Naturschützer: Beispiel für gelungenen Natur- und Umweltschutz

Biber-Population im Kreis Hersfeld-Rotenburg wächst

Das Bild zeigt einen Jungbiber im Wasser. Man sieht nur den Kopf
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Im kühlen Nass: Diesen Jungbiber konnte Klaus Hentschel, Biberbetreuer beim Nabu-Kreisverband, an der Fulda im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft fotografieren. Dort leben fünf bis acht Biber.

Der Biber fühlt sich im Kreis Hersfeld-Rotenburg offenbar wohl. Die Flüsse sind schon komplett besiedelt, die Tiere weichen auch auf Bäche aus.

Hersfeld-Rotenburg - „Der Biber ist ein positives Beispiel für gelungenen Natur- und Umweltschutz“, sagt Karl-Heinz Humburg von der Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Denn der Biber sorge mit dem Bau seiner Dämme dafür, dass flache Gewässer im Sommer nicht austrockneten und im Herbst das Hochwasser gedrosselt werde. Außerdem legt der Biber mit seinen Dämmen neue Teiche an. Er baut schmale Zuläufe, durch die er von Teich zu Teich schwimmen kann, erklärt Heinrich Wacker, Biberbetreuer im Kreis.

Das führt aber auch dazu, dass landwirtschaftliche Flächen überflutet werden. Die Biberbetreuer beobachten immer öfter, dass Menschen sich dann an den Biberdämmen zu schaffen machen. „Manche reißen die Dämme sogar ein“, erzählt Harald Heidl, Zweiter Vorsitzender des Nabu-Kreisverbandes. Das kann für die Verursacher mit einem Bußgeld von bis zu 50 000 Euro enden, denn nicht nur der Biber, sondern auch seine Bauten sind geschützt. Die Landwirte werden aber mit dem Problem der Nasswiesen nicht allein gelassen, versichert Martina Schäfer von der Unteren Naturschutzbehörde. Es gibt die Möglichkeit, Biberdämme zu versetzen oder zu verkleinern. Für solche Maßnahmen seien Ausnahmegenehmigungen notwendig. Deshalb sollte man nicht in das Revier der Biber eingreifen, sondern die Untere Naturschutzbehörde kontaktieren, sagt Martina Schäfer.

Aufgebaut: Biberbetreuer Klaus Hentschel , links, und der Vorsitzende des Nabu-Kreisverbandes, Michael Herzog, zeigen einen Biberdamm in Meckbach.

Der Biber sorgt mit seinen angelegten Teichen dafür, dass sich auch andere Tiere wieder im Landkreis ansiedeln. So zum Beispiel der Rohrschwirl. Dieser Singvogel sei eher selten anzutreffen, weiß Heinrich Wacker. Bei einem Rundgang durch das Biberrevier in Meckbach konnte er dort zwei Pärchen entdecken. Zudem seien dort zahlreiche Amphibien sowie bis zu 25 verschiedene Libellenarten zu beobachten.

Nahe des Industriegebietes in Meckbach leben etwa fünf bis acht Biber. 17 Dämme haben sie dort entlang des Baches gebaut. Das tun Biber aber nur, wenn das Wasser weniger als 50 Zentimeter tief ist. Denn zu seinem Futterplatz (Biberburg) gelangt der Biber ausschließlich durch selbst gebaute Wassertunnel, für die er eine Mindesttiefe benötigt. Deshalb bevorzugt das Nagetier tiefere Gewässer wie die Fulda. Dort kann man zahlreiche Biberrutschen finden, über die die Tiere vom Flussufer auf die höher gelegenen Wiesen gelangen. Biber ernähren sich auch von Gras.

Im Landkreis sind Fulda, Haune sowie die Werra mit insgesamt etwa 150 bis 180 Tieren bereits komplett besiedelt. Deshalb zieht es die Biber auch an kleine Bäche. Heinrich Wacker freut sich über die zahlreichen Biber in Meckbach sehr. Das Revier der Tiere wird sich laut Heinrich Wacker dort bald noch vergrößern: „Ich denke, das könnte eines der schönsten Biotope in Deutschland werden.“ (Von Natascha Terjung)

Biber-Population im Kreis Hersfeld-Rotenburg wächst

Jungbiber am Fressplatz der Fulda im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft.
Jungbiber am Fressplatz der Fulda im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft. © Klaus Hentschel/Nabu
Jungbiber schwimmt in der Fulda im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft.
Jungbiber schwimmt in der Fulda im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft. © Klaus Hentschel/Nabu
Altbiber beim Schwimmen in der Fulda im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft.
Altbiber beim Schwimmen in der Fulda im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft.  © Klaus Hentschel/Nabu
Biberdamm am Meckbach.
Biberdamm am Meckbach. © Natascha Terjung
Jungbiber beim Fressplatz an der Fulda im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft.
Jungbiber beim Fressplatz an der Fulda im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft. © Klaus Hentschel/Nabu
Biberburg an der Fulda im Bad Hersfelder Stadtteil Hohe Luft.
Biberburg an der Fulda im Bad Hersfelder Stadtteil Hohe Luft. © Natascha Terjung
Biber in der Fulda im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft..
Biber in der Fulda im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft.. © Klaus Hentschel/Nabu
Biberbug an der Fulda im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft.
Biberbug an der Fulda im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft. © Klaus Hentschel/Nabu
Das Bild zeigt einen Jungbiber im Wasser. Man sieht nur den Kopf
Diesen Jungbiber konnte Klaus Hentschel, Biberbetreuer beim Nabu-Kreisverband, an der Fulda im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft fotografieren. Dort leben fünf bis acht Biber. © Klaus Hentschel/Nabu
Biberrutsche an der Fulda im Bad Hersfelder Stadtteil Hohe Luft.
Biberrutsche an der Fulda im Bad Hersfelder Stadtteil Hohe Luft. © Natascha Terjung
Biberteich am Meckbach.
Biberteich am Meckbach. © Friedhelm Eyert
Ein Querdamm eines Bibers in Meckbach.
Ein Querdamm eines Bibers in Meckbach. © Klaus Hentschel/Nabu
Klaus Hentschel, Biberbetreuuer beim Nabu, zeigt einen vom Biber abgenagten Ast.
Klaus Hentschel, Biberbetreuuer beim Nabu, zeigt einen vom Biber abgenagten Ast. © Natascha Terjung
Biberdamm am Meckbach.
Biberdamm am Meckbach. © Friedhelm Eyert
Ein vom Biber angenagter Baumstamm am Meckbach.
Ein vom Biber angenagter Baumstamm am Meckbach. © Friedhelm Eyert
Biberbach am Meckbach.
Biberbach am Meckbach. © Friedhelm Eyert
Der Biber baut Dämme und staut damit kleine Teiche an. Auf dem Foto ist ein Biberteich am Meckbach zu sehen.
Der Biber baut Dämme und staut damit kleine Teiche an. Auf dem Foto ist ein Biberteich am Meckbach zu sehen. © Friedhelm Eyert

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