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Burgfest in Nentershausen: Besucher tauchten am Wochenende in das Mittelalter ein

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Von: Susanne Kanngieser

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Poeta Magica: Die Musiker gehören schon immer zum Burgfest in Nentershausen dazu. Mit ihren inspirierenden Klängen versprühten sie Leichtigkeit und Charme.
Poeta Magica: Die Musiker gehören schon immer zum Burgfest in Nentershausen dazu. Mit ihren inspirierenden Klängen versprühten sie Leichtigkeit und Charme. © Susanne Kanngieser

Das Gejohle der Ritterhorden schallte über den Burghof. Schwerter krachten klingend aufeinander. Und ganz nebenbei lustwandelten am vergangenen Wochenende Spielleute und Gaukler rund um die Anlage der Burg Tannenberg, kurz Tannenburg genannt.

Nentershausen – Regen, Wind und andere herbstliche Wettererscheinungen trübten in keiner Weise die Freude, sich nach zweijähriger Corona-Pause wieder im Mittelalter zu begegnen.

Die historische Seite der Tannenburg wurde erneut lebendig. Ritter, Raufbolde, Gaukler, Landsknechte, Burgfräulein, Markthändler und Handwerker aus ganz Deutschland drehten das Rad der Zeit zurück und unterhielten Besucher an zwei Tagen mit spektakulären Darbietungen, schönem, selbst hergestellten Kunstgewerbe und spannenden Vorführungen. Eine Familie kam aus Neckargemünd, sechs Stunden Fahrtzeit inklusive, „aber das war es uns wert. Wir kennen hier so viele nette Menschen schon ein Leben lang“, sagte der Mann, der sich später auch ins mittelalterliche Spektakel einreihte.

Besonders beliebt waren die Schaukämpfe, in denen sich raufende Ritter – angefeuert von jubelnden Besucher-Fangemeinden – zuweilen artistisch spektakuläre Duelle lieferten. Alles mit Humor und natürlich diszipliniert einstudiert. Besonders die jungen Zuschauer hatten große Freude, ihren jeweiligen Favoriten anzuspornen. Mittelfingerzeigen zum Gegner inklusive.

In den Schaukämpfen lieferten sich raufende Ritter zuweilen artistisch spektakuläre Duelle.
In den Schaukämpfen lieferten sich raufende Ritter zuweilen artistisch spektakuläre Duelle. © Susanne Kanngieser

Einzug auf die Burg hielt auch Michael Schanze von der Falknerei Schanze in Haunetal. Da konnte man einem Steinadler, zwei Habichten, einem Wanderfalken und einem Sakerfalken auf Augenhöhe begegnen, ganz ohne Gitter und Absperrungen. Michael Schanze wurde nicht müde, zu betonen, dass in seiner etwas anderen Falknerei mit zusätzlicher Greifvogelauffangstation Erlebnis- und Waldpädagogik im Vordergrund steht.

In diversen Schänken gab es Leckeres für Zwischendurch. Alexa von Baumbach bereitete zum Beispiel das ungarische Langós mit unterschiedlichen Belägen nach Wahl zu. Andernorts wurde Fettenbrot angeboten, leckere Kuchen und traditionell: Bratwurst.

Zu den Handwerksmeistern gehörte auch Drechsler Peter Emich aus Zierenberg. Beim Sprühen der Späne spürte man gleich eine gewisse meditative Wirkung. Seine schönen Holzschalen wurden gerne mal in die Hand genommen. Gabi Walther aus Erfurt unterstützte am Stand nebenan die Wikingerin Isabella Herrmann, die hand- und naturgefärbte Stoffe, Wolle, Garn und Kleidung verkaufte. In vielen Ecken und Nischen entdeckte man traditionelle Handwerkskunst. Manchmal unauffällig und dezent, aber immer effektvoll und mit Liebe dargestellt.

In der „Pötterey“ unterstützten Daniela Paladji mit ihren Töchtern Ylva (links) und Nora aus Wanfried den Verkauf von Töpfer-Produkten.
In der „Pötterey“ unterstützten Daniela Paladji mit ihren Töchtern Ylva (links) und Nora aus Wanfried den Verkauf von Töpfer-Produkten. © Susanne Kanngieser

Die Musiker von Poeta Magica zogen um das Burggelände und versprühten Leichtigkeit und ausgelassene, charmante Atmosphäre mit ihren inspirierenden Klängen. Die Landsknechte der Tannenburg, Fähnlein Roter Hahn aus Büdingen, sind seit 18 Jahren in Nentershausen dabei und präsentierten sich stolz als einzige Renaissance-Gruppe im Mittelalter.

Am Pötterey-Shop stand Daniela Paladji mit ihren Töchtern Ylva und Nora aus Wanfried. Sie machten Werbung für die schönen Töpferei-Produkte in Handarbeit vor Ort. Zur erlebbaren mittelalterlichen Geschichte mit Animationsprogramm führte ein gut organisierter Shuttle-Service der Gemeinde Nentershausen zurück zu den selbstfahrenden Blechkutschen in die Jetzt-Zeit. (Susanne Kanngieser)

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