Werkstatt "Lichtblick II" eröffnet: Ein Beispiel für gelungene Inklusion

Beim Rundgang durch die neuen Werkstatträume: Stehend (von links): Petra Wilke vom Verein „Die Brücke“, Karin Dennewill von der Agentur für Arbeit, Geschäftsführer Alfred Schüler, Dekanin Gisela Strohriegl, Diakoniepfarrerin Jutta Preiß-Völker, Werkstattratsvorsitzende Erika Köhler-Krause, Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel, Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, der ehemalige Werkstattleiter Winfried Rühl, Helene Brück, Sebastian Brück - sitzend (von links): Renate Krapf, Gruppenleiterin Ellen Endner, Andreas Bohn und Hans Lingelbach. Fotos: Apel

Bebra. Erika Köhler-Krause brachte es auf den Punkt: „Wir freuen uns über das neue Haus und die neue Werkstatt. Bitte geben Sie uns auch Arbeit. Wir tun gern, was wir können."

Spontan, erfrischend und eindrucksvoll dokumentierte die Vorsitzende des Bebraer Werkstattbeirats bei der Feierstunde zur Einweihung der Einrichtung „Lichtblick II“, wie viel sich in den 40 Jahren seit Gründung des Vereins Soziale Förderstätten, der der maßgebliche Träger der Behindertenhilfe im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist, getan hat. Und wie sehr sich das Bild vom betreuten Behinderten zum Menschen mit Beeinträchtigungen mit Anspruch auf Teilhabe gewandelt hat, wie gut Inklusion gelingen kann, wenn alle sich darauf einlassen und die, die Hilfe brauchen, in der Mitte der Gesellschaft annehmen.

Das ist im Gebäudekomplex des ehemaligen Elektrofachmarkts Brück in der Thomas-Mann-Straße in Bebra der Fall, der in knapp zwei Jahren zu einer Appartment-Wohnanlage und zu einer Werkstatt für 60 Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen umgebaut wurde und der am Dienstagnachmittag in Anwesenheit von Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel offiziell eingeweiht wurde.

Vor zahlreichen Gästen betonte der CDU-Politiker, dass Inklusion im Kopf beginne: „Früher haben wir Menschen mit Beeinträchtigungen als Behinderte ausgegrenzt. Inzwischen haben wir erkannt, dass wir ihnen Respekt entgegenbringen und sie auf Augenhöhe begleiten müssen.“ Ausdrücklich lobte er die Arbeit des Trägervereins: „Die Landesregierung steht hinter den Konzepten der Sozialen Förderstätten, die die Menschen mitnehmen wollen - auch wenn wir Prioritäten setzen müssen.“

Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel.

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, der seit 2003 Vorsitzender des Trägervereins ist, sicherte die weitere Unterstützung des Landkreises zu. Wie Dippel stellte auch er heraus, dass Integration vor allem dann gelinge, wenn Menschen mit Beeinträchtigungen einer für sie geeigneten Beschäftigung nachgehen können: „Wer mitarbeiten kann, findet Erfüllung und ist stolz auf das, was er leistet.“

Da es nicht immer einfach sei, geeignete Arbeit zu finden, müsse man all denjenigen Firmen dankbar sein, die Aufträge an Werkstätten vergeben.

Annelore Hermes, die Regionalgeschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, übermittelte die Grüße des zuständigen Wohlfahrtsverbandes. Sie würdigte die Wohnanlage als Zeichen der Öffnung zur Stadt hin. Das sah auch Helene Brück, die 94-jährige Seniorin des Hauses Brück so, die es sich nicht hatte nehmen lassen, bei der Neu-Einweihung des 1957 errichteten Gebäudes und beim Rundgang durch die Räumlichkeiten zugegen zu sein.

Von Wilfried Apel

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