Wuchern mit Witzpacks: Comedian Markus Maria Profitlich in Ellis Saal

Ein Mann wie ein Baum und nur phasenweise grimmig: Der Comedian Markus Maria Profitlich unterhielt sein Publikum in Ellis Saal in Weiterode auch mit viel Selbstironie. Foto: Apel

Weiterode. Wer in Würde altern will, sollte sich Comedian Markus Maria Profitlich zum Vorbild nehmen. Der Comedian erzählte in Ellis Saal vom Leben nach dem Fünfzigsten.

Zwei der Schönsten der Männerwelt, George Clooney und Brad Pitt, und ein verführerisches Frauenzimmer kündigen ihn an: Den unübersehbaren Markus Maria Profitlich, den „Mann, der es krachen lässt“, der mit Sixpacks geizt und mit Witzpacks wuchert. Dann ist er da, stolz darauf, in Ellis ausverkauftem Saal, in Weiterode, dem „G-Punkt der Erde“, auftreten zu dürfen.

Das Publikum ist von Anfang an begeistert. Besonders das weibliche, dem er sein verschwitztes Trikot in Aussicht stellt: „Das reicht für Vier!“ Und offensichtlich auch der 13 Jahre junge Sören - auch wenn der 54 Jahre alte Rheinländer fragt, ob das Thema des Abends für den jungen Mann das richtige ist: „Gibt es ein Leben nach dem Fünfzigsten?“ Natürlich fühlt sich Profitlich selbst noch längst nicht so alt: „Man sieht’s mir auch nicht an!“

Schnell macht er sich über die Jugend von heute lustig. Über die Jungs, die ihre Shanayas „total gern auf ’ne Latte bei Starbucks einladen“, und die Mädels, die immer nur simsen und Milliarden von unnützen Informationen verschicken: „Der ewige Drang der Frauen zum Austausch hat seinen digitalen Höhepunkt erreicht!“

Aber was hilft gegen das Älterwerden? Arbeit, Sport, Botox? „Wat für ne Quatsch!“ Siehe Keith Richards von den Rolling Stones: „Ein Mann wie ein Baum, und bei dem sind die Jahresringe nach außen gestülpt!“ Als abschreckendes Beispiel muss Costa Cordalis herhalten: „Manche Männer können mit Falten einfach nicht umgehen!“

Der dreimal mit dem Deutschen Comedypreis Ausgezeichnete spielt mit dem Publikum Lieblingsszenen aus dem Film „Tarzan“ nach, und er erinnert sich an den ersten Urlaub mit der achtköpfigen Profitlich-Familie: „Auf der Fahrt ins Sauerland lag ich im Kadett auf der Hutablage - ich war der unfreiwillige Erfinder des Wackeldackels!“ Heutzutage fährt er schon mal nach Mecklenburg-Vorpommern, wo er bei der unfreiwilligen Pinkelpause erst die Wölfe heulten hört und nach dem überhasteten Schließen des Reißverschlusses sich selbst.

Natürlich widmet sich der alles gebende Rheinländer auch dem Thema Nr. 1. Und dem Altersthema Nr. 1, dem Prostata-Check beim Urologen. Dummerweise gerät er an Dr. Ludmilla Knorpelknack, die dem auf der Liege Bibbernden rät: „Denk an was Schönes. Die Untersuchung ist wie eine Geburt, nur andersrum!“ Hinterher fragt er sich, ob sie auch vorher schon eine Armbanduhr angehabt hat.

Nach der wohlverdienten Pause geht es um Hobbys für Männer ab 50. Um Rennradfahren zum Beispiel, in zwei Nummern zu kleinen, schwarzen Radlerhosen. Absolute Knaller sind Profitlichs Auslassungen übers Piercen und sein politisches Ballett, bei dem er sich in heißen Höschen über Diskriminierung lustig macht: „Putin hat etwas gegen Schwule und Lesben. Conchita ist das Wurst!“ Riesenapplaus und Autogramme folgen.

Von Wilfried Apel

Comedian Markus Maria Profitlich in Ellis Saal

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