Schöffengericht Bad Hersfeld verurteilte 47-Jährigen Burghauner

Beim Pizzabäcker gab’s auch Drogen

Bad Hersfeld. Wegen Handels und Besitzes von Drogen in nicht geringer Menge verurteilte das Schöffengericht am Amtsgericht Bad Hersfeld einen 47-Jährigen aus Burghaun zu einem Jahr und zehn Monaten Freiheitsstrafe, die jedoch zur Bewährung ausgesetzt werden. Zusätzlich wurde eine Geldauflage von 1200 Euro verhängt.

Der ehemalige Pächter einer Pizzeria im Altkreis Hersfeld hatte im Sommer 2015 nicht nur eine „bunte Mischung“ von Amphetamin-Tabletten in in großer Zahl und Marihuana besessen, sondern im Freundes- und Bekanntenkreis auch verkauft. Ob, wie von einer Zeugin behauptet im Lokal auch „Pizza mit Dekoration“ – also mit Drogen-Beilage – serviert wurde, blieb im Prozess vor Richter Michael Krusche und den beiden Schöffen offen, denn der seit 1994 in Deutschland lebende Angeklagte zeigte sich rundum geständig.

Langjährige Drogenkarriere

Der Familienvater von fünf Kindern, der heute als Angestellter in der Gastronomie für karges Salär weitab von daheim arbeitet und nur an seinen freien Tagen nach Hause kommt, schilderte dem Gericht eine langjährige Drogenkarriere, in der zeitweilig auch Heroin und Kokain konsumiert wurden.

Nach zwischenzeitlicher Therapie verlor der Italiener vor gut einem Jahr wieder die Kontrolle. Bis zu zehn Gramm Amphetamin schluckte er täglich, allerdings war die Zubereitung von schlechter Qualität.

Bei Durchsuchungen seiner Wohnung und seines Pkw im Juli 2015 wurden die Drogen sichergestellt. Ihr Wirkstoffgehalt überschritt zusammengenommen die rechtlich bedeutsame „nicht geringe Menge“, die die Tat zum Verbrechen macht.

Der bislang nicht vorbestrafte Burghauner ist allerdings seit einem halben Jahr nachweislich clean. Das Urteil entsprach den Anträgen von Staatsanwalt Harry Wilke und Verteidiger Jochen Kreissl, nur bei der Geldauflage gewährte das Gericht mit Blick auf das geringe Familieneinkommen einen Nachlass.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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