35 Jahre als Leiterin: Johanna Schenk lebt für die Cornberger Kita Löwenzahn

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In ihrem Element: Johanna Schenk (links), die 35 Jahre lang die Kita Löwenzahn in Cornberg geleitet hat. Rechts im Bild ist ihre Nachfolgerin Yasmin Röhling, hier im Bewegungsraum mit (von links) Emma, Joline, Lian, Charlotte und Thoralf (oben). Um das ganze Bild zu sehen, klicken Sie auf die Pfeile oben rechts. 

35 Jahre lang hat Johanna Schenk den Cornberger Kindergarten geleitet. "Ich lebe für die Kita Löwenzahn", sagt die 58-Jährige. Sie blickt auf eine bewegte Zeit zurück.

"Mein Mann hat immer gesagt, ich bin mit ihr verheiratet“, sagt Johanna Schenk. Lange gab es im Ort eine Kinderbetreuung nur bei der Kirche – allerdings ohne ausgebildete Erzieherinnen. 1978 öffnete dann die Kita ihre Pforten. Johanna Schenk war fast von Anfang an dabei: erst als Praktikantin im Rahmen der Ausbildung, dann als Erzieherin und ab 1982 als Leiterin. Da war die Frau aus Waldkappel gerade 22 Jahre alt. 

„Natürlich war das zu Beginn nicht so leicht, aber ich bin schnell reingewachsen. Auch dank meines tollen Teams“, sagt sie. In den 1980er Jahren waren zwei Erzieherinnen und zwei Praktikantinnen für 50 Kinder in zwei altersgetrennten Gruppen zuständig – heute sind es sieben Erzieherinnen und eine Raumpflegerin. Zu den beiden Gruppen ist noch eine Krippen-Gruppe hinzugekommen.

Die äußeren Umstände und der Kita-Alltag haben sich geändert

„Die Zeiten haben sich geändert. Früher hatten wir mittags geschlossen und nachmittags war nur die Hälfte der Kinder da. Jetzt sind wir von 7 bis 16 Uhr durchgängig in der Kita und der Anteil der Kinder, die nachmittags noch da sind, ist deutlich größer geworden“, sagt Johanna Schenk. „Immer mehr Frauen arbeiten. Und dass Oma und Opa auf die Kinder aufpassen, ist mittlerweile eine Seltenheit.“

Doch nicht nur die äußeren Umstände sind anders als zu Schenks Anfangszeit, auch der Kita-Alltag hat sich gewandelt. Die Cornberger Kita war eine der ersten, die altersgemischte Gruppen einführte. Die Kleinen würden von den Großen lernen, so Schenk, die diese Veränderung initiierte. Seit dem Anbau 1996 gibt es einen Bewegungsraum für die Kinder. 

Seit 1997 sind Erzieherinnen und Kinder vier Mal im Jahr ein bis zwei Wochen im Wald und verbringen meist den ganzen Tag unter freiem Himmel. Nur das Frühstück wird manchmal in einen Bauwagen verlegt, wenn es zu nass ist. „Die Kinder sollen im Frühling die Knospen sehen, im Sommer die grünen Bäume, im Herbst das Laub und im Winter die Bäume ohne Blätter“, sagt Johanna Schenk.

Kinder lernen beim Spielen

Sie hat außerdem mit ihrem Team – Erzieherin Ursula Krück ist seit dem ersten Tag dabei – eine Entdeckungstour entwickelt, bei der die Kinder die Infrastruktur Cornbergs kennenlernen. Sie besuchen die Geschäfte und zum Beispiel den Steinbruch.

Noch ganz neu ist, dass der Nachwuchs im letzten Kindergartenjahr einmal wöchentlich in die Grundschule geht. „Dabei geht es nicht um Zahlen und Buchstaben, sondern darum, die Umgebung kennenzulernen“, sagt Schenk. Für sie können Kinder nirgendwo so viel lernen wie beim Spielen: „Regeln einhalten, Rücksichtnahme, sich mit der Umwelt auseinandersetzen – darum geht es“, sagt die 58-Jährige.

Sie ist übrigens auch weiterhin als Erzieherin für die Cornberger Kinder da. Nur die Leitung hat sie nach 35 Jahren abgegeben.

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