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Keine Lösung in Sicht bei der Alheimer Kita-Krise

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Von: Carolin Eberth

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Das Foto zeigt das Gebäude und einen Teil der Grundstücks der Kindertagesstätte im Alheimer Ortsteil Baumbach.
Anfang Januar hatten schwere Vorwürfe von mehreren Eltern gegenüber der Leiterin der Baumbacher Kindertagesstätte für ein Beben in der Gemeinde Alheim gesorgt. Nun diskutierte auch der Jugendausschuss über das Thema. © Carolin Eberth

Alle Beteiligten müssen miteinander sprechen - soweit herrscht Einigkeit in der Alheimer Kita-Krise. Ein Ergebnis brachte eine Diskussion im Familienausschuss der Gemeinde nicht.

Die Baumbacher Kita-Krise war jüngst Thema in einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familie und Soziales der Gemeinde Alheim. Zwar waren sich die Mitglieder des Ausschusses, die Eltern und Bürgermeister Jochen Schmidt (parteilos) einig, dass alle Beteiligten dringend miteinander sprechen müssen. Doch es kam am Ende des Abends zu keinem Ergebnis. Bei der Aufarbeitung gibt es also noch viel Klärungsbedarf.

Die Vorwürfe mehrerer Eltern, in der Einrichtung seien Sicherheit und Gesundheit der Kinder gefährdet, hatte Anfang Januar für ein Beben in der Gemeinde gesorgt – wir berichteten ausführlich. Die Eltern forderten auch, dass die Kitaleiterin nicht mehr in ihrer jetzigen Position arbeiten dürfe.

Vorsitzende Astrid Storch (FDP) wies gleich zu Beginn der jüngsten Ausschusssitzung darauf hin, dass das Gremium keine Entscheidungen bezüglich der Kita treffen könne. Sie bemängelte, dass sie und die anderen Ausschussmitglieder erst viel zu spät von den Problemen im Kindergarten erfahren hätten. Sie wünsche sich für die Zukunft, dass früher das Gespräch gesucht werde, und plädierte schließlich dafür, eine einvernehmliche Lösung zu finden, wie mit der jetzigen Situation umgegangen werden soll.

Finke (CDU): Eltern machen Aufstand doch nicht aus Spaß

Mit der Kindergartenfachaufsicht seien bereits 15 Punkte besprochen worden, die dazu beitragen sollen, die Situation zu verbessern, so Bürgermeister Schmidt. Unter anderem solle das Personal bei der Aufsichtspflicht und deren Umsetzung weitergebildet und ein Verhaltenskodex für die Mitarbeiter entwickelt werden. Zudem sollen Eltern durch Umfragen miteinbezogen werden und alle vier Wochen Gespräche zwischen Elternbeiräten, Kita-Leitung und Kita-Verwaltung stattfinden.

Markus Finke (CDU) sprach sich dafür aus, dass die schwerwiegenden Vorwürfe vor allem schnell aufgearbeitet werden müssen. „Was glauben Sie eigentlich, was die Eltern antreibt? Die machen den Aufstand doch nicht aus Spaß“, entgegnete Finke dem Bürgermeister, als dieser dafür warb, nicht alles schlecht zu reden.

Auch die Berichterstattung unserer Zeitung war Teil der Diskussion am Donnerstagabend. Heinz Schneider (SPD), der den Platz einer verhinderten Partei-Genossin einnahm, vertrat die Meinung, dass die Berichterstattung weder der Gemeinde noch Kindern und Eltern genützt, sondern nur zusätzliche Spannungen hervorgebracht habe. Dem entgegnete Gerhard Wagner (Grüne): „Das sehe ich anders. Hätte es die Artikel nicht gegeben, würden wir heute hier nicht sitzen und die Probleme wären nicht ans Tageslicht gekommen.“ Schneider, der in der Gemeindevertretung Fraktionsvorsitzender der SPD ist, betonte später bei weiterer Kritik an unserer Zeitung, dass er für sich und nicht die die gesamte SPD-Fraktion spreche.

Elterninitiative prüft rechtliche Schritte

Nach längerer Diskussion erhielten auch mehrere Mütter Rederecht. Jessica Scholz, die im Namen der Elterninitiative sprach, die sich mit ihren Vorwürfen an unsere Zeitung gewandt hatte, sagte: „Es sollte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, dass Kinder eingenässt waren und bewusst nicht umgezogen wurden, dass Kinder allein auf dem öffentlichen Spielplatz waren ohne Aufsicht – um nur wenige der Vorfälle zu nennen.“

Die Eltern der Initiative würden nicht aufgeben, bevor signifikante Änderungen in Kraft treten. Im Hintergrund würden rechtliche Schritte geprüft. „Wir möchten uns nicht weiter anprangern lassen. Ich möchte klar sagen, dass wir wussten, dass wir wahrscheinlich selbst angefeindet werden, als wir den Schritt zur Presse gingen“, so die Sprecherin der Initiative. Bei der Kritik der Eltern gehe es unter anderem um die Verletzung der Aufsichtspflicht. Niemand habe bislang adäquat gehandelt.

In der auf die Rede von Scholz folgenden Diskussion wurde allerdings auch deutlich, dass sich Elternbeirat und Elterninitiative beim Ausmaß der Vorwürfe gegen die Kitaleitung nicht einig sind. Nun soll zeitnah ein Gespräch aller Beteiligten stattfinden. Dafür hatte auch Gemeindevertretungsvorsitzender Marc Heinzerling (SPD) zum Ende der Sitzung intensiv geworben. (Carolin Eberth)

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