Gemeindevertreter fassen Beschlüsse mehrheitlich

Bedenken bei Neubaugebiet in Niederaula

 „Über der Stedtemühle“ heißt das neue Baugebiet in Niederaula. Auf unserem Archivfoto begutachten Bürgermeister Thomas Rohrbach (rechts) und Bauamtsleiter Heiko Reuber das Gelände.
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„Über der Stedtemühle“ heißt das neue Baugebiet in Niederaula. Auf unserem Archivfoto begutachten Bürgermeister Thomas Rohrbach (rechts) und Bauamtsleiter Heiko Reuber das Gelände.

Das Neubaugebiet „Über der Stedtemühle II“ in Niederaula hat erneut die Gemeindevertretung der Marktgemeinde beschäftigt, weil einige Fraktionen Fragen und Bedenken hatten.

Kerspenhausen – Das geplante Wohnbaugebiet „Über der Stedtemühle II“ in Niederaula ist eigentlich beschlossene Sache. Die Änderungen des Bebauungsplans und des Flächennutzungsplans für diesen Bereich waren bereits im Dezember des vergangenen Jahres einstimmig von der Gemeindevertretung beschlossen worden.

In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter am vergangenen Donnerstagabend im Bürgerhaus von Kerspenhausen ging es eigentlich nur noch darum, die nötigen Abwägungs- und Satzungsbeschlüsse auf den Weg zu bringen. Eigentlich. Doch die Vertreter von Bürgerliste, Grünen und CDU wollten sich noch intensiver mit den eingegangenen Bedenken Träger öffentlicher Belange und von drei Privatpersonen auseinandersetzen.

Nachdem die neue parlamentarische Mehrheit aus SPD und Wählergemeinschaft signalisiert hatte, diese Bedenken nicht weiter verfolgen und die Beschlüsse so durchwinken zu wollen, entwickelte sich eine abendfüllende Diskussion.

„Es gibt noch viele offene Fragen. Wir fordern daher, dass die Planungen zeitnah überarbeitet und nachgebessert werden“, sagte Gerhard Eckstein (BLN). Er führte den Zuschnitt und die Größen der Bauplätze, die Verkehrsführung im Neubaugebiet sowie die eigentliche Bebauung an. So wünschte er sich den Verzicht auf zwei geplante Mehrfamilienhäuser. Es sollten lediglich Ein- und Zweifamilienhäuser dort zugelassen werden. Folglich beantragte er die Überweisung der Thematik an den Bauausschuss – ohne Erfolg.

Dieses Gremium hatte sich bereits vor der Gemeindevertretersitzung mit der Thematik befasst und keine Beschlussempfehlung ausgesprochen. „Ein Unding“, wie Mirko Siewert von der CDU feststellte. Er beantragte folglich namentliche Abstimmung zu den vier notwendigen Beschlüssen. Davon ließ er sich auch nicht abbringen, als ihn die Vorsitzende Petra Wiesenberg (SPD) versuchte, aufzuklären: „Ich kann mich als Gemeindevertreterin an einer Empfehlung des Ausschusses orientieren, bin aber nicht daran gebunden.“

Auch der Einwand Ecksteins, dass das Kanalsystem mit den durch das neue Gebiet anfallenden Wassermassen überfordert sei, mochte die Vertreter von WGN und SPD nicht überzeugen. Bürgermeister Thomas Rohrbach schon gar nicht: „Das sind alles Einwände, die in letzter Sekunde kommen. Sie sollten das gesamte Projekt beachten und nicht nur einzelnen Bedenken derart Gewicht einräumen.“

Die Bedenken Ecksteins, dass mit dem Baugebiet bei Starkregen künftig die Häuser an der Ziegenahiner Straße wegen des zu gering dimensionierten Kanalnetzes absaufen würden, mochte Rohrbach nicht teilen: „Wir haben ein hydraulisches Gutachten vorliegen, das diese Sorgen nicht bestätigt“. In das Kanalsystem würden zudem nur die häuslichen Abwässer eingeleitet. Das anfallende Regen- und Oberflächenwasser fließe dagegen in die Aula. Die notwendigen Beschlüsse wurden mehrheitlich gefasst. Geplant sind in dem neuen Wohngebiet zwei Mehrfamilienhäuser mit 8 bis 10 Wohneinheiten sowie 24 Einfamilienhäuser.

Das Interesse vieler Bauwilliger sei in der Verwaltung bereits hinterlegt, so Bürgermeister Rohrbach. (Mario Reymond)

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