Angeklagter gab an, sich selbst therapieren zu wollen

Drogenkauf im Darknet: 24-jähriger Hersfelder vor Gericht

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Wegen Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und Erwerb und Besitz von weiterem Rauschgift wurden ein Bad Hersfelder zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt.

Das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richterin Silvia Reidt folgte mit dem Urteil dem Plädoyer von Verteidiger Harald Ermel. Staatsanwältin Dr. Christine Seban hatte dagegen die Verhängung einer Gefängnisstrafe ohne Bewährung gefordert und argumentierte mit der fehlenden positiven Sozialprognose für den Angeklagten.

Dieser war umfassend geständig und räumte alle ihm zur Last gelegten Vorwürfe ein. Er hatte im vergangenen Jahr mehrfach mehrere Gramm Morphin, Marihuana und Heroin im Darknet gekauft und anschließend konsumiert.

Drogenkauf im Darknet: Bad Hersfelder nennt Verzweiflung als Grund

Als Grund nannte der junge Mann Verzweiflung: Der psychisch Kranke, bei dem Schizophrenie sowie Depressionen und eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert wurden, beteuerte, er habe sich aufgrund seiner psychischen Erkrankungen nicht anders helfen können. Um mit Antriebslosigkeit, Paranoia und Depressionen zurecht zu kommen, sah er sich gezwungen, die illegalen Substanzen zu erwerben, da die ihm vom Arzt verschriebenen Medikamente nicht ausreichend Linderung verschafft hätten.

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Als der Angeklagte wegen starker Schulterschmerzen seinerzeit mit Morphin und Cannabis behandelt wurde, wollte er entdeckt haben, dass diese Substanzen auch gegen seine psychischen Probleme helfen. Er habe sich daraufhin genauer im Internet informiert und mehrfach Cannabis und andere Betäubungsmittel bei Drogendealern gekauft. Um sich nicht in zu große Gefahr zu begeben, habe er die entsprechenden Substanzen später über das Darknet bestellt und bekam sie mit falschem Absender nach Hause zugeschickt. Aus finanziellen Gründen habe er schließlich auch zum günstigeren Heroin gegriffen.

Dem 24-Jährigen war laut eigener Aussage bewusst gewesen, dass er sich damit strafbar macht. Er habe dies jedoch in Kauf genommen um seine Schmerzen zu lindern.

Vor Gericht schilderte er seine schwierige Kindheit. So seien der Suizid des Vaters und die schwierige Beziehung zur Mutter und ihrem neuen Lebensgefährten mitverantwortlich für die Entwicklung seiner psychischen Störungen. Aktuell befindet sich der junge Mann in einer Suchttherapie in Bad Hersfeld und beüht sich um einen Sozialbetreuer gestellt.

Von Marcel Müller

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