Morgen, Kinder, wird’s was geben - Karikaturen zu Weihnachten im Muzkkka

Besinnen statt rennen

Kein Schwein ruft mich an...

Rotenburg. Er ist der unangefochtene Star der Ausstellung: roter Mantel, weißer Rauschebart und immer eine Ladung Geschenke auf dem Rentierschlitten - der Weihnachtsmann. Das Rotenburger Museum Muzkkka zeigt aktuell eine Ausstellung mit Karikaturen zum Thema Weihnachten.

In seiner Eigenschaft als Schlitten fahrende Kinderfantasie oder verkleideter Onkel mit Geschenken muss sich der Weihnachtsmann so manche Verballhornung gefallen lassen. Da wird er von einem Polizisten auf Waffen abgetastet, da fusioniert er mit dem Osterhasen, erhält statt stattlicher Rentiere ein Känguru, das die Geschenke im Beutel trägt, oder er muss sich bei einem Bier von einem Kneipenbesucher trösten lassen: „Mach dir nichts draus, an den Sozialismus glaubt auch keiner mehr.“

Während in manchen Karikaturen die Kritik an der Kommerzialisierung des Weihnachtsfests leise mitschwingt, wird Karikaturistin Barbara Henniger bissig. Auf der Erde knallen die Sektkorken, Tausende Lichterketten strahlen und ganze Hochhäuser sind als Geschenke verpackt. Doch im Himmel thront der liebe Gott und stöhnt: „Kein Schwein ruft mich an...“

Glücklicherweise ist die Ausstellung in sieben Räumen im zweiten Obergeschoss übersichtlich gestaltet. Der Besucher wird nicht mit Massen von Bildern überflutet. Bei einem einstündigen Rundgang bleibt genügend Zeit, sich auf jede Zeichnung einzulassen, den Witz darin zu ergründen und sich dabei schon auf die nächste Karikatur zu freuen. Museumsdirektor Dr. Walther Keim hat für die Ausstellung Bilder von acht deutschen Karikaturisten ausgewählt. Besinnen statt rennen, so lautet das Motto der Schau. Während draußen der Weihnachtswahnsinn tobt, lässt er sich hier in anheimelnder Atmosphäre beschmunzeln.

Vielleicht geht es dem Besucher dann so wie dem kleinen Jungen in einer Karikatur. Während der versonnen und selig zu Jesus in eine Krippe im Kerzenlicht schaut, zeigt der Vater auf einen Berg unausgepackter Geschenke und ruft dem Jungen vorwurfsvoll zu: „Haallooooo!...“

Bis 22. Dezember, Eintritt fünf Euro, Kinder bis zwölf Jahre drei Euro. Die Ausstellung von Mecki-Comics ist im Preis inbegriffen. Führungen sonntags ab 11 Uhr. Informationen unter Telefon 06623/9148514.

Von Achim Meyer

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