Millionen-Investition

Bebra plant für Feuerwehr-Gerätehäuser in Kernstadt und Blankenheim

Bebras neuer Bauamtsmitarbeiter Hilmar König bringt Erfahrung mit. Etwa auf Höhe des Weiteröders auf unserem Foto müsste die Straße Bei der Laupfütze beim Umbau zur Sackgasse werden.
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Bebras neuer Bauamtsmitarbeiter Hilmar König bringt Erfahrung mit. Etwa auf Höhe des Weiteröders auf unserem Foto müsste die Straße Bei der Laupfütze beim Umbau zur Sackgasse werden.

Die Stadt Bebra plant Millioneninvestitionen in ihre Feuerwehrgerätehäuser, unter anderem in der Kernstadt und in Blankenheim. Erste Kalkulationen lassen die Dimension des Vorhabens erahnen.

Bebra – Die Gebäude hatten teils seit mehreren Kontroll-Zyklen die an sie gestellten Anforderungen nicht voll erfüllt – wir berichteten. Bis zu zehn Millionen Euro könnten nach ersten Kalkulationen in die Neu- beziehungsweise Umbauten fließen.

Bebra bleibt damit unter der Höchstmarke, die Rotenburg aufgestellt hatte: In der Fuldastadt flossen 11,5 Millionen Euro in den Neubau am Breitinger Kirchweg, der vor einem Jahr fertig wurde.

Es sollte geklärt werden, ob ein Umbau möglich ist

Das Gerätehaus in der Kernstadt steht seit 1977 und beschäftigt Bebra schon länger. So reicht etwa der Abstand zwischen den geparkten Feuerwehrfahrzeugen nicht aus. Bevor ein Neubau geplant wird, wollte die Mehrheit der Stadtverordneten allerdings zunächst klären lassen, ob ein Umbau möglich ist.

Das hat die Verwaltung nun kalkuliert. Eine Erweiterung des Gerätehauses am Mehrzweckplatz würde rund 6,7 Millionen Euro kosten, berichtete Bürgermeister Stefan Knoche in den jüngsten Ausschusssitzungen. Der Nachteil: Gefördert würde nur, was auch erneuert wird. Zudem müsste die Straße Bei der Laupfütze zur Sackgasse werden. Für einen Neubau wären rund 8,5 Millionen Euro nötig – die Förderquote liegt bei 30 Prozent. Außerdem sei jeweils mit weiteren 600 000 Euro für die Inneneinrichtung zu rechnen.

Stefan Knoche

Bebra nimmt sich Rotenburg nicht als Vorbild

Viele hätten bei einem Neubau die Rotenburger Feuerwache im Kopf – diese Größenordnung sei in Bebra nicht nötig, so Knoche. Aber: „Um Nachwuchs zu werben, muss man sexy sein“, gab der Bürgermeister mit Blick auf künftige Einsatzkräfte zu bedenken. Die Feuerwehrkommission habe sich bereits für den Neubau ausgesprochen.

In Blankenheim müsste unter anderem der Brandschutz verbessert und Platz für ein bereits bestelltes neues Fahrzeug geschaffen werden. Ein Umbau ist dort allerdings keine Option, hat das Neuensteiner Architekturbüro Hess festgestellt. Erste Schätzungen gehen bei einem Neubau von Kosten in Höhe von etwa einer Million Euro aus.

Die Feuerwehrgerätehäuser in Bebra müssen modernisiert werden, besonders in Blankenheim, Lüdersdorf und der Kernstadt drängt es – auch weil teils neue Fahrzeuge bestellt sind, die nicht passend untergebracht werden können. Das Stadtparlament hatte die Verwaltung beauftragt, einen Umbau des Feuerwehrgerätehauses am Mehrzweckplatz mit einem Budget von bis zu 70 000 Euro prüfen zu lassen. Das hat die Stadt getan – und dabei sogar Geld gespart.

Bauamtsmitarbeiter Hilmar König prüfte den Umbau

Möglich gemacht hat es der Neue im Bebraer Bauamt: Hilmar König bringt unter anderem fast zehn Jahre Erfahrung als Bauleiter eines Bad Hersfelder Architekturbüros mit, zuletzt war er am Umzug der Leitstelle in der Kreisstadt beteiligt. Nun hat der 52-jährige Weiteröder aufwendig einen Umbau in der Kernstadt geprüft und festgestellt: Es geht, aber mit Hindernissen.

Zunächst müsste das bestehende Gerätehaus erweitert werden, um etwa Platz für Fahrzeuge und Sozialräume zu schaffen. Schwierig wird es auch bei den Auflagen für die Parkplätze der Feuerwehrleute, die bei Einsätzen zunächst mit dem Privatauto anrücken. Die freien Flächen am Mehrzweckplatz sind begrenzt, Stellplätze müssten auf dem jetzigen Rasen in Richtung Rathaus entstehen. Zudem müsste die Straße Bei der Laupfütze zur Sackgasse werden, damit die Einsatzkräfte dort parken können und beim Sammeln nicht durch den Verkehr oder bereits ausrückende Löschfahrzeuge gefährdet werden. Außerdem muss die Feuerwehr auch während eines Umbaus einsatzbereit bleiben. „Das ist eine logistische Herausforderung“, sagt Hilmar König.

Über Neu- oder Umbau wird frühstens im November entschieden

Wo ein Neubau als Alternative entstehen könnte, steht noch nicht fest. Im Gespräch ist ein städtisches Grundstück an der Kerschensteinerstraße. Frühestens im November entscheidet das Stadtparlament über die Frage Neubau oder Umbau. Bis es wirklich losgeht, werde es voraussichtlich 2024, schätzt Bürgermeister Stefan Knoche – auch, weil die Förderung sicher sein muss.

Fest steht bereits, dass es in Blankenheim einen Neubau geben wird. Das vernichtend klingende Urteil zum Bestand: „Dem Feuerwehrstützpunkt fehlt es erheblich an Räumlichkeiten, die für den Einsatz und die darüber hinaus geltenden Vorschriften essenziell sind.“ Mehr als die Hälfte der Punkte bei der Prüfung des Neuensteiner Architekturbüros Hess nach einem Ampelsystem stehen auf rot wie „schlecht“. So sei die Tordurchfahrt für das neue Fahrzeug zu klein, die Schwarz-Weiß-Trennung nicht vorhanden. Diese fehlende Schleuse für den Wechsel von Straßen- zu Einsatzkleidung ist ein gängiges Problem in den Gerätehäusern.

Stadt will sich Zusage für nötige Grundstückskäufe sichern

Eine Erweiterung auf dem Grundstück am Dorfgemeinschaftshaus ist nicht möglich. Um zeitnah mit der Planung beginnen zu können, will sich die Stadt am heutigen Donnerstag eine Zusage für die nötigen Grundstückskäufe sichern. Beginn der Sitzung im Lokschuppen ist um 19 Uhr. Ins Auge gefasst sei eine Baulücke im Ortskern unweit des Bestands, so Knoche.

Weiter ist die Stadt beim Feuerwehgerätehaus in Lüdersdorf: Dort laufen die Vorplanungen für einen Umbau. (Clemens Herwig)

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