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Bürgermeisterwahl in Kirchheim: Axel Schmidt (CDU) setzt auf frischen Wind

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Von: Christine Zacharias

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Von seiner Terrasse sieht und hört Bürgermeisterkandidat Axel Schmidt (43, CDU) die Autobahn und das Gewerbegebiet.
Alles im Blick: Von seiner Terrasse sieht und hört Bürgermeisterkandidat Axel Schmidt (43, CDU) die Autobahn und das Gewerbegebiet. © Christine Zacharias

In der Autobahngemeinde Kirchheim wird am 15. Mai der Bürgermeister neu gewählt. Neben Amtsinhaber Manfred Koch (SPD), bewirbt sich auch Axel Schmidt (CDU) um das Amt.

Kirchheim – Die meisten Kirchheimer hat Axel Schmidt in den vergangenen Wochen persönlich kennengelernt. Er ist in jedem Ortsteil von Tür zu Tür gegangen, um sich den Menschen vorzustellen, aber auch, um zuzuhören und zu erfahren, was sie ärgert, und was sie sich wünschen.

„Fast überall gibt es Probleme, weil Versprechen nicht eingehalten wurden. Die Unzufriedenheit ist groß“, hat Axel Schmidt aus den zahlreichen Gesprächen herausgehört. Positiv aufgenommen werde dagegen bei den Bürgerinnen und Bürgern, dass das Arbeitsklima in der Gemeindevertretung nun besser sei, trotz der nach wie vor unterschiedlichen Meinungen.

Axel Schmidt ist überzeugt, dass frischer Wind und neue Ideen der Gemeinde guttäten, und dass er derjenige ist, der dafür sorgen könnte. Mit seinen Ausbildungen bei der Sparkasse und bei der Polizei als Diplomverwaltungswirt bringe er eine gute Vorbildung mit, betont Schmidt. „Ich kann Zahlen lesen und verstehen und ich weiß, wie die Arbeitsabläufe in einer Verwaltung funktionieren“, erklärt er. „Einer muss den Hut aufhaben, das traue ich mir zu.“

Bürgermeister sollte ein dickes Fell haben

Zu den Eigenschaften, die ein Bürgermeister haben sollte, zählt Schmidt zudem ein dickes Fell, also die Fähigkeit, Probleme und persönliche Angriffe nicht zu nah an sich herankommen zu lassen. Das habe er bei der Polizei gelernt. Und was kann er nicht so gut? „Ich bin zu ehrlich“, meint Schmidt. Wichtig ist ihm in jedem Fall ein respektvoller Umgang miteinander.

Tatsächlich ist Axel Schmidt inhaltlich nicht sehr weit vom Amtsinhaber Manfred Koch entfernt. Beide wollen den Kernort stärken und dafür nicht nur die neue Kindertagesstätte mitten im Dorf ansiedeln, sondern auch neuen Wohnraum schaffen, Geschäfte ansiedeln und das Jagdhof-Gelände entwickeln. Manfred Koch hat hier schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass die Pläne der Gemeinde am Veto der Regionalplaner scheitern. Schmidt ist überzeugt, dass man einfach nur genug Druck machen müsse.

Das gelte auch für die Verlegung des Radwegs, die seit fünf Jahren daran scheitere, dass die Bahn kein Interesse daran habe, die dafür notwendigen Grundstücke zu verkaufen. Wie Koch hat Schmidt auch das ehemalige Wildparkgelände auf der Agenda. Er kritisiert, dass es hierfür immer noch kein Nutzungskonzept gebe.

Der CDU-Politiker hat sich die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr, die durch die häufigen Autobahneinsätze besonders gefordert sei, auf die Fahnen geschrieben. Als Bürgermeister wolle er sich hartnäckig dafür einsetzen, dass die Feuerwehr jede mögliche Unterstützung und Entlastung bekomme, versichert Schmidt.

Kritik an Lärmschutzmaßnahmen

Ganz persönlich betroffen sind Axel Schmidt und seine Familie vom Thema Autobahnlärm. Der schallt auf voller Breite auf das Wohngebiet am Hattenberg. Schmidt kritisiert die derzeit entstehenden bzw. geplanten Lärmschutzmaßnahmen als nicht ausreichend. Gerade von dem Stück der A 7 südlich von Kirchheim schalle besonders viel Lärm auf den Hattenberg. Dort sei aber kein Lärmschutz vorgesehen, erklärt er.

Mit Skepsis beobachtet Schmidt die Entwicklung am Seepark, wo sich die hinduistische Glaubensgemeinschaft Bhakti Marga niedergelassen habe. Es ist ihm ein Anliegen, dass der See weiterhin als Naherholungsgebiet von allen Kirchheimer genutzt werden könne. Inzwischen seien jedoch die Parkplätze gebührenpflichtig und auch die Mitglieder des Angelvereins würden schief angeguckt, wenn sie dort Fische aus dem Wasser holten, erzählt Schmidt. (Christine Zacharias)

Zur Person

Axel Schmidt wurde 1978 geboren und ist am Hattenberg in Kirchheim aufgewachsen. Er machte zunächst eine Ausbildung als Bankkaufmann, entschied sich dann aber für die Laufbahn bei der Polizei, wo er studierte und den Titel Diplom Verwaltungswirt (FH) erhielt. Seit 2008 ist Schmidt bei der Kriminalpolizei. 2011 kehrte er mit seiner Frau Sandra nach verschiedenen Stationen nach Kirchheim zurück, wo er jetzt wieder am Hattenberg lebt. Das Paar hat zwei Kinder. Schmidt engagiert sich seit sechs Jahren für die CDU in der Gemeindepolitik. (red/zac)

Hier geht‘s zum Artikel über den Amtsinhaber Manfred Koch (SPD).

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