Veggie-Speisen lösen Bratwurst ab

Friedlich und freundlich: So wird beim Burg Herzberg Festival gefeiert

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Nach dem verregneten Beginn ließ sich beim Burg Herzberg Festival auch die Sonne blicken.

Breitenbach/H. 11.000 zahlende Besucher kamen bisher zum Burg Herzberg Festival. "Wir hatten bisher nicht eine einzige Strafanzeige, keine Diebstähle, Schlägereien oder Hinweise auf Belästigungen“, sagt Polizeioberkommissar Oliver Vogt, der seit Dienstag die Einsatzleitung hat.

Der Polizeioberkommissar, selbst Rockmusik-Fan, fügt wie nebenbei hinzu: „Es ist ein friedliches, freundliches Fest.“

Dieses Lob an die Besucher, die vom Schlamm-Fest bis zum Tanz im Sonnenschein alle Festival-Wetter im Zeitraffer erleben durften, bekam die Polizei aber auch zahlreich von den Hippies zurück. Überall ein Dankeschön fürs Mit-Anpacken, wenn mal ein Wagen im Schlamm steckenblieb (was hundertfach vorkam), Freude, wenn in unbürokratischer Zusammenarbeit mit Bürgermeister Volker Jaritz, der Nordwind-Windanlagen Gruppe und Waldbesitzern neue, etwas trockenere Stellplätze besorgt und freigegeben werden konnten und Lob für das dezente und trotzdem Präsenz zeigende Verhalten.

Eine ganz andere Art an Kompliment für das Herzberg-Publikum erfuhren wir bei Vanessa („Du kannst mich auch Speedy Gonzales nennen“) vom Niederrhein: „Mit der Musik hier kann ich eigentlich nicht viel anfangen, ich komme wegen der netten Menschen. Hier fühle ich mich einfach wohl“, sagt der bekennende Roy Black- und Andreas Gabalier-Fan.

Damit dieses Herzberg-Feeling auch so bleibt, werden die Festival-Veranstalter auch im kommenden Jahr zum Jubiläum „50 Jahre Burg Herzberg Festival“ wieder nur 11000 Tickets verkaufen. „Dabei bleibt es, wir wollen nicht größer werden“, sagt Pressesprecher Gunther Lorz, an dessen Info-Stand Wünsche für das runde Geburtstagsfest entgegengenommen wurden.

Spitzenreiter: Die Space-Rocker von Hawkwind/GB, gefolgt von den norwegischen Psychedelic-Rockern Motorpsycho und der deutschen Metal-Band Wucan aus Dresden – eine für ein Hippie-Festival doch recht lautstarke Dröhnung, waren es doch gerade die eher sinnlicheren Konzerte von Felix Meyer und der Folk-Band Louis On The Run, die diesmal für Überraschungen sorgten.

So ändert sich ein Festival über die Jahre mit seinem Publikum, zu dessen Stamm jetzt schon Kinder wie Mia, Lina und Anneliese zählen, die auf Stelzen übers Festivalgelände schreiten und sich nicht daran erinnern können, wie oft sie mit ihren Eltern schon beim Festival waren. „Was machst du denn, wenn du damit hinfällst?“ fragt ein älterer Festivalbesucher. Anneliese: „Dann stehe ich wieder auf.“

Was sonst noch auffiel: Vegetarische und vegane Speisen waren auf dem Festival schon immer beliebt. In diesem Jahr haben sie endgültig die Oberhand gewonnen und die Bratwurst beeindruckend abgelöst. Ähnliches gilt für die Getränke: Mango-Lassi oder ein Maracuja-Milchshake statt Bier. Härtere Sachen sind ohnehin seit jeher verpönt.

Und noch ein Kompliment an das Festival und seine Besucher, das sich aber erst im nächsten Jahr zeigen wird: Vertreter des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) wie NVV, RNV und VGO haben der Festivalleitung bereits signalisiert, dass sie aufgrund der nicht nur wegen des Wetters gestiegenen Nachfrage 2018 ihr Angebot ordentlich aufstocken werden.

Burg Herzberg Festival: Impressionen vom Wochenende Teil 2

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