Über ein Jahr Bauzeit

Wohnungen für Behinderte: VR-Bankverein investiert zehn Millionen Euro in Bebra

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Baulücke, die schon in einem Jahr geschlossen ist: Zwischen dem Fritz 50 (Medizinisches Versorgungszentrum und Eigentumswohnungen) rechts und dem Geschäftsgebäude des VR Bankvereins (links) werden Franz 52 und unterhalb die Wohnstätte gebaut.

Bebra. In Bebra haben die Bauarbeiten für eine neue Wohnstätte für behinderte Menschen begonnen. Sie entsteht auf einem großen freigeräumten Grundstück in zentraler Lage zwischen Nürnberger und Friedrichstraße.

Bauherr ist der VR-Bankverein, der die Wohnstätte mit 24 Plätzen zur Nutzung für die Sozialen Förderstätten bauen lässt. Außerdem entsteht auf demselben Grundstück anstelle von zwei abgerissenen Häusern ein Wohn- und Geschäftshaus im Stil des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) gleich daneben. An der Apothekenstraße zwischen dem Einkaufszentrum „das be!“ und dem Bahnhof sollen ebenfalls zwei Häuser für ein neues Haus mit Mietwohnungen weichen. Das erklärten Michael Kubicek und Marco Groß vom VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg. Insgesamt investiere die Genossenschaftsbank zehn Millionen Euro.

Im Gegensatz zum Gebäude „Fritz 50“ mit dem MVZ und Eigentumswohnungen will der VR-Bankverein neben Geschäftsräumen Mietwohnungen bauen. Analog zu „Fritz 50“ soll das neue Gebäude „Franz 52“ heißen und vier Etagen haben. Über den Geschäfts- und Büroräumen, in denen sich die Genossenschaftsbank Arztpraxen, eine Anwaltskanzlei oder einen Steuerberater vorstellen kann, werden insgesamt zehn Wohnungen gebaut, erklärte Kubicek. Es gebe in Bebra zurzeit keinen Wohnraum zu mieten. So entstehe mit dem neuen Gebäude eine wunderbare Ergänzung zum „Fritz 50“.

Marco Koch betonte, man wolle mit den Neubauten auch die Stadtentwicklung Bebra unterstützen und zwei besondere Immobilien schaffen. Die Wohnstätte mitten in der Stadt eigne sich ideal, um die behinderten Menschen in die Mitte der Gesellschaft zu holen, so wie es die Inklusion vorsehe. Die Wohnstätte wird über einen Fußweg direkt ans Zentrum angebunden. 

Hintergrund: Bauzeit zwölf bis 15 Monate

Nachdem auf dem Grundstück an der Nürnberger Straße in Bebra – direkt gegenüber dem Einkaufszentrum „das be!“ – keine Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden sind, haben die Bauarbeiten für die neue Wohnstätte für behinderte Menschen und für ein Wohn- und Geschäftshaus begonnen. Gebaut werden die beiden Komplexe im selben Zeitraum. Die Grundsteinlegung für die Wohnstätte soll in der zweiten Januarhälfte erfolgen. Der VR-Bankverein rechnet mit einer Bauzeit von mindestens einem Jahr bis 15 Monaten. Planer sind das Architekturbüro Kirschner (Heringen) und bei dem Wohn- und Geschäftsgebäude das Büro Stiebing (Kirchheim).

Der Eingang zur neuen Wohnstätte für beeinträchtigte Menschen wird an der Friedrichstraße in Bebra liegen. Auch Parkplätze und Platz für einen Bus sind vor dem Haus vorgesehen. In barrierefreien Einzelappartments sollen ab dem Jahr 2019 24 Menschen mit Beeinträchtigungen wohnen. Ferner wird es Gemeinschaftsküchen und Aufenthaltsräume geben, ebenso ein Pflegebad, breite Türen und vieles mehr. Betreiber des Hauses werden die Sozialen Förderstätten.

Wohn- und Geschäftshaus 

Das neue Wohn- und Geschäftshaus an der Nürnberger Straße 52 in Bebra soll im Erdgeschoss eine helle Ladenpassage beherbergen. In der Etage darüber sind Praxen oder Büroräume vorgesehen. Außerdem werden acht Mietwohnungen mit je 80 Quadratmetern Größe erstellt, die über Wohn- und Schlafzimmer,e ein weiteres Zimmer für Kinder oder Gäste sowie Balkon verfügen. Auch ein Fahrstuhl wird gebaut, außerdem zwei große Penthouse-Wohnungen mit Blick über die Stadt. Überdachte Stellplätze und weiterer Parkraum gehören ebenfalls zu dem Projekt. Marco Groß und Michael Kubicek vom VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg erklärten, man wolle sowohl Familien als auch Senioren ansprechen. Die Mietpreise werden sich im ortsüblichen Rahmen bewegen, erklärten die beiden. Dieser liegt etwa bei 6,50 bis 7 Euro pro Quadratmeter. Um die Vermietung und Betreuung des Hauses wird sich die VR-Immobilien & Service GmbH kümmern.

Neues Geschäftsfeld

Die Pläne dienten der Stadtentwicklung und passten zum VR-Bankverein als einer genossenschaftlichen Bank, erklärten Kubicek und Groß. Mit dem Bau von Mietwohnungen und Gewerberäumen eröffne sich der VR-Bankverein in Zeiten der Niedrigzinsphase ein neues Geschäftsfeld. Auch in anderen Gemeinden wie Gerstungen zum Beispiel schaffe man in zentraler Lage Wohn- und Geschäftsräume (Spitze 50), in Rotenburg baut der VR-Bankverein den neuen Rewe-Markt.

Franz war Nachbar von Fritz

Fritz 50 heißt das Gebäude, in dem heute das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) des Klinikums in Bebra angesiedelt ist. Es befindet sich an der Nürnberger Straße 50 – direkt gegenüber dem Einkaufszentrum. Die Bebraer Firma ISI Home hat das Gebäude benannt nach Fritz Schuhmann, dessen Kaufhaus sich seit 1936 hier befand und das nach längerem Leerstand dem Neubau gewichen ist. Daneben wird nun vom VR-Bankverein das Haus Franz 52 gebaut. Der Name erinnert an Franz Butschek, der hier von 1956 an bis zu seinem Tode 1976 einen Textilladen führte, den seine Frau Anna Butschek noch bis zu ihrem Tod 1978 betrieben hat. Bis zur Schließung Ende August 2002 führte sodann Klaus Großkopf das Geschäft der Firma Franz Butschek.

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