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Bus mit Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine in Obersuhler Notunterkunft angekommen

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Von: Sebastian Schaffner, Christine Zacharias, Anna-Laura Weyh

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Der Bus ist da: Gegen 17.20 Uhr sind am Dienstag rund 50 vom Land Hessen zugeteilte Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Obersuhl angekommen. Im dortigen Bürgerhaus haben der DRK-Betreuungszug Rotenburg und die Freiwillige Feuerwehr Obersuhl eine Notunterkunft für den Landkreis eingerichtet.
Der Bus ist da: Gegen 17.20 Uhr sind am Dienstag rund 50 vom Land Hessen zugeteilte Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Obersuhl angekommen. Im dortigen Bürgerhaus haben der DRK-Betreuungszug Rotenburg und die Freiwillige Feuerwehr Obersuhl eine Notunterkunft für den Landkreis eingerichtet. © Anna Weyh

Kuscheltiere für die Kinder, Essen für alle: Am Dienstag sind rund 50 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in der Notunterkunft im Obersuhler Bürgerhaus empfangen worden. Es waren die ersten in der erst übers Wochenende eingerichteten Notunterkunft.

Obersuhl/Bad Hersfeld - Geplant ist, dass die Menschen, die vom Land Hessen zugeteilt worden sind, maximal 24 Stunden im Obersuhler Bürgerhaus verbringen. Dann werden sie auf Wohnungen im Kreis verteilt. „Die Menschen sollen erstmal ankommen und Luft holen. Hier haben sie Platz und können sich ausruhen, etwas essen oder auch einfach erstmal duschen“, sagte Bianca Mucke vom DRK-Kreisverband Rotenburg bei der Ankunft. Das DRK war mit einem aus 21 Helfer bestehenden Betreuungszug im Einsatz, darunter Ehrenamtliche aus Obersuhl, Weiterode und Sontra.

Die Menschen sollen erstmal ankommen und Luft holen.

Bianca Mucke, DRK Rotenburg

Die Ehrenamtlichen hatten in den vergangenen Tagen alles für die Ankunft der ukrainischen Gäste im Bürgerhaus vorbereitet. Rund 50 Feldbetten waren aufgebaut, auf einem Tisch standen Erfrischungsgetränke bereit, im Foyer gab’s eine reichlich gedeckte Tafel mit Essen. Für sämtliche Räumlichkeiten hatten die Helfer Hinweisschilder auf Ukrainisch angefertigt: Wo der Schlafsaal ist, wo sich die Toiletten und Duschen befinden, wo der Wickeltisch steht, dass Rauchen im Gebäude nicht gestattet ist. Und damit bei Dunkelheit niemand der Ortsfremden durch den Hintereingang in den Bach Suhl fällt, haben die Gastgeber sicherheitshalber ein Absperrband gezogen.

Wissen, wo was ist: Für die Notunterkunft im Obersuhler Bürgerhaus sind extra Hinweisschilder auf Ukrainisch angefertigt worden.
Wissen, wo was ist: Für die Notunterkunft im Obersuhler Bürgerhaus sind extra Hinweisschilder auf Ukrainisch angefertigt worden. © Sebastian Schaffner

„Dass wir unser Bürgerhaus zur Verfügung stellen, war für uns eine Selbstverständlichkeit“, hatte Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth am frühen Dienstagnachmittag gesagt, kurz bevor der Bus kam. Wirth lobte den Einsatz der Ehrenamtlichen: „Das ist schon klasse, was unser DRK hier wieder leistet.“

Auch in Bad Hersfeld ist am Dienstag die zweite Notunterkunft im Landkreis eingerichtet worden. Bis zu 100 Menschen aus der Ukraine können im ehemaligen Jobcenter des Landkreises in der Berliner Straße schon bald Zuflucht finden. Es stünden lediglich noch letzte Arbeiten wie die Kontrolle der Sanitäranlagen aus, so dass die Unterkunft in den kommenden Tagen bezugsfertig sei, sagte Kreisbrandinspektor Marco Kauffunger.

Etwa 150 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Feuerwehren, des DRK und des THW haben auch in Bad Hersfeld eine Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Jobcenter des Kreises in der Berliner Straße eingerichtet. Für die freiwilligen Helfer hatten DRK und THW auf dem Parkplatz beim Aqua Fit eine Verpflegungsstation aufgebaut.
Etwa 150 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Feuerwehren, des DRK und des THW haben auch in Bad Hersfeld eine Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Jobcenter des Kreises in der Berliner Straße eingerichtet. Für die freiwilligen Helfer hatten DRK und THW auf dem Parkplatz beim Aqua Fit eine Verpflegungsstation aufgebaut. © Christine Zacharias

Hergerichtet haben die Unterkunft in den seit dem Umzug in den Neubau des Landratsamts leer stehenden Räumen zahlreiche Helfer verschiedener Organisationen. Laut Kauffunger waren unter anderem die Feuerwehren Rotenburg, Wildeck, Bebra, Ludwigsau, Friedewald, Heringen und Hauneck, das THW aus Bad Hersfeld und Rotenburg sowie der DRK-Betreuungszug Bad Hersfeld beteiligt.

Aus dem Gebäude eine Unterkunft für geflüchtete Menschen zu machen, sei ohnehin geplant gewesen, so Kreis-Sprecherin Jasmin Krenz. Da aber immer mehr Menschen aus dem Kriegsgebiet nach Deutschland kommen, habe es nun schneller gehen müssen.

Die Einrichtung der Zimmer im ehemaligen Jobcenter ist schlicht. Jeweils vier Betten aus Bundeswehrbeständen, vier Stühle, ein Tisch, ein Kleiderschrank und ein Kühlschrank stehen in jedem Zimmer, das aber immerhin großzügig Platz bietet und hell ist. Toiletten und Duschen, eine Küche mit mehreren Herden und ein Waschsalon sind in Containern auf dem Hof untergebracht.

Schlicht, aber trocken und warm: Im ehemaligen Jobcenter sind Unterkünfte für Flüchtlinge eingerichtet worden. Jeweils zwei mal zwei Stockbetten, ein Tisch, vier Stühle und ein Kleiderschrank pro Zimmer. Auch ein Kühlschrank gehört zur Ausstattung.
Schlicht, aber trocken und warm: Im ehemaligen Jobcenter sind Unterkünfte für Flüchtlinge eingerichtet worden. Jeweils zwei mal zwei Stockbetten, ein Tisch, vier Stühle und ein Kleiderschrank pro Zimmer. Auch ein Kühlschrank gehört zur Ausstattung. © Christine Zacharias

150 Freiwillige haben die Möbel am Dienstagvormittag aufgebaut und die Zimmer eingerichtet. Los ging der Einsatz um 6.30 Uhr, bis zum Mittag waren die meisten Arbeiten erledigt. Versorgt wurden die Helfer vom DRK Ransbach mit Gulasch und Nudeln. Das DRK Bad Hersfeld sorgte für Getränke und Obst. Eine Versorgungsstation hatten DRK und THW auf dem Parkplatz des Aqua Fit eingerichtet. Dort übermittelte Stefan Heußner den Helfern auch den Dank von Landrat Torsten Warnecke und Erstem Beigeordneten Dirk Noll.

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