Azubi-Serie: Die Besten aus der Region im Porträt

Clever und ehrgeizig: Philipp Ewald aus Cornberg ist Landessieger der Industriemechaniker

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Liebt seinen Job und paukt gerne dafür: Industriemechaniker Philipp Ewald aus Cornberg zählt zu den Besten seiner Fachrichtung.

Cornberg. Sympathisch, clever und ehrgeizig: Philipp Ewald aus Cornberg weiß genau, was er will - und das setzt er auch um. Zuletzt bei seiner Ausbildung zum Industriemechaniker im Baunataler VW-Werk.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre, heißt es im Volksmund. Besonders während einer Ausbildung wird jungen Menschen viel abverlangt. Um den Fleiß der Azubis zu würdigen, stellen wir die Besten des Landes aus unserer Region in einer Serie vor.

Mit Philipp Ewald aus Cornberg startet die Serie. Als Landessieger schloss er seine Ausbildung ab, mit der Note sehr gut. Von 100 Prozent erreichte er bei den Prüfungen ganze 98.

„Wenn man für seinen Job brennt und Spaß an der Arbeit hat, dann fallen einem die Prüfungen leicht“, sagt der 23 Jahre alte Ewald. Außerdem habe er am Prüfungstag Glück gehabt und sei in einer guten Tagesform gewesen.

Bescheiden sein, das kann Ewald gut. Er ist zwar stolz auf seine Leistungen, ruht sich aber nicht darauf aus. Deswegen hat er gleich nach der Ausbildung ein Studium an der Universität Kassel begonnen. Und weil der 23-Jährige nichts dem Zufall überlässt, hat er vorher noch einen Mathematik-Aufbau-Kurs belegt.

„Wenn ich etwas anfange, dann muss es nicht nur fertig, sondern auch gut werden“, erklärt der Neu-Student seinen Einsatz. So sei er zum Beispiel vor kurzem an einer Uni-Hausaufgabe nicht weitergekommen. Um Mitternacht fiel ihm plötzlich die Lösung ein und er sei extra aufgestanden, um die Aufgabe fertigzustellen.

Für die nächsten zehn Semester, sprich fünf Jahre, widmet sich der 23-Jährige dem Studiengang Maschinenbau. Nach dem Bachelor und Master will er aber wieder zurück zu Volkswagen, am liebsten in die Entwicklung. An diese Abteilung hat er nämlich bereits während eines Praktikums vor vielen Jahren sein Herz verloren. Sein Steckenpferd: Autogetriebe in allen Formen und Farben und ihre Funktion. Besonders das Testggelände von VW in Baunatal hat es ihm angetan. Dort passiere es schon mal, dass bei Tempo 80 plötzlich in den Rückwärtsgang geschaltet werde. Als Autohersteller müsse man mit allem rechnen - und auch damit, dass Autofahrer seltsame Dinge tun, weiß Ewald. Um zu überprüfen, was ein Getriebe alles aushält, seien solche Tests wunderbar, schwärmt der Auto-Fan, der in Sontra aufgewachsen und zur Schule gegangen ist. Sein Abitur legte er mit der Note 1,8 ab. Lieblingsfach? Natürlich Physik.

Nach dem Abi hatte sich Ewald bei VW zunächst für ein duales Studium beworben. Die Plätze waren allerdings schon alle vergeben. Er bekam das Angebot, eine Ausbildung zum Industriemechaniker zu machen. Ewald nahm an, ließ aber den Gedanken an ein Studium nicht fallen.

Der Liebe wegen zog es Ewald im vergangenen Jahr nach Cornberg. Dort wohnt er mit seiner Freundin Elisa zusammen. Seit mehr als fünf Jahren sind die beiden schon ein Paar und unterstützen sich gegenseitig.

Und wenn Ewald nicht gerade an Autos herumschraubt und Bücher über Metallverarbeitung liest, dann schaut er amerikanische Serien oder spielt Fifa auf der Playstation. Schon seit Kindheit an ist er Real-Madrid-Fan und fiebert bei allen Fußballspielen seines Lieblingsclubs lautstark vor dem Fernseher mit.

Ausbildung zum Industriemechaniker:

Industriemechaniker stellen Geräteteile und Baugruppen für Maschinen her. Philipp Ewald war zum Beispiel während seiner Ausbildung bei Volkswagen in Baunatal für die Instandsetzung von Fließbändern oder Produktionswerkzeugen zuständig. Die Ausbildung zum Industriemechaniker dauert meist 3,5 Jahre und findet im Wechsel im Ausbildungsbetrieb sowie in der Berufsschule statt. Im Unterricht stehen Fächer wie Mathematik, Physik und Informatik im Vordergrund. Die praktische Ausbildung beinhaltet alle Arbeiten rund um Industriemaschinen.

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