Parlament einigt sich auf neue Ziele und mehr Betreuungs-Personal

Bebraer Kinder sollen es künftig besser haben

Stärkung des Betreuungsangebots: Davon sollen künftig alle Bebraer Kindergärten und -Tagesstätten profitieren. Unser Bild zeigt die Kinderkrippe Die kleinen Strolche. Foto: Gottbehüt

Bebra. Auf dem Weg zur Stärkung der Familienfreundlichkeit ihrer Kommune haben Bebras Stadtverordnete wichtige Weichenstellungen beschlossen. Einstimmig verabschiedete das Parlament am Donnerstagabend einen ganzen Katalog von Entwicklungszielen und Ausstattungsstandards für die künftige Kindertagesbetreuung in Bebra.

Im Zentrum des Leitbildes stehen neben der altersgerechten und individuellen Förderung der Kinder auch die Unterstützung für berufstätige Eltern durch zeitlich flexible Betreuungsangebote und Ganztagesplätze in ausreichender Zahl. Zudem sollen Kinder mit Migrationshintergrund gezielt gefördert und integriert werden.

Mehr Angebote von Außen

Vorlesepaten, Großeltern und Eltern sowie Vereine und Verbände sollen als ehrenamtliche Kräfte das Angebot in den Einrichtungen bereichern. Auch die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den freien Trägern von Kindertageseinrichtungen soll verbessert und intensiviert werden.

Um all dies erreichen zu können, müssen die Kindergärten und -Tagesstätten mit ausreichend vielen Mitarbeitern ausgestattet sein. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass in jeder Gruppe mindestens zwei Fachkraftstunden pro Stunde Öffnungszeit erforderlich sind. „Damit schaffen wir kein Schlaraffenland – die Aufstockung macht unsere anderen Ziele erst realisierbar“, erklärte Gerhard Schneider-Rose von der SPD-Fraktion, der diesen ersten Schritt zur Umsetzung des neuen Leitbildes als weiteren Antrag vorstellte. Auch dafür gab das Stadtparlament Zustimmung.

Die Personalausstattung soll demnach in allen städtischen Einrichtungen bis zum Beginn des Kindergartenjahres 2010/2011 angepasst werden. 5,3 Vollzeitstellen müssen dafür neu geschaffen werden – die Personalkosten werden jährlich um 216 700 Euro steigen. Den freien Trägern soll die Personalanpassung bis zum 1. Januar 2011 durch eine Erhöhung des städtischen Finanzierungsanteils ermöglicht werden. Die Mehrkosten hierfür werden auf etwa 200 000 Euro pro Jahr beziffert.

Um die Finanzierung seitens der Stadt sicherzustellen, braucht Bebra dafür allerdings Geld vom Land. Daher forderten die Stadtverordneten das Land Hessen dazu auf, den einhellig von den hessischen Kommunen geforderten und zuletzt von Staatsminister Jürgen Banzer auf dem Hessentag versprochenen Kostenausgleich zeitnah umzusetzen. Mit einem offenen Brief an Minister Banzer unterstrich das Parlament diese Forderung.

Standortvorteil schaffen

Ziel des neuen Leitbildes sei es, insbesondere im Bereich Familien und Kinder für Bebra Standortvorteile zu schaffen, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Bloß. „Die dadurch auf die Stadt zukommenden Ausgaben werden allerdings unser Handeln in anderen Bereichen weiter einschränken“, sagte Bloß. Mehrausgaben werde man sich nur durch Sparmaßnahmen leisten können. HINTERGRUND

Von Peter Gottbehüt

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