Prüfung steht noch aus

Cornberg möchte Teil des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land werden

Hat so Einiges zu bieten: Unser Bild zeigt Cornbergs Bürgermeisterin Katja Gonzalez Contreras und Forstamtsrat Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land, am Glockenteich unweit des Cornberger Klosters (links über dem Pavillon schaut noch ein Turm hervor) auf dem Sandsteinbruchgelände.
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Hat so Einiges zu bieten: Unser Bild zeigt Cornbergs Bürgermeisterin Katja Gonzalez Contreras und Forstamtsrat Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land, am Glockenteich unweit des Cornberger Klosters (links über dem Pavillon schaut noch ein Turm hervor) auf dem Sandsteinbruchgelände.

Die Braut muss sich nicht erst schmücken – im Falle von Cornberg ist sie es bereits.

Cornberg – Mit dem Sandsteinbruch – 2016 als Hessisches Geotop des Jahres ausgezeichnet – mehreren FFH-Gebieten wie der Doline, einer großen Magerrasenfläche mit teilweise endemischen Pflanzen und besonders seltenen Schmetterlingsarten und nicht zuletzt ihrem Kloster hat die Gemeinde viel zu bieten.

Das sieht auch Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land so, bei dem sich die Cornberger um eine Aufnahme beworben haben.

„Die kleine Gemeinde Cornberg wäre aus diesen Gründen für unseren Naturpark eine große Bereicherung“, sagt Lenarduzzi. Doch so weit ist es noch nicht. Zwar hat Cornbergs Bürgermeisterin Katja Gonzalez Contreras politisch schon alle Weichen gestellt: Im Gemeindevorstand sei man sich einig gewesen, „dass das Gesamtkonzept des Geo-Naturparks mit dem Fokus nicht nur auf dem Tourismus, sondern insbesondere auch auf der Natur ausgezeichnet zu Cornberg passt“, berichtet die 48-Jährige. Doch alleine der Wille des Gemeindevorstands zählt in diesem Falle nicht.

Um im Frau-Holle-Land aufgenommen zu werden, müssen noch einige Hürden überwunden werden. Zunächst müssen die Verbandsversammlung des Naturparks und der Kreisausschuss des Werra-Meißner-Kreises noch ihre Zustimmung geben. Danach kann beim Hessischen Umweltministerium die Ausweitung des Geo-Naturparks beantragt werden. Dort wird geprüft, ob Cornberg die Kriterien – dazu zählen FFH-Schutzgebiete oder herausragende Besonderheiten wie das Kloster – erfüllt. „Wenn dann alles für gut befunden wurde, gibt das Land Hessen die Erweiterung des Naturparks um das Gebiet der Gemeinde Cornberg im Staatsanzeiger bekannt“, erklärt Geschäftsführer Lenarduzzi. Bis es so weit ist, werde sich das ganze Prozedere voraussichtlich bis Anfang des kommenden Jahres hinziehen, vermutet der 55-Jährige.

„Wir würden sehr gerne Teil dieser Gemeinschaft werden, zu der ja auch unsere Nachbargemeinden Nentershausen und Sontra schon gehören“, sagt Bürgermeisterin Gonzalez Contreras. In Nentershausen sind die Tannenburg, das Feriendorf und Premium-Wanderwege sowie der Startpunkt des Werra-Burgen-Steigs Hessen die Hauptattraktionen.

„Wir wollen, dass das Steinbruch-Areal bestmöglich wiederbelebt wird“, sagt Cornbergs Bürgermeisterin. Man habe mit dem Naturpark bereits in der Vergangenheit sehr gut zusammengearbeitet. So zum Beispiel beim Glück-Auf-Radweg, der Cornberg mit Sontra und Nentershausen verbindet. „Wird Cornberg aufgenommen, wäre die Gemeinde Bestandteil eines prosperierenden Verbandes“, sind sich Bürgermeisterin und der Naturpark-Geschäftsführer einig. Cornberg könnte mit diesem Gütesiegel werben und wäre über das Frau-Holle-Land, das sogar über Google für sich Werbung macht, im Internet bestens präsent. „Der Geo-Naturpark hat drei Säulen“, erklärt Lenarduzzi. Neben Naturschutz und Landschaftspflege, der Umweltbildung – selbst in Corona-Zeiten sind jährlich rund 5000 Kinder dort betreut worden – ist der Tourismus die dritte Säule. „Die Kombination dieser drei Dinge macht unseren Erfolg aus“, sagt der Geschäftsführer. Das habe auch den Cornberger Gemeindevorstand letztlich überzeugt, berichtet die Bürgermeisterin.

„In den vergangenen Jahren haben wir auf belastbare touristische Infrastruktur gesetzt“, sagt Lenarduzzi. Mit 25 Premiumwanderwegen und dem Werra-Burgen-Steig könne man bundesweit werben. Das locke viele Touristen an, „die Natur in unserer Umgebung zu entdecken“. Mit dem Geotop, dem Besuchersteinbruch und dem Sandstein-Museum im Kloster gebe es bereits viele Attraktionen, an denen man sich orientieren könne. „Wir wollen mit den Machern und Vereinen wie dem Heimat- und Kulturverein vor Ort in Kontakt kommen und zusammenarbeiten“, kündigt der Geo-Naturpark-Geschäftsführer für den Fall des Beitritts an.

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