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Cornberg muss im Haushalt erhebliche Einbußen bei der Gewerbesteuer verkraften

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Von: Carolin Eberth

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Mehrere Euroscheine liegen verstreut übereinander (Symbolbild)
Sparen ist auch in Cornberg angesagt. Dennoch will und muss die Gemeinde investieren in wichtige Projekte. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa

Auch in schwierigen Zeiten will die Gemeinde Cornberg in wichtige Projekte investieren. Dazu gehört der Radwegebau und die Sanierung der Straße „Am Hang“.

Cornberg – Das zweite Corona-Jahr war für Cornberg mit großen Herausforderungen und Belastungen verbunden. Das hat Bürgermeisterin Katja Gonzalez Contreras in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend betont, als sie den Haushaltsentwurf für 2022 vorstellte.

Stark abhängig von einem Betrieb

Deutlich wurden die massiven Einschnitte an den Gewerbesteuereinnahmen. Statt der geplanten 195 000 Euro, wurden gerade einmal 11 000 Euro Gewerbesteuer in Cornberg eingenommen. „Unsere Gemeinde ist in einer starken Abhängigkeit von einem Gewerbetreibenden. Hat dieser einen Schnupfen, haben wir eine Grippe“, sagt Gonzalez Contreras. Während der Planung des Haushalts für 2022 sei daher ein Gespräch mit der Werksleitung des Betriebes gesucht worden. Die positive Prognose ließ die Gemeinde schließlich Gewerbesteuereinnahmen von 280 000 Euro im Haushalt 2022 einplanen. So wird ein Überschuss von 26 456 Euro erzielt.

Materialmangel bremste Projekt aus

Die Baumaßnahme an der Straße „Am Hang“ konnte 2021 aufgrund von Materialmangel nicht umgesetzt werden. Dort wurde der Gipsboden in den vergangenen Jahren durch Ausspülungen unterhöhlt, wodurch sich Straße und Gehweg an mehreren Stellen abgesenkt haben. Aufgrund der Preisentwicklung wurde der Planansatz für 2022 um 50 000 Euro erhöht auf insgesamt 150  000 Euro.

Mit Radweg attraktiver werden

Als größere Investition ist auch der Radwegausbau Cornberg – Berneburg zu nennen. Das zuständige Planungsbüro hat Kosten in Höhe von 280 000 Euro berechnet. „Gemeinsam mit Sontra wurde im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit ein Förderantrag gestellt. Geht man von einer Förderquote von 75 Prozent aus, so verbleibt ein Eigenanteil von 70 000 Euro. Möglich wäre auch eine Förderung von 100 Prozent durch Bundesmittel, wenn der Radweg die Voraussetzungen für den Alltagsradweg erfüllt“, erklärt Bürgermeisterin Gonzalez Contreras. „Der Ausbau der Radwege ist in unserer Kommune ein weiterer Schritt, um den Tourismus voranzutreiben und uns attraktiver zu präsentieren.“

Neue Küchengeräte für Kloster

Für das Kloster Cornberg wurden weitere 30 000 Euro für den Austausch von Küchengeräten in Ansatz gebracht. Die Geräte seien 27 Jahre alt und es sei nur eine Frage der Zeit, wann sie ersetzt werden müssen, teilte die Bürgermeisterin mit.

Arbeiten im Gemeindewald

Im Gemeindewald wurden ebenfalls Instandsetzungsmaßnahmen in Höhe von 24 500 Euro in Ansatz gebracht, da nach den entstandenen Schäden durch den Borkenkäfer als auch durch Stürme, mit der Aufforstung begonnen werden muss. Für die Pflege von Kulturen sowie Holzeinschlagsmaßnahmen wurden 13 500 Euro eingeplant.

Für die Gemeinde Cornberg ergibt sich nach den Ansätzen im Investitionsprogramm zum Haushaltsentwurf 2022 ein Finanzmittelbedarf in Höhe von 170 792 Euro. Das Zahlenwerk unter Berücksichtigungen der Pandemie aufzustellen, sei eine große Herausforderung. Dafür dankte Bürgermeisterin Katja Gonzalez Contreras besonders Kämmerer André Koch.

Höhere Steuern werden geprüft

Aufgrund der angespannten Gesamtsituation ist die Gemeinde bestrebt, weitere Maßnahmen zu ergreifen, die zu einer Verbesserung der Ertragslage führen sollen. So werden zum Beispiel die Hebesätze für die Grundsteuern A und B (derzeit bei 700) sowie die Gewerbesteuer (380) auf den Prüfstand gestellt. Mit den Fraktionen wurde daher vereinbart zu prüfen, in welchem Rahmen Steuererhöhungen die Ertragslage in Cornberg stabilisieren können. (Carolin Eberth)

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