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Nach 44 Jahren in Cornberger Kita: Ursula Krück geht in den Ruhestand

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Von: Carolin Eberth

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Ursula Krück geht nach 44 Jahren in den Ruhestand. Auf unserem Foto sitzt sie lachend in einem der bunt und kreativ gestalteten Spielräume der Kita.
Es war ihr Traumjob, Kinder auf einem Teil ihres Lebensweges begleiten zu dürfen, berichtet Ursula Krück, die in den Ruhestand verabschiedet worden ist. © Carolin Eberth

Ursula Krück fällt der Abschied als Erzieherin in der Kita in Cornberg nicht leicht. Sie hat dort viel erlebt in den 44 Jahren.

Cornberg – Ursula Krück kennt sie alle: die Kinder aus Cornberg und Umgebung, die in den vergangenen 44 Jahren in den Kindergarten Löwenzahn gingen. Mittlerweile haben ihre ersten Schützlinge selber erwachsene Kinder und könnten rein rechnerisch schon Großeltern sein. Am Freitag, 18. März 2022, ist die 63-jährige Königswalderin in den Ruhestand gegangen „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. Für unsere Zeitung wirft sie einen Blick zurück auf Veränderungen im Beruf und herzerwärmende Anekdoten.

Zuerst Nachbarskinder gehütet

Für die Erzieherin habe schon immer festgestanden, dass sie beruflich mit Kindern arbeiten möchte. Erste Erfahrungen sammelte sie beim Hüten von Nachbarskindern, dann machte sie eine Ausbildung als Kinderpflegerin und 1978 fing sie schließlich im Cornberger Kindergarten an zu arbeiten, kurz nachdem dieser eröffnet wurde.

Arbeit hat sich verändert

Damals habe es nur zwei Kita-Gruppen gegeben, der Anbau stand noch nicht und auch die Arbeit sei noch eine andere gewesen, wie Krück erzählt. „Wir konnten bei schönem Wetter einfach spontan Ausflüge machen und brauchten nicht wie heute für alles eine Genehmigung.“ Verändert habe sich beispielsweise auch die Eingewöhnung der Kinder. Früher hätten die Eltern ihre Sprösslinge einfach zur Kita gebracht und seien dann wieder gefahren. Heute hingegen würden die Kinder wochenlang eingewöhnt werden, erst mit den Eltern an ihrer Seite, später mit den ersten Trennungen.

Geschichten zum Schmunzeln

In 44 Berufsjahren als Erzieherin blieben Schmunzelgeschichten natürlich nicht aus. Sie berichtet von einem Kind, das sie als Erzieherin sehr mochte und gerne in ihrer Gruppe war. „Doch wenn ich mir die Haare hochsteckte, dann bekam der Junge Angst und wollte sofort den Raum wechseln.“

Übernachtung mit Heimweh

Im Gedächtnis geblieben ist ihr auch folgende Situation: „Wir waren mit den Vorschulkindern für eine Übernachtung auf dem Jugendhof in Rotenburg. Ein Mädchen wollte zuerst nicht mit und hatte Heimweh. Doch als sie am nächsten Morgen aufwachte, war sie ganz stolz und sagte zu ihrer Freundin: ‘Wach auf, es ist Morgen, wir haben die Nacht überstanden’.“

Noch heute zu vielen Kontakt

Würde Krück all ihre Erlebnisse zusammenfassen, dann ließe sich ein ganzes Buch schreiben, wie sie erzählt. „Auch wenn es teilweise ein sehr stressiger und nervenzehrender Beruf ist, habe ich ihn immer mit Leib und Seele ausgeübt und würde mich heute wieder für ihn entscheiden. Es war mein Traumjob“, sagt Ursula Krück. Es seien besonders die strahlenden Kinderaugen gewesen, die ihr über all die Jahre die Kraft und Energie zum Arbeiten gegeben hätten. „Man baut auch eine intensive Beziehung zu ihnen auf, wenn man die Kinder auf dem ersten Teil ihres Lebensweges begleiten darf. Noch heute habe ich zu vielen Kontakt, die mittlerweile schon erwachsen sind.“

Team meistert auch Corona

Ihr letzter Berufsabschnitt war dann geprägt von Corona: „Das brachte viele Einschnitte: den Lockdown, die Notbetreuung, Lolli-Tests, immer wieder neue Verordnungen, die in kürzester Zeit umgesetzt werden mussten.“ Das sei oft schwierig gewesen und erforderte große Flexibilität, sagt Krück. Aber auch diese Herausforderungen meisterte sie mit ihrem Team. Denn eine Konstante bei allen Turbulenzen bleibt: ihr großes Herz für Kinder.

Dieses werde nun wohl für einen Abschied sorgen, der ihr nicht kinderleicht fallen werde. „Besonders die Verbindung zu den Kindern, Kollegen und Eltern wird mir fehlen sowie der strukturierte Tagesablauf. Aber besonders das Leuchten in den Augen der Kinder.“

Die neu gewonnene Freizeit möchte sie mit ihrem Mann verbringen, zusammen E-Bike fahren, Sport machen, reisen, im Schützenverein schießen und den neuen Lebensabschnitt „einfach auf mich zukommen lassen.“

(Carolin Eberth)

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