Blutiger Streit mit Messer

Bad Hersfeld. Nach einer einstündigen Gerichtsverhandlung stellte Strafrichterin Silvia Reidt das Verfahren gegen einen Hersfelder wegen Körperverletzung ein.

Er erhielt die Auflage, 80 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten. Nach Oberamtsanwältin Silke Röder konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass das Messer des Angeklagten die fraglichen Verletzungen verursacht hatte. Aus diesem Grund sei die Auflage angebracht, so Röder weiter.

Dem 39-jährigen Mann wurde vorgeworfen, im November 2013 einen Bekannten in dessen Rotenburger Wohnung grundlos mit seinem Taschenmesser angegriffen zu haben. Dabei wurde das Opfer am linken Arm verletzt und musste noch am selben Abend operiert werden.

Neben dem Opfer blieben jedoch auch einige Zeugen dem Verfahren fern. Das erschwerte es, den ohnehin verworrenen Vorfall aufzuklären.

Der damals hinzugerufene Polizeibeamte sagte vor Gericht aus, dass die Lage schon vor Ort unübersichtlich gewesen war: „Erst wurde uns gesagt, dass der Angeklagte verletzt sei. Dann fanden wir aber das tatsächliche Opfer mit noch einer blutenden Stichverletzung vor.“

Bis zum Schluss der Verhandlung wurde nicht klar, wer tatsächlich auf das Opfer eingestochen hatte. Mindestens eine damals anwesende Person trug nach Aussage des Angeklagten ebenfalls Taschenmesser bei sich.

Auf die Nachfrage von Richterin Reidt, warum das Opfer ihn und nicht die andere Person beschuldigt habe, hatte der 39-Jährige eine Erklärung: „Ich habe es gewagt, ihm in seinem Haus zu widersprechen.“

Nach dem Genuss von Schnaps und mehreren Tabletten hatte er das spätere Opfer in dessen Wohnung besucht. Dort kam es zwischen mehreren Personen zum Streit und schließlich zu einem Handgemenge, an dessen Ende das Opfer die Stichverletzungen am Arm erlitt.

Keine Erinnerung an Tat

„Ich hatte einen Filmriss“, erklärte der Bad Hersfelder seine fehlende Erinnerung an die Tat. Von den Vorwürfen gegen ihn habe er erst später am Abend durch die Polizei erfahren. Ein Beamter fand bei ihm im Verlauf einer Durchsuchung zwei Taschenmesser, die allerdings keine Blutspuren aufwiesen.

„Eine richtige Aussage habe ich von ihm zu diesem Zeitpunkt aber nicht erhalten“, erinnerte sich der Polizist.

Der Angeklagte, der nach Aussage seines Anwalts, Jochen Kreissl, Drogenprobleme hat, bekam die Zusage für einen Therapieplatz. Die gemeinnützige Arbeit muss innerhalb der nächsten sechs Monate abgeleister werden, verfügte Richterin Reidt.

Von Melinda Birmes

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