Richelsdorfer werden untersucht

Bergbau-Altlast Arsen: Dorfbewohner können Urinproben abgeben

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Die Weihe in Richelsdorf.

Richelsdorf. Bislang haben sich die Untersuchungen in Richelsdorf (Kreis Hersfeld-Rotenburg) darauf konzentriert, wie viele Grundstücke mit Schwermetallen aus der Bergbau-Vergangenheit belastet sind. 

Parallel zur Untersuchung weiterer Bodenflächen entlang des Baches Weihe rücken jetzt auch die Menschen direkt in den Fokus. Auf freiwilliger Basis wird allen Einwohnern angeboten, eine Urinprobe abzugeben, um klären zu lassen, ob sich giftiges Arsen im Körper angereichert hat, und wenn, wie hoch die aktuelle Belastung ist. Das berichtet Zrinko Rezic von der Hessischen Industriemüll GmbH, die im Auftrag des Landes für die Sanierung von Altlasten zuständig ist.

Der Wildecker Ortsteil kämpft Jahrzehnte nach der Schließung mit den Altlasten aus dem Bergbau der Richelsdorfer Hütte und der Deckweiß-Produktion. Der Bach Weihe hat die Schwermetalle vom Betriebsgelände bis in den Ort getragen.

Die Bürger werden per Post, Aushängen, Presse und in einer Veranstaltung über die Untersuchung informiert, berichtet Rezic. Die Teilnahme sei freiwillig und kostenlos. Das Angebot gilt allen Einwohnern, im Vordergrund aber stehen Kleinkinder.

Die Sammlung der Urinproben soll nach den Schulsommerferien stattfinden. Der Datenschutz werde streng beachtet. Die Ergebnisse sollen im vierten Quartal vorliegen, betont Rezic.

Das Arsen könnte zum Beispiel durch den Verzehr von Gemüse und Obst, das auf kontaminiertem Boden erzeugt wurde, in den Körper gelangen, oder durch das Trinken von kontaminiertem Wasser aus Hausbrunnen.

Ein solches Angebot einer Untersuchung eines Dorfes hat es in den vergangenen Jahren in Ost- und Nordhessen in dieser Form nicht gegeben. Hessenweit gesehen gab es aber bereits solche Untersuchungen – vor ein paar Jahren zum Beispiel in Haiger-Weidelbach im Lahn-Dill-Kreis.

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