Wahlprüfsteine Bebra: Es geht endlich voran in der Stadt

Das Inselgebäude (Foto), der Lokschuppen und das Kesselhaus: Die Parteien und Gruppierungen in Bebra haben ganz unterschiedliche Ideen der Entwicklung des historischen Bahnhofs.

Bebra. Vor der Kommunalwahl am 6. März stellen wir für jede Gemeinde Wahlprüfsteine auf und erklären, wie Parteien die wichtigsten Themen vor Ort anpacken wollen.

Nach langen Jahren der Planung und des Abrisses in Bebra ist in den vergangenen zwei, drei Jahren viel Neues entstanden, es wurde erheblich investiert - trotz Spardrucks. Dieses Jahr rechnet Bürgermeister Uwe Hassl sogar mit einem ausgeglichenen Haushalt. Wie geht es weiter in der Biberstadt - das fragten wir die Spitzenkandidaten der sechs zur Wahl stehenden Parteien und Gruppierungen.

Marode Straßen und langsames Internet in den Industriegebieten - was wollen die Parteien tun?

Das Inselgebäude (Foto), der Lokschuppen und das Kesselhaus: Die Parteien und Gruppierungen in Bebra haben ganz unterschiedliche Ideen der Entwicklung des historischen Bahnhofs.

Das sind die eigentlichen Zukunftsaufgaben, sagt die CDU. Ein eigenes Investitionsprogramm für Bebra fordert diesbezüglich erneut „Gemeinsam“. Das schnelle Internet wollen alle möglichst schnell. CDU und SPD bauen auf die öffentlich-rechtliche Lösung mit der Breitband Nordhessen GmbH, das Bürger Forum favorisiert die Telekom. Die SPD wartet noch auf Vorlage der vom Parlament gewünschten Liste, um dann Prioritäten setzen zu können. Ganz vorn sieht man die Robert-Bunsen-Straße. Die FDP bemängelt, die Prioritätenliste würde nicht abgearbeitet.

Problem ist die Finanzierung der Straßenerneuerung. Das Bürger Forum schlägt Parkgebühren für Lkw vor und zunächst optische Reparaturen. Zum Ansparen rät die FWG, die darüber hinaus auf Fördergeld setzt.

Freizeitgelände Breitenbacher Seen - tut sich da noch etwas?

Nur, wenn es nichts Wichtigeres gibt und Mittel frei sind, sagt die FWG. Ein großes Ja kommt von „Gemeinsam“, die das Erholungsgebiet wie lange geplant weiter verwirklichen möchte - zunächst möchte man das Wegenetz um den See verbessern. Auch das Bürger Forum will den Ausbau, zunächst vor allem Toiletten und Parkplätze. Die FDP weist auf fehlende Ausgleichsflächen hin und befürwortet die weitere Entwicklung. Das Freizeitgelände werde kommen - sicher mit Änderungen, erklärt die SPD. Aber zunächst müssten die Projekte der Innenstadtsanierung II und der Bahnhof fertig werden. Die CDU verweist auf das bestehende Konzept, aber die finanzielle Leistungsfähigkeit lasse nicht alles Wünschenswerte zu. Und man habe ja auch noch das Freibad.

Die Innenstadtentwicklung ist erfolgreich und weit fortgeschritten. Müsste man nun nicht die Ortsteile stärker in den Blick nehmen?

Die attraktive Innenstadt sei für alle Bürger in allen Ortsteilen wichtig. Darauf weist die SPD hin. Sie fordert für die Ortsteile ein Leerstandskataster und ein Förderprogramm, auch das Freiräumen von Grundstücken in den Dorfkernen gehörten dazu. Gemeinsam sieht die Stadt ebenfalls als Einheit. Geld fließe auch in die Ortsteile, so wie zuletzt vermehrt nach Asmushausen. Wie die SPD setzt auch die FWG auf Zubra und zudem auch wiederkehrende Straßenbeiträge als Schlüssel für Probleme bei der Sanierung in den Ortsteilen. Man habe in den Dörfern schon viel geleistet, betont die CDU - und man werde weiter in die Infrastruktur investieren. Den Ortsteilen sollte mehr Gehör geschenkt werden, sagt hingegen das Bürger Forum. Neue Möglichkeiten entstünden mit dem Ikek-Programm. Das meint auch die SPD.

Entwicklung des historischen Bahnhofs: Haben Sie konkrete Ideen, eine Vision?

Der Lokschuppen solle eine multikulturelle Veranstaltungsarena der Stadt werden, das Inselgebäude eine Begegnungsstätte der Kulturen und attraktives Eisenbahnmuseum - so die Idee des Bürger Forums. Die FWG meint, der Weg sei mit 35 Mio. Euro Fördergeld schon festgelegt, der Verein „Industriedenkmal“ habe Großes geleistet. An etwas ganz anderes denkt die FDP mit einem Ausbildungsbahnhof für Lokführer und Service-Personal. Die 1250-Jahr-Feier in drei Jahren nimmt „Gemeinsam“ in den Blick: mit einem Rockkonzert im Lokschuppen, selbst gebrautem Bier im Kesselhaus und einem attraktiven Sternensaal. Ein Dienstleistungs- und Gründerzentrum kann sich die SPD im Inselgebäude vorstellen. Die hässlichen Wunden an der Fassade könnten durch Aufputzen einer Riesenschlange geschlossen werden - bunt nach dem Vorbild von Hundertwasser. Märkte, Messen und Konzerte sieht man im Lokschuppen. Die CDU will ihre Ideen nicht im Vorfeld zerreden, sondern mit Augenmaß und Blick auf die Finanzen planen. Andere Projekte seien zunächst dringender.

Vereinsförderung: kürzen oder umstrukturieren oder weiter so?

Ein klares „weiter so“ kommt von der CDU. Im Jugendbereich werde so viel geleistet, auch Integrationsarbeit. Der Gesamtbetrag sollte beibehalten werden, heißt es von „Gemeinsam“, der SPD und der FWG. Letztere schlägt Sparanreize durch Sockelförderung vor. „Gemeinsam“ kann sich auch die Privatisierung von Sportplätzen vorstellen - mit Ausnahme der Biberkampfbahn. Die SPD möchte die Förderung umstrukturieren, nachdem die Bedarfe sondiert worden sind. Der Vorschlag: Förderung in Geld oder durch Leistungen des Bauhofs. Das Bürger Forum ist für eine Neustrukturierung der Vereinsförderung in Zusammenarbeit mit den Vereinen. Auch die Aufgabe von Sportstätten sei denkbar. Die FDP bemängelt, in Bebra sei die Förderung der Sportvereine geringer als im Kreis-Durchschnitt.

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