Ungewöhnliches Duell

Im Beruf Kollegen, im Handball Kontrahenten

Gruppenbild mit Handball in der Werkstatt der Firma Lauterbach: Die Arbeitskollegen Alexander Schott (links) und Michael Krause (rechts) spielen heute im Derby in Hünfeld gegeneinander. In der Mitte: Firmenchef Helmut Lauterbach. Foto: Wenzel

Die Handballer Michael Krause und Alexander Schott sind nicht nur die besten Freunde, sondern auch Arbeitskollegen. Am Samstag stehen sie sich im Derby die Landesliga in Hünfeld gegenüber.

Alex spielt für Hünfeld, Michael für den TVH. Sie kennen sich seit früher Kindheit. Sie sind zusammen aufgewachsen, sind in der Schule in dieselbe Klasse gegangen. Sie arbeiten in derselben Firma, haben zusammen gelernt und sogar am selben Tag ihren Gesellenbrief erhalten: Michael Krause (22) und Alexander Schott (20) aus den Haunecker Ortsteilen Sieglos und Bodes kennen sich seit Kindesbeinen an. Sie haben bislang auch fast immer zusammen Handball gespielt. Bei der HSG Eitra/Oberhaun, und bei der Werra WHO.

Am Samstag spielen sie zum ersten Mal in ihrem Leben im Handball gegeneinander: Alexander für Gastgeber Hünfeld, Michael für den TV Hersfeld. Der Zufall will es, dass sie sich diesmal sogar auf den Positionen gegenüberstehen. Michael (22) spielt bei den Hersfelder auf Links in der Abwehr, Alex in Hünfeld auf Rechtsaußen. Wegen dem Spiel und dem Derbycharakter müssen beide die Freundschaft für rund 60 Minuten Spielzeit ausblenden. Das macht die Sache so schwer.

„Micha kann fighten bis zur letzten Sekunde.“

Wahrscheinlich würden sie heute nicht gegeneinander spielen, wenn die HSG Eitra/Oberhaun ihre Mannschaft im vergangenen Jahr nicht zurückgezogen hätte. „Wir würde sicherlich noch das HSG-Trikot tragen“, sagt Alex, der dem Ruf des Eitraers Gerald Birkel, der im letzten Jahr noch Trainer in Hünfeld war, folgte. In Hünfeld gefällt es ihm aber sehr gut. „Die Kameradschaft dort ist prima, auch unter den Mannschaften. Es gibt keine Hierarchie. Das Umfeld tut richtig viel für uns. Ich verstehe mich mit allen prima.“ Ein Platz im Mittelfeld, möglichst weit vorne - das ist das Ziel der Hünfelder. „Ich denke mal, das wir das schaffen können“, sagt Alex.

Er weiß, dass sein Team heute im Derby der Außenseiter ist: „Der TVH ist die stärkste Mannschaft der Liga. Allein schon wegen den Torhütern. Denn sowohl Kai Hüter als auch mein alter Teamkollege Stefan Fohr sind sehr stark. Wenn wir gewinnen wollen, dann muss tatsächlich alles bei uns stimmen.“ Natürlich freut er sich auch auf das Wiedersehen mit den alten Kollegen wie Marc Förtsch, Niklas Hampe oder Jonathan Kromm. Aber am meisten auf Michael.

Schon seit Tagen witzeln die beiden untereinander, was das Zeug hält - Spaß muss sein.

Alex kennt natürlich die Stärken seines Gegenübers aus dem Eff-eff: „Michael kann fighten bis zur letzten Sekunde. Und er hat am Kreis ein unglaublich gutes Gefühl dafür, wie er als Kreisläufer stehen muss.“ Aber er kennt auch seine schwache Seite. Neben dem Handicap mit dem Knie - Michael war fast eineinhalb Jahre verletzt - sind es viele Zeitstrafen nach Abwehrsituationen.

Umgekehrt: Für Michael ist Alex allein schon wegen seiner Größe bei Hünfeld unverzichtbar: „Alex ist ein Spieler für den Rückraum. Dort ist er für meine Begriffe besser aufgehoben als auf Außen.“ Die große Schwäche: „Er macht sich zuviel Gedanken über das Spiel. Und er packt in der Abwehr oft nicht richtig zu.“

Nichtsdestotrotz: Nach den 60 Minuten werden die beiden wieder die besten Freunde sein. Bis zum Rückspiel in Hersfeld ...

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