Bezahlbarer Wohnraum geplant

Zwei Investoren konkurrieren um ehemaliges Bode-Gelände in Bebra

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Das Bode-Gelände zwischen Nürnberger Straße und Bahnhofstraße kommt seit 2006 in den Plänen der Stadt zur Stadtsanierung vor, gehört ihr aber erst seit 2017 komplett. Derzeit stehen dort (hier mit Blick von der Bahnhofstraße auf den Röse-Kreisel) noch eine Lagerhalle und eine Bürobarracke (rechter Bildrand).

Eines haben die beiden Konzepte für das ehemalige Bode-Gelände am Röse-Kreisel in Bebra gemeinsam, die am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgestellt wurden.

Es soll bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden an der Nürnberger Straße, etwa 400 Meter entfernt von der sogenannten Neuen Mitte rund um das Einkaufszentrum be!.

Wie der allerdings aussehen könnte, da haben die Investoren – Passerella Moden und der Bebraer Projektentwickler Isi Home auf der einen und das Unternehmen Saglam Bau aus Schaafheim bei Darmstadt auf der anderen Seite – unterschiedliche Vorstellungen. Das etwa 6700 Quadratmeter große Gelände, früher im Besitz des Öl- und Transportunternehmens Bode, gehört der Stadt seit zwei Jahren. Bürgermeister Uwe Hassl nennt es das letzte innerstädtische Filetstückchen. Im Ausschuss warben die Investoren daher für ihre konkurrierenden Konzepte.

Die Kombination

Isi Home und Passerella würden sich das Gelände zwischen Nürnberger Straße und Bahnhofstraße gern aufteilen, vertreten werden beide vom Bad Hersfelder Planungsbüro Dietz. Während der Projektentwickler auf rund 2000 Quadratmetern Wohnungen bauen will, schwebt dem Modeunternehmen auf insgesamt etwa 3000 Quadratmetern ein Outletcenter mit Lager- und Büroräumen vor. An der Ausfahrt zur Bahnhofstraße wäre auch Platz für Gastronomie, beispielsweise ein Café.

Saglam Bau präsentierte eine Wohnanlage. Passerella und Isi Home würden das Bode-Gelände aufteilen, um Gewerbe und Wohnen zu kombinieren. 

Vorstellbar sei ein viergeschössiges Gebäude mit 16 bis 20 Wohnungen mit Balkon und einer Größe von jeweils 80 bis 110 Quadratmetern, sagte Sina Schmerfeld von Isi Home. Dabei handele es sich nicht um Sozialwohnraum, dennoch wolle man möglichst unter einem Quadratmeterpreis von zehn Euro bleiben. Das Erdgeschoss ist als Parkfläche vorgesehen, bis zu 30 Stellplätze für Autos könnte es dort geben.

Ziel der Firma Passerella sei es, Bebra weiter als attraktives Einkaufsziel auszubauen, sagte Geschäftsführer Dr. Hans-Peter Dehnhardt. Das Modeunternehmen hat derzeit noch ein Lager am Wiesenweg, will aber näher an seine Geschäfte in der Innenstadt heranrücken.

Die Wohnanlage

Einen anderen Ansatz hat Saglam Bau: Das Konzept des Familienunternehmens mit verwandtschaftlichen Beziehungen in die Bebraer Geschäftswelt stammt vom Planungsbüro Schwab aus dem Großraum Aschaffenburg und sieht eine barrierefreien Wohnanlage für jede Altersschicht vor. In vier Gebäudeteilen mit jeweils vier Geschossen könnten insgesamt 56 Wohnungen zum Mieten oder zum Kauf entstehen. 

Entwurf des Isi-Home-Gebäude mit Blick vom Anger.

Auch eine gewerbliche Nutzung in den Erdgeschossen oder einem der Häuserblöcke, etwa für ein Ärztezentrum, sei vorstellbar. Zudem sind eine Tiefgarage mit 108 Stellplätzen, Aufzüge in die einzelnen Stockwerke sowie 16 Außenstellplätze vorgesehen. Der Quadratmeterpreis bleibe unter zehn Euro, versicherte das Unternehmen.

Das Feedback

Wuchtig – so die Rückmeldung einiger Ausschussmitglieder zum Entwurf von Saglam Bau. Geschäftsführer Sedat Günes signalisierte Entgegenkommen, machte aber deutlich: „Fällt ein Geschoss weg, müssen wir neu kalkulieren.“ Beide Projekte liegen bei einer Bauzeit von etwa zwei Jahren. Es werde eine gewisse Zeit des „Schwangergehens“ und viele Details zu klären geben, so der Bürgermeister. Über den Verkauf des Bode-Geländes entscheidet das Parlament – geht es nach Hassl bis zum Sommer.

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