Wahlanalyse: CDU und SPD in Bebra mussten nur drei Sitze an Neue abgeben

Bebra. In der Eisenbahnerstadt ändert sich im Stadtparlament nach der Kommunalwahl weniger, als sich zumindest der Bürgermeister und die FWG erhofft haben.

Die beiden großen Parteien CDU und SPD, von Uwe Hassl als „Altparteien“ bezeichnet, mussten nur drei Sitze an die Neueinsteiger FDP und Bürger-Forum sowie die FWG als Unterstützerpartei von Hassl abgeben.

Große Überraschung ist das Ergebnis des ehemaligen Bürgermeisters Horst Groß. Er stand auf der Liste der CDU ganz hinten und wurde auf den zweiten Platz direkt hinter Friedhelm Claus gewählt. Damit habe er nicht gerechnet, sagt Horst Groß, und sieht das Votum als Zeichen, dass „doch vieles richtig war, was wir gemacht haben“. Jetzt will er mit seiner Frau sprechen und den Wählerauftrag wohl annehmen.

„Freie Wähler Gemeinsam mit dem Bürgermeister“ - dieser Slogan hat der FWG keinen nennenswerten Stimmenzuwachs gebracht: Ein Sitz mehr - Klaus Reifschneider macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Das Echo auf die intensive Arbeit sei nicht angemessen, der Wählerwille jedoch zu respektieren.

Bescheiden ist das Ergebnis der neuen Gruppierung Bürger-Forum Bebra (BFB): Ein Sitz geht an Heiko Idziaszczyk (Asmushausen). Er ist der Gewählte und nicht Horst Lucht, der eigentlich stets für das Bürger-Forum gesprochen hat. Idziaszczyk will erst mal sehen, was auf ihn zukommt. Allerdings hat der Bautechniker schon zehn Jahre Erfahrung im Ortsbeirat.

Sechs über 3000 Stimmen

FDP-Vertreter Bodo Breitbart ist auf sein Ergebnis stolz. „Mehr ist nicht drin gewesen“, sagt er, und ist damit durchaus zufrieden. Er sei ohnehin ein Einzelkämpfer, sagt er.

Die meisten Einzelstimmen hat Friedhelm Claus auf sich vereinigen können, genau 4014. Es folgen Bernd Holzhauer (SPD/3670), Christina Kindler (SPD/3648), Horst Groß (CDU/3481), Gerhard Schneider-Rose (SPD/3252) und Volkmar Hanf (GfB/3113). Sie sind die sechs mit jeweils über 3000 Stimmen.

Nur 22 Kreuze hätten zum Erhalt des 16. Sitzes gefehlt, sagt Friedhelm Claus (CDU), aber man könne zufrieden sein. „Wir jubeln nicht, aber wir sehen doch eine Bestätigung unserer Arbeit“, sagt Claus - auch angesichts des Ergebnisses der Christdemokraten in Hessen. Horst Groß auf der Liste sei eigentlich nur ein Zeichen gewesen: „Horst ist bei uns“. Aber der ein oder andere wünsche sich Groß wohl doch zurück. Der Aufruf von Uwe Hassl, die „Bürgermeisterpartei“ FWG zu wählen, sei dagegen nach hinten losgegangen.

Mehr erhofft hatte sich die SPD, dafür ist die Stadtverbandsvorsitzende Christina Kindler hochzufrieden mit dem Ergebnis auf Kreisebene. Man verfüge aber über ein tolles Team in Bebra und wolle weiter Sachpolitik für die Stadt machen. Die SPD habe versäumt, deutlich zu machen, was sie für Bebra erreicht habe, zum Beispiel den Erhalt des Lokschuppens und die 3,5 Millionen Förderung für den historischen Bahnhof. Das Votum der Wähler habe zudem gezeigt, dass Bebra keine Bürgermeisterpartei brauche. Schwer enttäuscht zeigte sich Kindler von der geringen Wahlbeteiligung von knapp über 50 Prozent.

Bei der dritten großen Kraft Gemeinsam für Bebra (GfB) gibt es praktisch keine Veränderungen. Sechs Mann mit Volkmar Hanf an der Spitze waren es, sechs Mann bleiben es, darunter zwei neue. Er sei zufrieden, sagt Volkmar Hanf. Er nennt die bisher gute Zusammenarbeit der Fraktionen zum Wohle der Stadt und appelliert, die Arbeitsatmosphäre unter allen handelnden Personen zu verbessern und sich nicht zu viel mit sich selbst zu beschäftigen.

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