Nein zur Schulschließung: Cornberg befürchtet verheerende Folgen durch Entwicklungsplan

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Der Mittelpunkt der schulischen Bildung in Cornberg: Die Eichendorff-Schule. 64 Schüler werden derzeit an der Grundschule unterrichtet, geleitet wird sie von Horst Brosewski. Eine Schulschließung hätte seiner Meinung nach verheerende Folgen.

Cornberg. Aufgeweckte Schüler, ausgezeichnete Noten und eine heile Welt ringsum: Das zeichnet die Eichendorff-Schule in Cornberg aus. Doch damit könnte es bald vorbei sein. Der Grund: Änderungen im Schulentwicklungsplan.

Im neuen Schulentwicklungsplan des Kreises, der derzeit ausgearbeitet wird, seien Schulschließungen nicht ausgeschlossen - wir berichteten. Als einer der kleinsten Schulstandorte in Hersfeld-Rotenburg könnte der neue Plan Cornberg hart treffen.

Die Resolution

Bei der Gemeinde schrillen jetzt die Alarmglocken, sogar so sehr, dass sich die Gemeindevertreter gemeinsam gegen eine Schließung der Schule aussprechen. Das geht aus der Resolution hervor, die die Parlamentarier bei ihrer jüngsten Gemeindevertretersitzung einstimmig verabschiedet haben - ähnlich wie vor einigen Wochen in Wildeck. 

Vorgelegt wurde die Resolution zum Erhalt der Eichendorff-Schule von der SPD-Fraktion. Ihr Vorsitzender Hans-Heinrich Ullrich stellte den Antrag vor. In seiner Rede dazu erklärte er, dass die Befürchtung in der Gemeinde groß sei, der Landkreis könne im neuen Entwicklungsplan von dem bisherigen Prinzip „Kurze Beine - kurze Wege“ abweichen. Damit stünde Cornbergs kleine Schule auf der Kippe.

„Einen großen Fehler mit fatalen Folgen“, nennt Bürgermeister Achim Großkurth das befürchtete Zukunftsszenario. Die Schließung hätte nicht nur Auswirkungen auf die Schule, sondern auch auf den angebundenen Kindergarten und auf das Vereinsleben der einstigen Bergbausiedlung. Derzeit werde zum Beispiel die Schulturnhalle jeden Abend von Vereinen gebucht, berichtet Horst Brosewski. Er ist seit drei Jahren Schulleiter an der Eichendorff-Schule.

Die Schule

„Die Grundschule macht eine Toparbeit“, erklärt Großkurth. „Die Lernstandserhebungen in Deutsch und Mathe fallen seit 2008 gut aus“, bestätigt Brosewski. Seine Schüler lägen jedes Jahr deutlich über dem Landesdurchschnitt. Das zeigen auch die Abschlüsse an der Adam-von-Trott-Gesamtschule in Sontra. Dorthin wechseln Cornbergs Grundschüler nach der vierten Klasse. Brosewski lässt sich über die schulische Entwicklung seiner ehemaligen Zöglinge auf dem Laufenden halten.

Neben den guten Noten hat der Schulleiter aber noch ein weiteres Argument parat, das gegen eine Schließung spreche: In Zukunft werde mit durchschnittlich 80 Schülern im Jahr gerechnet, zumindest lasse die aktuelle Geburtenrate der Gemeinde diese Prognose zu. Derzeit werden 64 Schüler unterrichtet.

„Eine so gut aufgestellte Schule zu schließen, wäre absolut schade“, sagt Achim Scholz, Vorsitzender der Gemeindevertretung. Und Brosewski fügt hinzu: „Wir geben nicht kampflos auf.“ Der Unterstützung von Gemeinde und Elternschaft ist er sich hierbei gewiss.

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