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Bilanz der Erntesaison 2022: Den Feldern fehlte der Regen

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Von: Carolin Eberth

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Dieses Jahr war die Ernte früher fertig: Helmut Hartmann mähte über 40 Hektar ab.
Bilanz der Erntesaison 2022: Den Feldern fehlte der Regen © Foto: Hartmann

Trockenheit und Hitze machten den Landwirten im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in diesem Sommer deutlich zu schaffen. „Allen Kulturen hat es an Regen gefehlt.

Hersfeld-Rotenburg – Getreide wie Wintergerste hat es – je nach Standort – noch relativ gut verkraften können. Sehr gelitten haben dafür Kulturen, die recht spät geerntet werden wie Mais, Rüben und Kartoffeln“, berichtet Anke Roß, Geschäftsführerin vom Kreisbauernverband Hersfeld-Rotenburg.

Je nach Bodenart, Vorfrucht und lokalen Niederschlägen seien die Maisbestände in die Notreife gegangen. Die Ernte habe daher etwa vier Wochen früher begonnen als üblich im Landkreis, erzählt Landwirt Martin Taube aus Bebra/Blankenheim. In vielen Betrieben fiel der Silomaisertrag also deutlich geringer aus als in normalen Jahren. „Beim Mais gibt es Ertragseinbußen von bis zu 50 Prozent“, so Taube. Die lang anhaltende Trockenheit habe dem Mais derart zugesetzt, dass er teilweise nicht mal Kolben ausgebildet habe.

Besonders Milchviehbetriebe müssen sich nun Strategien überlegen, wie sie trotz Futtermangel ihre Tiere im Winter versorgen. Denn erschwerend kommt hinzu: „Auch die Wiesen und Weiden, auf denen sonst üblicherweise drei bis vier Grasschnitte erfolgen, oder die zur Beweidung genutzt werden, waren durch die Hitze und Trockenheit zum Teil regelrecht braun und verdorrt“, sagt Anke Roß. Folglich gäbe es in diesem Jahr auch eine deutlich geringere Ernte an Grassilage beziehungsweise Heu. Die erste Mahd sei noch gut gewesen, die zweite schon weitaus schlechter und danach seien die Schnitte weitestgehend total ausgefallen. „Und selbst diese Vorräte aus dem Frühjahr mussten oftmals schon im Sommer zugefüttert werden, weil später einfach kein Gras mehr nachgewachsen ist“, so Roß.

Einige Betriebe könnten den Futtermangel mit Vorräten aus dem vergangenen Jahr kompensieren. „Aber es gibt auch Betriebe, die nicht genügend Futter aufgrund der Trockenheit haben und nun entweder sehr teuer zukaufen oder Viecher schlachten müssen.“

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