und untalentierten Darstellern sowie der Wiener Schmäh und der Horrorspaß in der U-Bahn.

Musikalisch verwöhnte der ausgebildete Musicaldarsteller die Besucher noch mit weiteren Liedern: „Mad World“ von Tears for Fears, „Wonderful Life“ von den Hurts „Human“ von The Killers. Die mit viel Applaus begleitete Zugabe waren Ausschnitte aus seinem neuen Programm „Homofröhlich“.

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