Der 32-Jährige möchte als Bürgermeister zurück zum „Wir-Gefühl“

Bürgermeisterkandidat Daniel Iliev: Heringen im Herzen

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Künftig möchte Daniel Iliev nicht nur vor dem Rathaus in Heringen stehen. Bei der Bürgermeisterwahl am 6. März strebt er einen eigenen Erfolg an.

Heringen. „Ich möchte den zweitschönsten Beruf für den schönsten aufgeben“, sagt Daniel Iliev. Der 32 Jahre alte gebürtige Heringer kandidiert in seiner Heimatstadt als Bürgermeister.

Dafür würde er Erfurt den Rücken kehren und seinen Posten als Pressereferent der SPD im Thüringer Landtag sowie als Büroleiter des Vorsitzenden Matthias Hey aufgeben. „Heringen liegt mir ganz einfach am Herzen.“

Das will Iliev auch durch seine Kandidatur als Unabhängiger unterstreichen. „Ich bin seit 2006 SPD-Mitglied und stamme aus einer Arbeiterfamilie. Ich mache daher aus meiner Nähe zur Sozialdemokratie keinen Hehl“, erklärt Iliev. Bei seiner Kandidatur hat er aber ganz bewusst auf die Unterstützung der SPD verzichtet. „In der Kommunalpolitik spielt Parteizugehörigkeit keine Rolle. Als Bürgermeister bin ich für alle Menschen da, für die ich das Beste erreichen möchte.“

Negative Schlagzeilen

Iliev möchte den Wechsel im Rathaus. „Es muss ein frischer Wind durch Heringen und die Stadtpolitik wehen. Es wird Zeit, dass wir in Heringen schon bald wieder miteinander als übereinander reden.“ Zu lange schon sei seine Heimatstadt mit Negativschlagzeilen in der Presse. „Darüber rege ich mich schon seit Jahren auf. Es wird Zeit, dass wir in der Kommunalpolitik wieder zur Sachlichkeit zurückfinden. Dafür stehe ich.“

Iliev bezeichnet sich selbst als politischen Menschen. „Schon in der Schule bin ich in verschiedenen Jahrgangsstufen Klassensprecher gewesen und habe mich in der Schülervertretung engagiert. Man regt sich ja viel auf. Um etwas zu verändern, muss man sich selbst einbringen.“ Und das möchte Iliev nun als Bürgermeister von Heringen. In der Stadt, in der er verwurzelt ist, und die er nach eigenem Bekunden nur wegen des Studiums verlassen hat.

Oberstes Ziel sei es zunächst einmal, politisch alles wieder zu befrieden, um zum Wir-Gefühl zurückzukehren. Das werde mit ihm gelingen. „Persönlich habe ich überhaupt keine Probleme mit irgendjemandem. Ich werde immer wieder den intensiven Austausch mit den Fraktionen suchen. Ein weiter so wie bisher darf es nicht geben.“

Keinen Kuschelkurs

Das bedeute aber nicht, immer nur einen Kuschelkurs anzustreben. „Man muss sich auch reiben. Aber nicht in der Öffentlichkeit. Am Ende einer jeden Auseinandersetzung muss man sich am nächsten Tag noch in die Augen schauen können. Dass dies mit den derzeit politisch Aktiven in Heringen nicht mehr funktioniert, davon ist auch Iliev überzeugt. „Es muss auf jeden Fall einen Wechsel geben. Entweder auf der Position des Bürgermeisters oder im Stadtparlament. Zueinander werden diese Personen nicht mehr finden. Ich aber reiche jedem die Hand, versprochen.“

Von Mario Reymond

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