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Beirat spitzt weiter die Ohren: Bad Hersfelder Lärmschützer engagieren sich

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Von: Nadine Meier-Maaz

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Die Stadt Bad Hersfeld will Messdaten zum Lärm Sammeln sammeln.
Die Stadt Bad Hersfeld will Messdaten zum Lärm Sammeln sammeln. © Symbolbild: picture alliance/dpa / Axel Heimken

Der Bad Hersfelder Lärmschutzbeirat setzt sich weiterhin dafür ein, die Lärmbelastung der Einwohner zu verringern.

Bad Hersfeld – Anfang des Jahres hatte sich der städtische Lärmschutzbeirat von Bad Hersfeld neu aufgestellt. Jetzt traf sich das seit 2016 bestehende Gremium erneut, um sich inhaltlich mit verschiedenen Themen auseinanderzusetzen und weitere Schritt im Sinne des Lärmschutzes zu planen.

Dem Beirat gehören 13 Mitglieder an – sechs Stadtverordnete und sieben Vertreter aus lokalen und regionalen Bürgerinitiativen mit dem Schwerpunkt Lärm- und Umweltschutz. Erster Vorsitzender ist Thomas Faßhauer (BI Ruhigeres Hersfeld-Stadtteile). Seine Vertreter sind Dr. Joachim Dähn (BI A4-Lärmschutz) und Thomas Bös (Grünen-Fraktion).

Lärmaktionsplan

Einen Überblick über den sogenannten Lärmaktionsplan im Zuständigkeitsbereich des Regierungspräsidiums Kassel gab Dr. Joachim Dähn. Ziel sei, die Lärmbelastung der Bevölkerung mithilfe einer sogenannten Lärmminderungsplanung zu reduzieren. Gefragt sei dabei auch die Bevölkerung, der die Öffentlichkeitsbeteiligung jedoch kaum bekannt sei, so Dähn. Und gerade Bad Hersfeld sei besonders betroffen, immerhin führen durch die Kreisstadt nicht nur die A 4 und die A 7, sondern mit der B 27, B 324 und B 62 auch mehrere Bundesstraßen und zudem noch die Bahn. Aktuell befinde sich der Lärmaktionsplan in der dritten Runde, im Sommer gehe es dann in die vierte. Bis dahin gelte es, konkrete Konfliktpunkte herauszufiltern und zu melden, um „nicht auf dem dem Lärm sitzen zu bleiben“. Federführend darum kümmern soll sich nun eine Arbeitsgruppe, für die sich neben Dähn und Thomas Bös Paul Niewerth (Aktivbündnis für Waldhessen) meldete. Eingebracht werden sollen dabei auch eigene Lärmmessungen der Stadt. Weitere Informationen rund um den Lärmaktionsplan und zum Kreis Hersfeld-Rotenburg finden sich online unter rp-kassel.hessen.de/laermaktionsplanung sowie unter laerm.hessen.de.

Lärmmessungen

Über eigene Lärmmessungen der Stadt mithilfe von Umwelt- und Verkehrssensoren berichtete in diesem Sinne der städtische Klimaschutzmanager Michael Mai. So gibt es in der Stadt nicht nur die auf Privatgrundstücken angebrachten „Smart Boxes“ der Firma E-Sensio, die kontinuierlich Daten über die Feinstaubbelastung, Temperatur, Luftfeuchte und UV-Einstrahlung, aber eben auch zum Lärm, erheben. Auch die Speed-Displays, wie sie etwa an der Meisebacher und Homberger Straße stehen und dort die vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmer auf ihr Tempo aufmerksam machen, können neben der Geschwindigkeit noch die Art und Zahl der Fahrzeuge erfassen, den Geräuschpegel, Datum und Uhrzeit.

Leider seien derzeit nicht alle aktiv, bis Ende März sollen sämtliche Geräte aber gewartet und wieder in Betrieb sein. Zusätzlich ist bei der Stadt ein mobiles Radargerät im Einsatz, das ebenfalls mehr kann, als nur das Tempo erfassen. Alle Daten sollen künftig gesammelt und zusammengeführt werden.

Tag gegen Lärm

Nach der ersten und letzten öffentlichkeitswirksamen Beteiligung am Tag gegen Lärm 2017 will der Beirat den Aktionstag in diesem Jahr erneut nutzen, um auf das Thema Lärm beziehungsweise Lärmschutz aufmerksam zu machen. Der zum 25. Mal stattfindende Aktionstag fällt auf Mittwoch, 27. April. Zu den ersten Ideen gehört neben einer Neuauflage des „Lärmspaziergangs“ ein Infostand am Bahnhof oder auf dem Linggplatz, für den möglichst ein Gerät organisiert werden soll, das unterschiedliche Lärmbeispiele oder die Wirkung von Lärmschutz verdeutlicht.

Schnellbahntrasse

Thema war natürlich auch die kürzlich präsentierte Hersfeld-Variante für den Neubau der Schnellbahntrasse Fulda-Gerstungen. Zwar sei es im Sinne der Lärmminderung gut, dass rund zwei Drittel der Strecke im Tunnel verlaufen sollen. Gleichwohl müsse man vor allem mit Blick auf die bestehende Strecke, die baulich unverändert bleibt, wachsam sein und auf den bestmöglichen Schutz drängen. Denn der Güterverkehr werde ja weiterhin über Bebra nach Mecklar und dann Bad Hersfeld fahren. „Hersfeld hat dann neuen und alten Lärm“, so Dähn. Unbedingt nutzen müsse man deshalb das Instrument der „parlamentarischen Befassung“ (wir berichteten bereits). „Das ist der einzige Weg, um zusätzlich Geld zu bekommen“, mahnte auch Paul Niewerth, der auf ein erfolgreiches Beispiel im Spessart verwies. Gefragt seien dabei der Landkreis, die Kommunen und die Abgeordneten.

Masterplan Mobilität

Ein Masterplan Verkehr und Mobilität für Bad Hersfeld soll ab sofort von diversen Gremien und Beteiligten erarbeitet werden, an dem außerdem auch ein externes Büro als Partner mitwirkt. Am Mittwoch fand dazu ein erster Workshop statt, weitere werden folgen. Der Masterplan soll als umfassendes Gesamtkonzept den Klimaaktionsplan, die Stadtentwicklungsplanung und eine integrierte Verkehrsplanung einbeziehen, ebenso wie die verschiedenen Verkehrsteilnehmer und Mobilitätsarten von Schiene über Auto bis Fahrrad. Bauliche Veränderungen werden ebenso Thema sein wie Tempolimits oder neue Streckenführungen. Noch stehe man ganz am Anfang, im Sommer sei jedoch voraussichtlich mit ersten Ergebnissen beziehungsweise Ideen zu rechnen, so Christian Scholz, der das Projekt seitens der Stadt begleitet. nm

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