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Drogendeal vermittelt: 30-jähriger Rotenburger zu Bewährungsstrafe verurteilt

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Von: Christine Zacharias

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Justitia
Weil er ein Drogengeschäft vermittelt hat, wurde ein 30-jähriger Rotenburger vom Amtsgericht Bad Hersfeld zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.  © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Weil er ein Drogengeschäft vermittelt hat, wurde ein 30-jähriger Rotenburger vom Amtsgericht Bad Hersfeld zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Bad Hersfeld – Zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten hat das Schöffengericht am Amtsgericht Bad Hersfeld einen 30 Jahre alten Rotenburger verurteilt. Der Mann hatte eingeräumt, ein Drogengeschäft vermittelt zu haben.

Rotenburg ist eine kleine Stadt, da kennt man sich und läuft sich öfter den Weg. So soll es nach den Worten des Angeklagten auch mit ihm und einem Bekannten gewesen sein. Der Mann habe ihn gefragt, ob er Interesse an einer größeren Menge Amphetaminen habe oder ob er jemanden kenne, der den Stoff haben wollte. Ihm sei da eine Bekannte, die Mutter eines ehemaligen Klassenkameraden eingefallen, von der er gewusst habe, dass sie finanzielle Probleme habe und gelegentlich Drogen verkaufe, erzählte der 30-Jährige.

Er stellte also den Kontakt her und fädelte das Geschäft ein. Ursprünglich ging es, so die Anklage, die Staatsanwältin Kircher vortrug, um 750 Gramm Amphetamine zu einem Preis von 1400 Euro. Tatsächlich wechselten dann 650 Gramm Aufputschmittel für 1000 Euro den Besitzer.

Dass diese Menge keine geringe war und zum Weiterverkauf bestimmt gewesen sei, müsse ihm klar gewesen sein, waren sich die Vorsitzende Richterin Christina Dern und die Staatsanwältin einig. Die Distanz zum Drogenmilieu, die der Angeklagte behauptete, wollten sie ihm ebenfalls nicht so recht glauben.

Die 250 Euro, die ihm für die Vermittlung des Deals in Aussicht gestellt worden war, habe er nie bekommen, sagte der 30-Jährige.

Mit Blick auf das, was angeklagt und nachzuweisen war – dazu trugen auch Abhörprotokolle einer Telefonüberwachung durch die Polizei bei – beschlossen die Verfahrensbeteiligten, auf die Aussage des Bekannten, der den Drogendeal initiiert hatte, zu verzichten. Von dem Mann lagen mehrere widersprüchliche Angeben vor, die vor allem dazu dienen sollten, ihn selbst zu entlasten. Weitere Aussagen von zweifelhaftem Wahrheitsgehalt erschienen also verzichtbar.

Staatsanwältin Kircher plädierte deshalb für eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten, die mit einer weiteren Strafe vom Januar zu einer Gesamtstrafe von sechs Monaten verbunden und zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Dazu eine Geldstrafe von 800 Euro. Verteidiger Alexander Dann schloss sich dieser Forderung an.

Das Gericht unter Vorsitz von Richtern Christina Dern legte jedoch noch einen Monat drauf und stockte auch die Geldstrafe auf 1000 Euro auf. Die kann der Rotenburger nun in monatlichen Raten abstottern. Auch die Prozesskosten muss er zahlen. (Christine Zacharias)

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