Comedy-Duo schlüpft in zahlreiche Rollen

Mundstuhl im Bebraer Lokschuppen : Wenn Südhessen herrlich sächseln

Als könnten sie keiner Fliege etwas zuleide tun: Ande Werner (links) als Torben und Lars Niedereichholz als Malte, die als Musikduo und Friedensaktivisten „No Pressure“ gegen Tiertransporte und gegen die Verwendung von Schleppnetzen sind: „Wegen ihrer Panade können die Fischstäbchen-Fische die Netze nicht sehen.“
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Als könnten sie keiner Fliege etwas zuleide tun: Ande Werner (links) als Torben und Lars Niedereichholz als Malte, die als Musikduo und Friedensaktivisten „No Pressure“ gegen Tiertransporte und gegen die Verwendung von Schleppnetzen sind: „Wegen ihrer Panade können die Fischstäbchen-Fische die Netze nicht sehen.“

Das Comedy-Duo Mundstuhl schlüpfte bei seinem Auftritt im Bebraer Lokschuppen in zahlreiche Rollen.

Bebra – Man mag sie, oder man mag sie nicht: An Mundstuhl scheiden sich die Geister. Und obwohl die Spaßmacher in Weiterode und Bebra keine Unbekannten sind, ist der Lokschuppen am Donnerstagabend gut besucht. Rund 100 Fans genießen an kleinen, runden, coronagerecht gestellten Tischen, was das Duo Lars Niedereichholz und Ande Werner unter der Überschrift „Flamongos“ serviert.

Nicht ganz überraschend erscheinen die beiden Südhessen in einem am Aussehen von Flamingos angelehnten Outfit. Mit „Gude“ begrüßen sie singend das Bebraer Publikum, und natürlich machen sie sich auch gleich lustig über sich selbst. Ande kokettiert mit seiner Leibesfülle: „Wer keinen hat, kann auch keinen hängen lassen!“

Und irgendwie geraten sie in Streit über die im Vorspann von Roger Whittaker besungenen Brüder Charles und Gordon. Ein immer schneller gesprochener Unsinn jagt den anderen, von Loch Ness geht es nach „Schwarz-Afrika“, die „Negerkuss- und Zigeunerschnitzel-Problematik“ wird abgehandelt, Donald Duck und Disneyland werden hervorgekramt, und wie nicht anders zu erwarten, bekommen auch die Flamingos von den Flamongos ihr Fett weg: „Die stehen den ganzen Tag auf einem Bein rum und fressen uns die Shrimps weg. “

Ja, und früher soll alles besser gewesen sein, als es noch Kinder mit zugeklebten Augen gab, die DDR und die Mauer. Das leitet über zu einem Auftritt der herrlich sächselnden und sämtliche Sozialleistungen beziehenden Damen Sandy und Peggy aus Zeulenroda, in deren Rollen die beiden Comedians schlüpfen und von denen sich die eine von der anderen einen Vibrator wünscht. Dazu passend walzen die Plattenbaubewohnerinnen das F-Wort breit.

Weiteren, immer wieder deutlich bauchnabelabwärts zielenden Gesprächsstoff bieten Peggys 12-jähriger Sohn Justin und dessen 38-jährige Freundin Chantalle Luna Moon sowie Peggys Ehemann Christian: „Wir haben 300 I-Pads zu Hause, deswegen war Christian auch im Knast.“ Im Kontrast dazu steht anschließend der Auftritt der tierlieben Musiker „No Pressure“.

Dragan und Alder arbeiten sich auf unterstem Privatfernsehniveau an Randgruppen und Politessen ab, Grill-Schorsch macht Vorschläge für das Weihnachtsmenü und Andi lässt brüllend Revue passieren, was ihm vor und während seiner Hochzeit passiert ist („Mit ihren sehr kleinen Brüsten auf sehr massigem Körper sah meine Alte aus wie eine vollgekackte Tennissocke, und ich kam mir vor wie ein indischer Elefantenführer“).

Ja, und zum guten Schluss treten Lars und Ande „einfach mal so“ auf, um unter anderem von einem Junggesellenabschied auf Mallorca zu berichten.

Nach Schlussapplaus und Zugabe-Rufen gibt es noch eine Ode an die Fans. Zu denen zählen Tanja und Torsten aus Treysa. Den beiden hat der Abend im Lokschuppen „supertoll“ gefallen: „Dass bei Mundstuhl das eine und andere unter die Gürtellinie geht, weiß man doch vorher. Deshalb geht man doch gerade hin.“ (Wilfried Apel)

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