Sand für Baustelle an Tunnel Hirschhagen

Wanderdünen bei Bebra: Firma Beisheim holt Kiessand aus dem Boden

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Sand wie in der Sahara: Zurzeit liegen hier rund 30 000 Tonnen. Er dient auch als Wintervorrat, denn bei strengem Frost muss der Kiesabbau ruhen, Nachschub wird aber ständig für den Tunnel Hirschhagen benötigt. Das Foto wurde vom Brecher aus aufgenommen.

Bebra. An der Fulda in Bebra erheben sich Wanderdünen der besonderen Art. Sie bestehen aus feinem Fuldasand.

Täglich transportieren 20 Lastzüge den Sand zur im Bau befindlichen Autobahn 44 zwischen Kassel und Eisenach, wo zurzeit der Tunnel Hirschhagen gebaut wird.

Der feine Sand wird für den Spritzbeton in der Tunnelröhre gebraucht. An 20 Tagen im Monat schaffen die Lastzüge täglich 500 Tonnen von der Fulda weg nach Hirschhagen und zu anderen Abnehmern. Wo in Höhe des Mischelshofes noch bis Februar 2013 grüne Wiese war, wird heute von der Firma Beisheim aus Bebra Fuldakies abgebaut.

Als erstes wurde der Boden über dem in zwei bis zweieinhalb Metern Tiefe liegenden Kies abgetragen, erklärt Bauingenieur Frank Theune. Mit dem groben Material wurde dann eine stabile Arbeitsebene geschaffen, auf dem die Radlader und Lastwagen fahren können.

Der Kies wird mit einem Eimerkettenbagger aus dem Wasser geholt und automatisch auf zwei Berge sortiert: Kies bis 32 Millimeter und größere Teile. Mit zwei Radladern werden die Sorten zur Siebanlage gebracht, wo sie gewaschen und in weitere verschiedene Größen gesiebt werden: vom Sand bis zum groben Kies. Rund um die Siebanlage türmen sich die Berge mit den verschiedenen Sorten.

Der Eimerkettenbagger fördert den Rohkies. Er wird von Viktor Gaier aus Lispenhausen geführt.

Zur Gewinnung des besonders gefragten Sandes wird auch ein Brecher eingesetzt, mit dem größeres Material zu Sand gebrochen wird.  Die Geräusche, die man auch in der Dunkelheit noch weithin hört, verursachen übrigens weder der Eimerkettenbagger noch der Brecher, sondern die Radlader, die zwischen Förderbagger und Sieb pendeln. Auf dem Rückweg zum Förderbagger schieben sie den eingedrückten feuchten Boden vor sich immer wieder mit gesenkter Schaufel glatt.

Die Fläche, die ausgekiest werden soll, ist schon zur Hälfte ausgebeutet, teilweise schon wieder verfüllt oder präsentiert sich derzeit noch als Wasserfläche, erklärt Theune. Bis 2020 wird der Kiesabbau noch dauern.

Der Kiessand bei Bebra ist in der Weichsel-Kaltzeit entstanden, vor etwa 13.000 Jahren, als ein Flussnetz die Gegend überzog. Später floss weniger Wasser, die Flüsse zogen sich auf ein Flussbett zurück, und schnitten sich in die Ablagerungen ein.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann 

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