Die Kinderförderung Rotenburg ist 40 Jahre alt und unterstützt Schüler

Ein bisschen wie Familie

Sie freuen sich über eine dicke Spende: 1000 Euro hat die Kinderförderung Rotenburg vom Rewe-Markt an der Kasseler Straße erhalten. Das Geld stammt aus dem Erlös einer Tombola, die im Getränkemarkt veranstaltet wurde, sowie einer privaten Spende des neuen Markt-Inhabers Tim Mohr (rechts). Mohr übernimmt den Markt am 1. März. Der 29-Jährige stammt aus Spangenberg und hat dort bisher den Rewe-Markt seines Bruders geleitet. Unser Bild zeigt weiter von rechts neben Mohr: Joachim Jaczek, den Vorsitzenden des Vereins Kinderförderung, Erzieherin Marlies Propfe, Sozial-Pädagogin Helga Mathow-Thomas sowie die Rewe-Mitarbeiterinnen Isabel Klaar und JenniferApel. Und natürlich freuen sich die Kinder, die von der Spende profitieren. Foto: Schäfer-Marg

Rotenburg. Gemeinsam kochen, essen, Hausaufgaben machen und spielen – bei der Kinderförderung Rotenburg geht es ähnlich zu wie in intakten Familien. Seit 40 Jahren gibt es die Einrichtung, die sich aus dem ehrenamtlichen Engagement von Müttern entwickelt hat. Im September soll der runde Geburtstag gefeiert werden.

Aktuell besuchen 15 Kinder täglich die Einrichtung, die in Räumen des Jugendzentrums untergebracht ist. Die Jungen und Mädchen werden in den meisten Fällen von Lehrern an die Kinderförderung vermittelt. Die Zusammenarbeit mit Schulen hat Tradition: Der frühere Rektor der Rotenburger Grundschule, Walter Frahnert, hatte den Verein mit ins Leben gerufen und stets begleitet. Zu Beginn gab es allerdings lediglich Spielgruppen, die von engagierten Frauen ehrenamtlich betreut wurden. Erst 1977 kamen Lerngruppen hinzu, berichten Vereinsvorsitzender Joachim Jaczek und Erzieherin Marlies Propfe. Ab diesem Jahr gab es auch hauptamtliche Mitarbeiterinnen.

Marlies Propfe arbeitet seit 35 Jahren bei der Kinderförderung. So ganz falsch ist es nicht, wenn man ihre Aufgaben mit denen einer Mutter vergleicht. Propfe kocht und isst mittags mit den Kindern, macht Hausaufgaben mit ihnen und unternimmt Freizeitaktivitäten. Sozialpädagogin Helga Mathow-Thomas, die seit 15 Jahren bei der Kinderförderung beschäftigt ist, arbeitet ebenfalls mit den Kindern und Jugendlichen.

Ziel des Vereins ist es, die Jungen und Mädchen zu unterstützen, die aus unterschiedlichen Gründen Schwierigkeiten in der Schule haben. Es gilt, ihre Stärken und ihr Selbstbewusstsein zu fördern und zu einem strukturierten Alltag beizutragen.

Die Kinder bleiben meist drei bis vier Jahre in der Gruppe. Etwa 300 Jungen und Mädchen wurden in den vergangenen 40 Jahren betreut. „Der Bedarf ist größer geworden“, sagt Joachim Jaczek. „Und auch die Probleme, unter denen die Kinder zu leiden haben, sind heftiger geworden.“

Inzwischen gibt es auch eine soziale Gruppe für Kinder im Alter zwischen acht und 14 Jahren, die einer noch stärkeren Betreuung bedürfen. Über die Aufnahme entscheidet – in Absprache mit den Eltern – das Jugendamt. Der Kreis finanziert diese Gruppe auch. Die Stadt Rotenburg engagiert sich ebenfalls finanziell und durch die Überlassung der Räume. Auf Spenden ist der Verein dennoch angewiesen. Außerdem gibt es noch Mitgliedsbeiträge. Aber: „Wir sind ein kleiner Verein mit knapp 25 Mitgliedern“, erläutert Jaczek. Die Mitgliedschaft kostet 15 Euro im Jahr – natürlich kann mehr gegeben werden.

Von Silke Schäfer-Marg

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