Grüne erreichen auf Anhieb zwei Sitze

Kommunalwahl in Alheim: CDU und SPD verlieren leicht

Jemand macht mit einem Kugelschreiber ein Kreuz auf einem Wahlzettel. Die Kommunalwahl in Hessen findet am 14. März 2021 statt.
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Auch die Grünen sind demnächst im Gemeindeparlament von Deutschlands nachhaltigster Gemeinde 2016 vertreten: Die neue Liste holte in Alheim auf Anhieb zwei Sitze.

CDU und SPD haben in Alheim jeweils rund vier Prozent und einen Sitz im Parlament verloren. Trotzdem sind beide Parteien eher erleichtert über das Ergebnis der Gemeindewahl.

Alheim – Nach der Niederlage bei der Bürgermeisterwahl mit der gemeinsamen Kandidatin hatten SPD und CDU in Alheim für das Ergebnis der Kommunalwahl Schlimmeres befürchtet. Mit einer Wahlbeteiligung von 59,6 Prozent liegt Alheim im Landkreis Hersfeld-Rotenburg im Mittelfeld. Die Auffälligkeiten des Wahlergebnisses in der Gemeinde im Überblick:

Die SPD

„Wir sind sehr zufrieden. Die Ausgangsbedingungen waren schwierig. Es ist uns gelungen, dass unsere Leute wieder geschlossen zueinandergefunden haben“, sagt SPD-Spitzenkandidat Heinz Schneider. Insbesondere vor der Stichwahl um das Bürgermeisteramt hatte es bei den Sozialdemokraten zwei Lager gegeben, als sich ein Teil der Partei statt für die offiziell unterstützte Kandidatin, CDU-Mitglied Monika Riekhof, für den Gegenkandidaten und späteren Wahlsieger Jochen Schmidt aussprach, der sich vergeblich um eine Nominierung der SPD bemüht hatte. Im Kommunalwahlkampf habe man aber mit einer Stimme gesprochen und auch die Kandidatenliste einstimmig verabschiedet, so Schneider. „Wir haben unser Ziel, stärkste Kraft zu bleiben, klar erreicht. Von den Bürgern gab es gute Resonanz zu den Inhalten unseres Wahlprogramms.“

Die CDU

CDU-Spitzenkandidat Lothar Schäfer zeigt sich mit dem Wahlergebnis „recht zufrieden“. Die politische Großwetterlage auf Bundesebene schlage immer auch auf die Kommunalwahlen durch. Diesmal sei auch die Kreispolitik dazu gekommen. Nach dem Ergebnis der Landratswahl habe man bei der Alheimer CDU noch größere Verluste befürchtet. „Nun ist es aber im Rahmen. Die kommende Legislaturperiode wird spannend“, sagt Schäfer mit Blick auf die neue Machtverteilung und die Grünen als neue Fraktion.

Die Grafik zeigt eine Übersicht des vorläufigen Endergebnisses der Kommunalwahl für das Gemeindeparlament in Alheim. Mit einem Klick auf die Pfeile oben rechts ist die gesamte Grafik zu sehen.

Die FDP

Auch bei der FDP ist man trotz geringer Verluste zufrieden. „Dadurch, dass es mit den Grünen jetzt eine vierte Partei gibt, hatten wir schon befürchtet, dass wir noch mehr verlieren könnten. Aber im Gegensatz zu CDU und SPD ist es uns gelungen, unsere Sitze zu halten“, sagt Spitzenkandidat Aribert Kirch. Im Parlament würden nun viele „vernünftige Leute“ sitzen, mit denen man auch vernünftig reden könne. Kirch rechnet im Vergleich zu den Vorjahren mit einem besseren politischen Klima.

Die Grünen

„Wir haben viel erreicht“, sagt die Grünen-Spitzenkandidatin Edith Gipper zum Wahlergebnis. Die Liste sei neu angetreten und habe sich noch dazu erst kurzfristig formiert – da könne man mit zwei Sitzen sehr zufrieden sein. Mit wem man im Parlament dann am ehesten zusammenarbeiten werde, werde sich zeigen.

Die Einzelstimmen

Die mit großem Abstand meisten Stimmen hat der Parlamentsvorsitzende Marc Heinzerling (SPD) bekommen. Mit 1977 Wählerkreuzen erreichte er 279 Stimmen mehr als der Zweitplatzierte, CDU-Spitzenkandidat Lothar Schäfer. Heinz Schneider von der SPD ist der einzige Spitzenkandidat, der von den Wählern nicht auf Position 1 bestätigt wurde. Er landete mit 1189 Stimmen bei der SPD auf Platz 6. Lars Mark (1544) wurde von Platz 11 auf Platz 2 gewählt. Ebenfalls deutlich nach vorn gewählt wurde Mandy Hafermas (866): von Platz 20 auf Platz 8.

Bei der CDU wurden Sandra Zimmermann (1057, von Platz 20 auf 4), Markus Schäfer (968, von Platz 11 auf 5) und Richard Berge (von Platz 12 auf 7) nach vorne gewählt. Bei der FDP wurde das Spitzentrio mit Aribert Kirch (896), Astrid Storch (765) und Leonhard Häde (638) in dieser Reihenfolge klar bestätigt. Die Grüne Edith Gipper wurde von den Wählern mit 637 Stimmen in ihrer Spitzenposition bestätigt. Gerhard Wagner (551) wurde von Platz 4 auf 2 gewählt.

Die Ortsteile

Die SPD setzte sich in Hergershausen (57 Prozent), Oberellenbach und Baumbach (jeweils 52 Prozent) und Sterkelshausen (45 Prozent) als stärkste Kraft durch, die CDU in Obergude (63 Prozent), Niedergude (59 Prozent) und Heinebach (44 Prozent) und die Grünen in Niederellenbach (34 Prozent). Da in zwei Wahllokalen weniger als 50 Bürger zur Wahl gingen, wurde diese in anderen Bezirken ausgezählt: Erdpenhausen ist bei Baumbach dabei, Licherode bei Oberellenbach. Die Wahlergebnisse der Ortsteile können nur als Tendenz über das Wahlverhalten in den jeweiligen Orten dienen: Mehr als die Hälfte der Stimmen gingen per Briefwahl ein. Dabei wird nicht nach Ortsteilen unterschieden. (Christopher Ziermann)

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