Bürgermeister Schmidt appelliert an die SPD

Bolzplatz-Votum könnte Multifunktionsfeld in Alheim verhindern

Sprachen sich schon im Sommer für das Multifunktionsfeld aus: von links Jugendpflegerin Julia Gottschalk, Sandra Zimmermann (stellvertretende Ortsvorsteherin, CDU), Martin Marth (Baumanagement), Bürgermeister Jochen Schmidt und Andy Bestvater. Sie stehen auf dem Festplatz, wo die Pläne umgesetzt werden sollen. Archivfoto: Christopher Ziermann
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Sprachen sich schon im Sommer für das Multifunktionsfeld aus: von links Jugendpflegerin Julia Gottschalk, Sandra Zimmermann (stellvertretende Ortsvorsteherin, CDU), Martin Marth (Baumanagement), Bürgermeister Jochen Schmidt und Andy Bestvater. Sie stehen auf dem Festplatz, wo die Pläne umgesetzt werden sollen. Archivfoto: Christopher Ziermann

Bürgermeister Schmidt appelliert an die SPD, ihren Bolzplatz-Vorschlag zurückzuziehen, denn eine Zustimmung würde das Großprojekt Multifunktionsfeld gefährden.

Heinebach – Die Zustimmung zur Bolzplatz-Sanierung in der Alheimer Gemeindevertretersitzung am Dienstag, 14. Dezember, würde das Großprojekt Multifunktionsfeld gefährden – das erklärt Bürgermeister Jochen Schmidt (parteilos) gegenüber unserer Zeitung und appelliert an die SPD, ihren Bolzplatz-Vorschlag zurückzuziehen. Auch der Heinebacher Ortsbeirat möchte die Pläne für das Multifunktionsfeld nicht gefährdet sehen.

Martin Marth vom Baumanagement hatte ein entsprechendes Konzept bereits im Sommer vorgestellt. Schon damals hatte der Ortsbeirat, der allerdings keine Entscheidungsgewalt hat, seine klare Zustimmung signalisiert. Ein solches Multifunktionsfeld, für das im Haushalt mit 395 000 Euro ein hoher Betrag veranschlagt ist, bietet für Jugendliche weitaus mehr Freizeitmöglichkeiten als ein Bolzplatz. Er würde auch die Infrastruktur für Basketball, Volleyball und Hockey schaffen. Ebenso wäre er ein Ort, an dem Kinder gefahrlos Fahrrad und Roller fahren können. Auch eine Skateranlage gehört zu Marths Plänen, sogar ein Eisfeld im Winter wäre möglich. Dabei soll die Fläche, die teilweise geteert würde, auch als Festplatz dienen können.

SPD schlägt hingegen „nur“ einen Bolzplatz vor

Die SPD schlägt hingegen „nur“ einen Bolzplatz vor. Das Problem dabei: Laut Schmidt kann man eben wohl nicht zuerst das eine und dann das andere machen. Wenn für den Bolzplatz Fördermittel genehmigt werden, bekommt man diese für das Multifunktionsfeld wohl nicht mehr. Das haben laut Schmidt auch informative Gespräche mit Experten auf diesem Gebiet ergeben. Über das Programm Sportstättenbau und Sportstättenförderung wäre laut Schmidt eine Förderquote von 90 Prozent möglich. Nur so kann sich die Gemeinde das Großprojekt, dann mit einem Eigenanteil von rund 40 000 Euro, leisten.

Als doppelten Boden würde man für das Multifunktionsfeld auch die Aufnahme im Dorferneuerungsprogramm beantragen, auch wenn dort die Förderquote niedriger ist. Ein Bolzplatz wäre im Multifunktionsfeld auch enthalten, allerdings vermutlich mit Kunstrasen. Schmidt weist darauf hin, dass das gesamte Multifunktionsfeld trotz der im Bau 20 Mal höheren Kosten in der Unterhaltung dann günstiger wäre als ein Bolzplatz. Der reine Bolzplatz ist mit rund 20 000 Euro (teilweise Fördergeld) wesentlich günstiger.

Bürgermeister appelliert, den Antrag zum Bolzplatz von der Tagesordnung zu nehmen

„Ich befürchte, dass wir hier eine große Chance für ganz Alheim vergeben – für unsere Jugend und den Sport insgesamt, wenn wir auf die kleine Lösung aus sind und lediglich den Bolzplatz anvisieren und damit die Förderung eines Multifunktionsplatzes mit Skaterbahn gefährden“, sagt Schmidt. Er appelliert, den Antrag zum Bolzplatz von der Tagesordnung zu nehmen. In diesem Fall könnte er in jeder der nächsten Sitzungen erneut gestellt werden, falls sich die Situation verändert, es zum Beispiel doch zu Problemen bei den Planungen für das Multifunktionsfeld kommt.

Heinebachs Ortsvorsteher Thilo Frankfurth sagt auf Nachfrage: „Die Planungen von Herrn Marth für das Multifunktionsfeld sind im Ortsbeirat auf Zustimmung gestoßen. Wir haben sie einstimmig befürwortet. Von der aktuellen Entwicklung mit dem Bolzplatz-Antrag bin ich überrascht worden und kann deswegen dazu noch nichts sagen.“ Er kündigte am Freitag für den Folgetag ein kurzfristiges Treffen des Ortsbeirats an, um die Situation noch mal zu besprechen. (Christopher Ziermann)

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