Katja Gonzalez Contreras vereidigt

Cornberg hat die erste Bürgermeisterin im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Gemeindevertretungsvorsitzende Ursula Kuhnsch vereidigte in Rockensüß Cornbergs neue Bürgermeisterin Katja Gonzalez Contreras. Zu den Gratulanten gehörte Landrat Dr. Michael Koch, verabschiedet wurde Cornbergs Bürgermeister Achim Großkurth.
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Vereidigung in Cornberg: Gemeindevertretungsvorsitzende Ursula Kuhnsch (links) mit der neuen Bürgermeisterin Katja Gonzalez Contreras. Zu den Gratulanten gehörte Landrat Dr. Michael Koch (Zweiter von rechts). Verabschiedet wurde Cornbergs Bürgermeister Achim Großkurth.

Für den Kreis Hersfeld-Rotenburg ist es eine Premiere: Mit Katja Gonzalez Contreras wurde erstmals eine Frau an eine Verwaltungsspitze gewählt - und nun am Donnerstag vereidigt.

Cornberg – Abschied und Neuanfang, Emotionen und Masken, Geschenke und Gummihandschuhe – das alles gab es am Donnerstag im eher nüchternen Dorfgemeinschaftshaus von Rockensüß vor einem Corona-bedingt spärlichem Publikum. Cornbergs neue Bürgermeisterin Katja Gonzalez Contreras wurde vereidigt, ihr Amtsvorgänger Achim Großkurth verabschiedet.

Eine angemessene Feier für Achim Großkurth, das versprach Gemeindevertretungsvorsitzende Ursula Kuhnsch, soll im nächsten Jahr nachgeholt werden, wenn die Pandemieentwicklung es endlich zulässt.

Die Formalien sind ungewöhnlich und sehr nüchtern: Masken bedecken die Gesichter von Katja Gonzalez Contreras und Ursula Kuhnsch, als die Gemeindevertretungsvorsitzende den Amtseid abnimmt. Und die Hände stecken in Einmalhandschuhen, als Kuhnsch die künftige Bürgermeisterin verpflichtet.

Geschichtsträchtig: Gemeindevertretungsvorsitzende Ursula Kuhnsch verpflichtet die neue Bürgermeisterin Katja Gonzalez Contreras per Handschlag. Gonzales Contreras ist die erste Bürgermeisterin im Landkreis. Kuhnsch war vor über 20 Jahren erste Gemeindevertretungsvorsitzende im Kreis.

Umso herzlicher die guten Wünsche aller Redner für die Frau, die am 1. November einen klaren Sieg eingefahren hatte und im ersten Wahlgang 65,1 Prozent der Stimmen holte. „Sehr berührt“ habe sie dieser Vertrauensvorschuss, sagt sie und dankt Wählern und ihrer Familie.

Mut, Gelassenheit und ein langer Atem

Auch Landrat Dr. Michael Koch freut sich, dass es mit Gonzalez Contreras erstmals eine Bürgermeisterin im Landkreis gibt und heißt sie im Kreis der Verwaltungschefs willkommen. Und er stellt noch fest, dass die Gemeinde Cornberg ein integraler Bestandteil des Landkreises sei und bleibe.

Achim Großkurth konstatiert: „Die Cornberger haben vernünftig und nachhaltig gewählt.“ Die in der Verwaltung erfahrene neue Bürgermeisterin wirke besonnen und sei in der Lage sich schnell einzuarbeiten, um dann die Gemeinde wieder ein Stück voranzubringen. Ursula Kuhnsch wünscht Mut, Gelassenheit und einen langen Atem für dieses Amt, in dem man täglich den Bürgern begegne und ihnen Rechenschaft ablegen müsse.

Aufgaben von der Großbaustelle bis zum Hundehaufen

Von der Großbaustelle bis zum Hundehaufen – alles Aufgabengebiete eines Bürgermeisters, die Achim Großkurth 18 Jahre lang mit Bravour gemeistert habe, sagt Kuhnsch und dankt ihm dafür. Erster Beigeordneter Alfred Knoch beschreibt seinen langjährigen Weggefährten als zuverlässig, bodenständig und fleißig und zählt wesentliche Projekte auf, die Großkurth mitgestaltet und angeschoben hatte: Er habe die Dorferneuerung in Königswald zum guten Ende geführt und die in Cornberg umgesetzt, neue Strukturen in der Kita gefördert und die Ausstattung der Feuerwehr vorangetrieben. Und: Er hat die Ziele des Schutzschirmverfahrens erreicht.

Großkurth selbst erinnert sich in diesem Zusammenhang an eine seiner dunkelsten Stunden: in Wiesbaden zu sitzen und sich erklären zu lassen, dass 180 Euro Unterstützung für ein ehrenamtliches Projekt nicht genehmigungsfähig seien, weil der Haushalt keine freiwillige Leistung zulasse. Der scheidende Bürgermeister erinnert auch an Projekte wie den Cornberg-Treff, vor allem aber an die gelungene Zusammenarbeit mit dem Team im Rathaus, mit dem Gemeindevorstand und der -vertretung: „Man konnte sich die Meinung geigen, und dann ging es einvernehmlich weiter.“ Er dankt für das Vertrauen und er dankt seiner Frau Doris, ohne die er den Job so nicht hätte machen können. Der Rockensüßer geht als Bürgermeister, aber er bleibt in seiner geliebten Heimat. (Silke Schäfer-Marg)

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