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Eine Fahrt im Riesenrad mit ... Bebras Bürgermeister Stefan Knoche

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Von: Daniel Göbel

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Sieht das Bad Hersfelder Lullusfest nicht als Konkurrenz zur Bäwerschen Kirmes in Bebra: Bebras Bürgermeister Stefan Knoche.
Sieht das Bad Hersfelder Lullusfest nicht als Konkurrenz zur Bäwerschen Kirmes in Bebra: Bebras Bürgermeister Stefan Knoche. © Daniel Göbel

In unserer Interview-Reihe „Eine Fahrt im Riesenrad mit ...“ sprach Daniel Göbel diesmal mit dem Bebraer Bürgermeister Stefan Knoche. Er erklärt, wie ein Wahl-Bebraner das traditionsreiche Volksfest wahrnimmt, und wie sich die Bäwersche Kirmes vom Lullus-Fest unterscheidet.

Herr Knoche, warum ist die Bäwersche Kirmes besser als das Lullusfest?

Ob sie besser ist, weiß ich nicht. Aber sie ist auf jeden Fall anders. Bei uns in Bebra wird zentral in einem Zelt gefeiert. Es gibt kein allzu großes Durcheinander. Auf dem Weg vom Parkhaus hierher zum Festplatz stellt man beispielsweise fest, dass die gesamte Innenstadt voller Menschen ist. Die Bäwersche Kirmes verfolgt ein anderes Konzept, eine andere Tradition und einen anderen Ansatz. Wir feiern mehr miteinander, hier läuft in der Lolls-Woche stattdessen vieles nebeneinander her. Jeder geht seiner Wege und sucht sich sein Fahrgeschäft.

Man merkt auf jeden Fall, dass die Menschen wieder feiern wollen. Ist das in Bebra ähnlich?

Wir haben unsere Kirmes vor drei Wochen gefeiert und sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Man merkt zwar, dass viele Menschen noch etwas gehemmt sind. Wenn man aber bedenkt, wie viele Menschen mitgefeiert haben, oder sich den Festzug angeschaut haben, dann waren das im Verhältnis ähnlich viele Besucher, wie vor der Pandemie. Das sieht man in Bad Hersfeld auch. Die Straßen sind voll, Parkplätze sind belegt, die Menschen drängen sich durch die Gänge.

Also ist in Bebra eine ähnliche Aufbruchstimmung spürbar?

Man muss es zweigeteilt sehen. Die älteren Menschen feiern momentan eher noch mit Handbremse und sorgen sich noch vor Corona, während besonders jüngere Menschen außer Rand und Band sind und ein stärkeres Bedürfnis haben, wieder rauszugehen und miteinander zu feiern und Spaß zu haben.

Ist es denn angesichts der anhaltenden Pandemie, dem Ukraine-Krieg und der Energiekrise überhaupt angebracht, in solchen Zeiten zu feiern?

Das hat es ja auf andere Art und Weise immer schon gegeben. Wenn man sich nur mit Krisen beschäftigt, macht dies Menschen depressiv. Man muss auch mal etwas anderes sehen und feiern, um neben den ganzen Krisen nicht in Frust zu verfallen und auch mal wieder zu lachen. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Das ist wichtig, und da ist jedes Fest, das momentan stattfinden kann, ein Stück weit normales Leben. Und das brauchen wir nach der Pandemie zurück.

Wie nehmen sie als Bebraner die Traditionen rund um Lolls wahr?

Momentan bekommt man es von allen Seiten mit. Die Lokalnachrichten sind voll mit Lolls, es gibt kaum ein anderes Gesprächsthema. Man kann da mitkonsumieren, ich selbst bin aber eher nicht der typische Lolls-Gänger.

Hat denn Bad Hersfeld als Kreisstadt Vorbildcharakter für Bebra?

Nein, das sehe ich eher nicht. Wenn man im Verhältnis zu den Einwohnern schaut, wie viel Geld in Bebra in den vergangenen 15 Jahren investiert wurde, dann glaube ich, dass weder Bad Hersfeld noch eine andere Stadt im Kreis dabei mithalten kann. Wir haben etwa 60 Millionen Euro aus öffentlichen und privaten Mitteln allein in die Innenstadt investiert. Es geht aber auch gar nicht darum, sich zu messen.

Wenn Sie die Möglichkeit zum Rollentausch hätten und ins Schaustellergeschäft einsteigen könnten: Für was würden Sie sich begeistern?

Eine Grusel- oder Geisterbahn wäre großartig. Aber wenn ich genauer darüber nachdenke, dann würde ich doch ganz gern die Achterbahn „Wilde Maus“ übernehmen. Die Achterbahn ist für mich noch ein richtiges Traditionsunternehmen und Fahrgeschäft. Die bin ich sogar hier auf dem Lullusfest schon gefahren. Die Wilde Maus verkörpert für mich noch den alten Geist der Kirmessen.

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