Porträt

Bundestagswahl: Beate Gerke kandidiert für Die Basis

Eine klassische Pause macht Beate Gerke nicht. Sie nimmt sich Pausen, wie sie sie braucht. Zum Beispiel, wenn sie ihrem Hobby nachgeht: Figuren – wie diesen Teddy – aus Beton gießen.
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Eine klassische Pause macht Beate Gerke nicht. Sie nimmt sich Pausen, wie sie sie braucht. Zum Beispiel, wenn sie ihrem Hobby nachgeht: Figuren – wie diesen Teddy – aus Beton gießen.

Zehn Frauen und Männer kandidieren im Wahlkreis Hersfeld-Rotenburg/Werra-Meißner für den Bundestag. In unserer Porträtreihe stellen wir heute Beate Gerke (Die Basis) vor.

Hersfeld-Rotenburg/Werra-Meißner - Beate Gerke lacht gerne und oft. Das sieht man nicht nur an den Lachfältchen rund um ihre Augen. Zum Gespräch hat sie in ihre gemütliche Wohnung im Witzenhäuser Ortsteil Dohrenbach eingeladen. Dort lebt die Rentnerin „glücklich geschieden“, wie sie sagt, mit Katze Flocke und Kater Paul. „Ich genieße mein Leben und mache, was ich will.“

Und jetzt macht sie aktiv Politik. Wie kam es dazu? „Ich bin zum ersten Mal politisch tätig. Eine Meinung hatte ich schon immer, aber ich hätte nie gedacht, dass ich für den Bundestag kandidiere.“ Dass es dazu kam, hat mit der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Beschränkungen der Bundesregierung zu tun, die Beate Gerke nicht gut findet und sich deshalb bei der Basisdemokratischen Partei Deutschland – kurz Die Basis – engagiert. Hier sitzt sie im Kreisvorstand als Säulenbeauftragte für Schwarmintelligenz.

„Aktuell bin ich viel mit Basis-Arbeit beschäftigt“, berichtet Beate Gerke. Neben dem alle 14 Tage stattfindenden Stammtisch gibt es Vorstandssitzungen und natürlich gerade den Wahlkampf. Hier sorgt Beate Gerke dafür, dass immer alle Beteiligten etwas zu essen und zu trinken haben. „Deswegen habe ich den Spitznamen Smutje“, sagt sie. Zugute kommt ihr dabei, dass sie sowieso sehr gerne backt und anderen etwas abgibt. „Ich selbst esse gar nicht so viel Kuchen“, erklärt sie. Lieber macht sie anderen eine Freude. Dabei steht der Geschmack im Vordergrund, nicht die Optik – lecker soll es sein.

Gerke: „Ich habe einiges durchgemacht und dadurch viel gelernt“

Überhaupt betätigt sich Beate Gerke gerne handwerklich. Den Teich im Garten an dem Mehrfamilienhaus, in dem sie lebt, hat sie ebenso angelegt, wie die Blumenbepflanzung der Schubkarre – das will gepflegt werden. Auch fürs Putzen „geht einiges an Zeit verloren“, sagt sie. Denn: „Ich habe es gerne sauber und ordentlich.“

Das erleben unter anderem ihre Nichten und Neffen, die sie oft besuchen kommen. Sie sei ein Familienmensch, der einen engen Kontakt zu den Angehörigen hat, betont Beate Gerke, die ihr Ehrenamt, Demenz-Betreuung bei den Maltesern, wegen der Corona-Maßnahmen aufgegeben hat. Vor der Pandemie fand man die agile Rentnerin unter anderem auf Flohmärkten, wo sie ihre selbst gegossenen und bemalten oder patinierten Deko-Artikel aus Beton anbot. Die stellt sie in den unterschiedlichsten Formen her: Mal als Blumentopf in Kronenform, als Vogeltränke oder Willkommensgruß vor dem Hauseingang. Ein ganzes Regal im Keller hat Beate Gerke voll mit den Ergebnissen ihres speziellen Hobbys.

In ihrem Leben ist Beate Gerke schon viel herumgekommen. „Ich habe einiges durchgemacht und dadurch viel gelernt“, sagt sie. Beruflich war die Rentnerin schon in halb Deutschland tätig. In Vaake (heute Reinhardshagen) geboren, besuchte sie nach der Hauptschule die Berufsfachschule Wirtschaft und erhielt aufgrund ihrer guten Leistungen den Sekundarstufe-I-Abschluss.

Es folgte eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notargehilfin und dann zur Sozialversicherungsfachangestellten. Für die Arbeit zog sie erst nach Bad Vilbel, dann nach Kaiserslautern. Als der Ostseefan das Angebot erhielt, in Itzehoe eine Stelle anzutreten, nahm sie das gerne an und wohnte 14 Jahre in Rendsburg, bevor es sie wieder nach Nordhessen zog. „In Dohrenbach bin ich dann hängen geblieben.“

Und was würde Beate Gerke über sich sagen? „Ich lüge nicht, ich bin nicht erpressbar oder käuflich, darauf bin ich stolz.“ Wenn sie etwas wütend mache, lasse sie es raus – aber auf höfliche Art. „Man kann immer mit mir reden. Sie sei nicht im Besitz der Wahrheit, sie habe nur eine Meinung, „und ich bin bei guten Argumenten immer bereit, diese zu ändern“, sagt Beate Gerke. (Nicole Demmer)

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