„Authentisch, höflich, natürlich“

Peter Soth traf Jürgen Klopp bei der Passkontrolle am Kassel Airport

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Treffen am Flughafen: Polizeihauptkommissar Peter Soth und Liverpools Trainer Jürgen Klopp vor dem Rückflug – mit der Kaffeetasse, die die Polizei ihm schenkte.

Als Jürgen Klopp am Dienstag auf dem Flughafen in Calden landete, war die Passkontrolle für Polizeihauptkommissar Peter Soth kein normaler Dienst.

Der Beamte aus Cornberg hatte sogar eigens mit einem Kollegen den Dienst getauscht. Der Grund: „Ich bin glühender Fan von Borussia Dortmund – und ebenso glühender Fan von Jürgen Klopp“, berichtet Soth am Tag darauf. Klopp hatte, bevor er nach Liverpool ging, mit dem BVB große Erfolge, unter anderem zwei Deutsche Meisterschaften, gefeiert.

Soths Aufgabe war eine ganz normale Passkontrolle. Da Großbritannien zwar (noch) EU-Mitglied, nicht jedoch dem Schengener Abkommen beigetreten ist, ist diese Kontrolle bei Ein- und Ausreise notwendig. 

Ein Geschenk für den Liverpooler Trainer

Von der kurzen Begegnung war Soth begeistert: „Der Mann ist wirklich so, wie er im Fernsehen rüberkommt. Absolut authentisch, höflich, natürlich.“ Klopps Manager Marc Kosicke, der in Kassel lebt und den der Trainer besucht hatte, hatte Klopp zum Flughafen gebracht. Dort blieb immerhin Zeit für ein gemeinsames Foto und ein Geschenk: „Ich habe ihm eine Kaffeetasse unserer Polizeiinspektion überreicht. Er hat sich gefreut“, sagt Soth und schwärmt: „Mir ging wirklich das Herz auf.“

Treffen dank eines Kollegen

Zu verdanken hat er die Begegnung übrigens auch dem Kollegen, der mit ihm den Dienst am Funktisch in der Wache getauscht hatte. Soth schmunzelt: „Der ist Bayern-Fan ...“

Zu den Dortmundern geht Peter Soth, solange er denken kann. „Der Klassiker“, erzählt er. „Mein Vater hat mich eines Tages mit ins Westfalenstadion genommen. Da war’s passiert.“ Jahrelang hatte Peter Soth mit Freunden eine Dauerkarte für den BVB. „Jetzt passt das wegen meiner Schichtdienste nicht mehr“, bedauert er. Aber dafür hatte er ja nun den Meistertrainer persönlich getroffen.

Was Klopp genau in Kassel mit seinem Manager zu besprechen hatte, darüber gab es keine Auskunft. Gerüchten zufolge soll eine TV-Dokumentation über ihn gedreht werden.

Klopp trainiert den FC Liverpool seit 2015. Davor war er je sieben Jahre Coach von Borussia Dortmund und Mainz 05. Der für seine impulsive Art bekannte und geschätzte Trainer wird immer wieder als idealer Bundestrainer ins Gespräch gebracht, sollte Joachim Löw sein Amt aufgeben.

Auch Melsunger traf Jürgen Klopp am Kassel Airport

So etwas erlebt auch ein Polizist nicht alle Tage. Am Dienstag hatte Polizeihauptmeister Karsten Neumann aus Melsungen Dienst am Flughafen Kassel-Calden. Er war für die Einreisekontrolle zuständig, und ein Charterflug aus Liverpool war angekündigt. Es war klar, wer drin saß: Jürgen Klopp, Fußballtrainer und Champions-League-Sieger, der sich mit seinem in Kassel lebenden Manager Mark Kosicke treffen wollte.

„Es war ein sehr kurzes Treffen“, sagt Karsten Neumann, „es dauerte nur wenige Minuten.“ Klopp reichte ihm seinen Pass, den Neumann überprüfen musste. Für ein längeres Gespräch war leider keine Zeit. „Aber ich habe ihn dann doch gefragt, ob wir ein Foto machen können.“

Treffen im Dienst: Karsten Neumann traf am Flughafen Kassel-Calden auf Fußballtrainer Jürgen Klopp. Der war sofort zu einem Erinnerungsfoto bereit .

Selbstverständlich, habe Klopp geantwortet und sich neben den 49-jährigen Polizisten gestellt. Ein Kollege drückte einmal schnell auf den Auslöser des Handys. „Ich bin so froh, dass ich auf dem Foto die Augen nicht zu habe“, berichtet Neumann gegenüber der HNA erleichtert.

Auch wenn Neumann weder Liverpool-, noch Dortmund-, noch Mainz-Anhänger ist, freut er sich sehr, Klopp mal live begegnet zu sein („Ein sehr netter Mann“). „Ich war zur rechten Zeit am rechten Ort“, sagt Neumann, denn laut Dienstplan war er am Dienstag anstatt im bahnpolizeilichen Bereich in der Einreisekontrolle am Flughafen tätig. Was für ein Glück für den Fußball-Fan aus Melsungen. Und dass er dann noch Jürgen Klopp trifft, „das war mal eine schöne Seite meines Berufes“.

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